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June 03, 2018

Too much driving, too little sight-seeing, but it had to be done. - Zu viel Fahrerei, zu wenig gesehen, aber das musste mal sein.


After visiting the horror castle (and climbing over 800 steps up and down) we had exhausted ourselves and make a beeline for the next campground: Belá close to Nižné Kadence.

It's a national holiday and the campground is fairly busy but it falls silent by 10pm like somebody had flicked a switch. The restrooms are clean but with limited privacy. Of course ladies and gents have their separate facilities, however, one has to cross the shower room in order to get to the loo. The shower stalls don't have doors, and everyone in the room basically walks around in their birthday suit.

Nachdem wir das Horrorschloss besichtigt und die über 800 Stufen hinauf- und wieder hinunter gelaufen waren, sind wir nun rechtschaffen erschöpft und fahren direkt den nächstgelegenen Campingplatz an: Belá nahe Nižné Kadence.

Es ist ein Feiertag und der Campingplatz ist gut besucht, trotzdem herrscht um 10 Uhr abends Ruhe. Die Waschräume sind sauber, aber Privatsphäre kennt man hier wohl nicht. Natürlich sind Männlein und Weiblein getrennt, aber um zum Klo zu kommen, muss man erst durch die Duschräume und die Duschen haben keine Türen, also gibt's hier viel nackte Haut zu sehen.


Roland orders goulash with dumplings and I get potato fritters for dinner, then we call it a night. Next day we would have to cover about 500 kilometres to get to the Northern part of the Czech Republic, a region called Bohemian Paradise (Český raj).

Roland bestellt Gulasch mit Klößen zum Abendessen und ich bekomme Reibekuchen, danach ist Feierabend. Am nächsten Tag würden wir etwa 500 km "fressen" müssen, um in den nördlichen Teil von Tschechien, das Böhmische Paradies (Český raj) genannt, zu kommen.


Early up and early on the road we cross the border to the Czech Republic around 10am, obtain a regional road sticker in order to be able to use highways and major roads, and let it roll.

Wir sind früh auf den Beinen und wieder unterwegs und überfahren die Grenze zur Tschechischen Republik gegen 10 Uhr morgens. Jetzt brauchen wir nur noch eine Vignette für die Autobahn und Hauptstraßen, dann geben wir wieder Gas.


Around lunchtime we arrive at Kutna Hora, nature calls and we are hungry, time for a break. Once again we find it very easy to get a parking spot for our van.

Mittags kommen wir in Kutna Hora an, wir müssen mal dringend und Hunger haben wir auch, höchste Zeit für eine Pause. Wie immer ist es sehr einfach, einen Parkplatz in der Stadt zu finden.


Soon we find a restaurant. The waiter of this pizza place had spent some time in California, and subsequently has a very good command of the English language.

Die Straße hinunter finden wir auch schon ein Restaurant. Der Kellner dieser Pizzeria hat einige Zeit in Kalifornien verbracht und spricht infolgedessen ein richtig gutes Englisch. 


Since we are already here, we take a stroll around, and stock up on necessities such as chocolate for road food and regional wine for dinner.

Da wir schon mal hier sind, drehen wir noch eine Runde und kaufen noch ein paar regionale Spezialitäten ein: Schokolade für unterwegs und Wein für den Abend.


There is so much more to see but alas, we have to press on and make some mileage. Scenery again changes from hills to plains to hills again. We are finally approaching the Bohemian paradise.

Eigentlich wäre hier noch viel mehr zu besichtigen, aber vor uns liegen noch einige Kilometer, wir müssen weiter. Die Landschaft wechselt von hügelig auf flach und wird dann wieder hügelig, wir nähern uns endlich dem Böhmischen Paradies.


The first campground we have a look at is nicely situated on a lake shore, but the opposite of what we are used to. Reception and facilities are a construction zone, its noisy with people shouting, kids screaming and dogs barking. No thanks. We move on and find a lovely spot at Pension Kneznice. The host speaks English by the way. We set up camp, freshen up (the facilities are alright), fire up the grill, and get some regional draft from the bar. We are fairly exhausted from the drive but all is well with the world now.

Der erste Campingplatz, den wir anfahren, ist sehr schön an einem See gelegen, aber das Gegenteil von dem, was wir gewohnt sind. Rezeption und Waschräume sind eine Baustelle und es ist laut. Grölende Leute, schreiende Kinder und bellende Köter. Nein danke. Wir fahren weiter und finden dann doch noch einen schönen Platz bei der Pension Kneznice. Übrigens wird auch hier Englisch gesprochen. Wir schlagen das Camp auf, machen uns frisch (die Sanitäranlagen sind ok), schmeißen den Grill an und holen uns regionales frisch gezapftes Bier von der Bar. Wir sind fix und fertig, aber alles ist gut. 

June 01, 2018

A Symphony of Horror - Eine Symphonie des Grauens

We owe it to Bram Stoker and his novel "Dracula" that some geographic locations will forever be associated with horror and mystique. Think Transylvania. Pictures of an eerie looking gothic castle sitting on a hill, surrounded by dark and impenetrable forest, inhabited by a gruesome bloodsucking fiend and his loyal minions come to mind?

The movie genre greatly helped cultivating this image. Actually a whole tourism industry of its own evolved from this catering to people interested in filming locations and celebrity sightings.

No, we haven't turned around to drive all the way down to Romania and visit Transylvania, located in the South of the Carpathian mountains. We are still in Slovakia, in the north of said mountain range, just arriving in the village Oravský Podzámok at castle Orawa, a scary looking gothic castle on a rocky hill surrounded by... you get my drift.

Wir haben es wohl Bram Stoker und seinem Roman "Dracula" zu verdanken, dass so mancher geographische Ort - wie z.Bsp. Transilvanien - für immer mit Horror und unheimlichen Vorkommnissen verbunden sein wird. Sofort schießen einem Bilder von gruselig wirkenden Schlössern in den Kopf, wie sie fast unerreichbar auf Felsgestein sitzen, umringt von einem dunklen und umdringlichen Wald. Darin wohnt dann ein grausamer, blutsaugender Bösewicht mit seinen treuen Gehilfen. So in etwa?

Das entsprechende Film Genre hat dann mit dazu beigetragen, dieses Bild zu vertiefen. Inzwischen gibt es sogar einen Zweig des Erlebnistourismus, der sich dem Thema Filmorte, Start und Sternchen widmet.

Nein, wir sind nicht umgedreht, um Transilvanien zu besuchen, welches im südlichen Teil der rumänischen Karpaten gelegen ist, sondern immer noch im nördlichen Teil der slowakischen Karpaten und fahren gerade in den Ort Oravský Podzámok ein, denn dort steht die Arwa-Burg, eine gruselig wirkende Burg, die fast unerreichbar auf Felsgestein sitzt... Ihr wisst, was ich meine.


The natural formation of the cliff has been used since the early days of mankind, and got fortified over the centuries. The multi-storey castle contains gothic and romanesque elements as well as baroque architecture, as more wings were added throughout past centuries.

Again we are so lucky with the weather (this goes actually for the whole road trip). It's warm and the sun is shining which makes it challenging to insinuate an atmosphere of sinister mood and looming danger.

Die natürliche Form des Felsens wurde seit Menschengedenken als Wohn- und Schutzort genutzt und dann über die Jahrhunderte weiter befestigt. Die mehrstöckige Burganlage erhielt so durch die Erweiterung und Ergänzung neuer Flügel gotische, romanische und auch barocke Elemente. 

Wir haben mal wieder viel zu viel Glück mit dem Wetter, wie schon auf der gesamten Reise. So wird es für uns zu einer besonderen Herausforderung, eine unheimliche und gefährliche Atmosphäre in den Bildern herüber zu bringen.


However, here we are at the residence of Count Orlok, main character and antagonist of "Nosferatu", a German silent movie about a vampire. Back in the days Castle Orawa served as set for the count's residence "...somewhere in the Carpathian mountains..."

Da sind wir nun, an der Residenz des Grafen Orlok, Hauptperson und Bösewicht des deutschen Stummfilms "Nosferatu". Hiebei handelt es sich um einen Horrorfilm über einen Vampir, der "...irgendwo in den Karpaten..." sein Unwesen treiben soll und Burg Arwa diente seinerzeit als Filmkulisse.


The story was based on Bram Stoker's novel, which the producers neglected to obtain the filming rights for. Consequently, following the release, a legal battle ensued ending in the destruction of most copies of this otherwise likely best genre movie of its time. But like any good vampire of major importance, film clips and footage somehow survived and the movie got resurrected.

Die Geschichte basierte auf Bram Stokers Roman, aber leider versäumten die Produzenten des Streifens, die entsprechenden Filmrechte zu erwerben. Nach Veröffentlichung kam es dann natürlich zu einem Urheberrechtsstreit, worauf sämtliche Kopien des Film aus dem Verkehr gezogen werden mussten. Aber gleichsam eines jeden berühmten Vampirs überlebte trotzdem einiges an Filmmaterial, und so konnte der Film wieder auferstehen.



Since we had already missed the German and the English tour of the castle we follow a Slovakian speaking guide, a self-guided tour was not available. While not being able to compute anything said with regards to cultural aspects and architectural features we are more than happy to concentrate on the visual impressions.

Da wir bereits die deutsche und auch die englische Führung verpasst hatten, schließen wir uns einer Tour in slowakischer Sprache an, eine selbst geführte Tour wurde hier leider nicht angeboten. Erwartungsgemäß verstehen wir kaum ein Wort bezüglich der vielen kulturellen und architektonischen Aspekte dieser Burg, dafür können wir uns mehr auf die visuellen Eindrücke konzentrieren. 


What do they need the hearse for? 

Wofür wohl der Leichenwagen gebraucht wird?


Here we are in the square in the lower section of the castle.

Hier sind wir auf dem (Markt?) Platz im unteren Teil der Burg.


Roland is reluctant to go further... a torture chamber awaits.

Roland geht nur zögerlich weiter, da oben liegt eine Folterkammer.


The view is nice though, that is if you are still able to enjoy it.

Der Blick ist ja ganz nett, wenn man ihn jetzt noch genießen kann.


 Close up of the "nice" view.

Bei genauerem Hinsehen... "Nett" ist was anderes.


And if you aren't freaked out yet... voilà, the domestic lady ghost, and bonus she's missing a hand.

Für den Fall, dass einem bisher noch nicht unheimlich zumute ist... dem weiblichen Hausgeist fehlt übrigens die Hand.


Finally a room with a view, after the conquest of 800 stairs.

Endlich mal ein Zimmer mit Aussicht... nachdem wir 800 Stufen erklommen haben.


A scale model of the castle

Ein maßstabsgetreues Modell der Arwa-Burg


A very interesting tour, don't you think, Roland? Roland??? What's with the...?
(insert dramatic sound effect and fade to black)

Das war doch eine spannende Tour, Roland, oder? Roland??? Was soll denn...?
(Einsatz: dramatische Geräuscheffekte und Ausblende)

Grrr! Arrgh!

May 30, 2018

Roughing it in the Slovakian back country - Rustikal Campen im slowakischen Hinterland


Here we are, in the Slovakian heartland, in a place called Revištské Podzámčie located on the river banks of Hron, a tributary of the Danube. We had been looking for a campground since leaving Hungary but to no avail until we had crossed the plains. The scenery became more hilly again and the shape of knolls and lows bore signs of past volcanic activity.

Da sind wir nun im Landesinneren der Slowakei, an einem Ort namens Revištské Podzámčie, welcher am Fluss Hron, einem Donau-Zufluss, gelegen ist. Seitdem wir Ungarn verlassen haben suchen wir schon nach einem Campingplatz. Inzwischen haben wir die Ebene durchquert und die Landschaft wird wieder hügeliger. Die Form der Berge lässt darauf schließen, dass sie durch vulkanische Aktivität entstanden sein müssen.


It's getting late, and our hopes of finding a campground are getting slim. This is when we spot a sign pointing to a sports area of sorts. It isn't a campsite per say. There is a shack selling fast food and hard liquor adjacent to a meadow which is bordered by a river. Another camper van is parked on the far side of the field indicating that overnighting might be a viable option. With the help of google translate I ask the bartender: Jednu doc kempovanie prosím? One night camping please? He laughs at my attempt of speaking Slovak. The friendly response is in English, very basic but absolutely clear: no problem, for ten Euro (Slovakia's currency is Euro) you can camp anywhere on the grounds, showers and toilets are behind the building. The facilities are very simple, and the water contains a sulphuric odour (We are in a volcanic area, remember?) but it's clean, and there are only four people using them anyway.

Inzwischen wird es immer später und wir verlieren so langsam die Hoffnung, einen Platz zum Übernachten zu finden. Aber da entdecken wir ein Schild, welches uns den Weg zu einem Sportplatz oder ähnlichem weist. Ein echter Campingplatz ist das zwar nicht, eher eine Wiese mit einer Bude, die Fastfood und Hochprozentiges anbietet, und am Rand fließt der Fluss entlang. Am anderen Ende des Feldes steht ein anderes Wohnmobil, also scheint das hier durchaus eine Option zu sein. Ich befrage Google translate und lege mir die passenden Worte in Slowakisch zurecht: Jednu doc kempovanie prosím? Eine Nacht Camping bitte? Der Barmann lacht mich an (aus?), als ich radebrechend die Worte herausbringe und antwortet in einfachem Englisch, dass das kein Problem ist und wir für zehn Euro (Die Slowakei ist Euro-Land.) überall auf dem Gelände parken dürfen. Die Duschen und Toiletten befinden sich hinter dem Gebäude, sie sind zwar recht einfach und das Wasser riecht schwefelig (Vulkanischer Ursprung), aber sauber und werden gerade eh nur von vier Leuten benutzt. Alles gut.


After an uneventful night we wake up to the soothing noise of burbling water and rustling leaves. It's perfect, the van in the middle of this greenery, and a hill with a castle ruin, illuminated by the morning sun to boot as a backdrop.

Nach einer ereignislosen Nacht wachen wir bei Wasserplätschern und Blätterrauschen auf. Es ist einfach perfekt hier, der Bus mitten im Grünen, dahinter ein Hügel mit einer von der Morgensonne angeschienenen Burgruine.


We take our time, have breakfast, sit in the sun, and continue our journey exploring the Slovakian back country shortly before noon.

Heute lassen wir es ruhig angehen, machen uns gemütlich das Frühstück, sitzen in der Sonne und fahren dann am späteren Vormittag weiter, um das slowakische Hinterland weiter zu erforschen.


In the village of Hronsek we drive by a 15th century renaissance castle, but we came to here for a different reason.

Im Städtchen Hronsek kommen wir an einem Renaissance Schloss aus dem 15. Jahrhundert vorbei, aber das ist Nebensache.


Neither did we come by for the decorative brick walls...

Wir kamen auch nicht wegen des dekorativen Mauerwerks vorbei...


... nor for this car. Look, a Trabant. two-stroke motor, hard plastic body, unibody chassis, the Eastern German pride of many decades before the wall fell.

Auch dieser Stolz ostdeutscher Automobilherstellung, der Trabant mit seinem Zweitaktmotor, Plaste-Elaste auf Karosserie aus einem Guss ist nicht der Grund unseres Besuchs.


This is what we are there for: A particular architectural gem, and - of course - UNESCO world heritage, an articular protestant church. Protestants were the minority back in the middle ages and then emperor Leopold, the first had put several restrictions on how their place of worship had to be: outside of the protective city walls, and built without bricks, rocks or metal parts, this meant no nails or bars. Also there mustn't be a bell tower, and no bells either. Oh, plus it hat to be erected within a year. This wooden construction was what these smart protestant carpenters came up with, and it looks like these guys had a little help from the Scandinavians or so it seems.

Das ist, warum wir hier sind: eine besondere architektonische Schönheit und natürlich UNESCO Welterbe: die protestantische partikuläre Kirche. Protestanten waren im Mittelalter hier in der Minderheit und der damalige Kaiser Leopold I. unterwarf den Gläubigen strenge Auflagen für den Bau ihres Gotteshauses. Es durfte nur außerhalb der Stadtmauern errichtet werden, durfte nicht aus Stein oder Ziegeln bestehen, Metallteile wie Nägel und Stützen waren verboten. Es gab auch keinen Turm und keine Glocken. Außerdem musste das Gebäude innerhalb eines Jahres fertig gestellt werden. Also kamen die smarten protestantischen Zimmerleute auf neue Ideen, vielleicht auch inspiriert durch Skandinavische Architektur und das war das Ergebnis.


We find another of these special wooden churches in Tvrdosín, the All-Saints church, built in the 15th century it is the oldest building of its kind.
In Liptovské Matiašovce we spot a different clerical architecture but beautiful nonetheless, the recently restored Baroque church of St. Ladislav.

In Tvrdosín, wo wir später vorbei fahren, steht eine weitere partikuläre Kirche, die Allerheiligen Kirche, erbaut im 15. Jahrhundert ist es die älteste ihrer Art.
In Liptovské Matiašovce entdecken wir dann eine andere Bauart, diesmal handelt es sich um ein Gotteshaus im Barockstil, und frisch renoviert.


Hills turn to mountains. We have reached the Tatra mountain chain in Northern Slovakia bordering on Poland.

Aus den Hügeln werden Berge. Wir haben die Tatra erreicht, das Grenzgebirge zwischen der Slowakei und Polen.


At the Orava reservoir, Slovakia's largest lake.

Am Arwa Stausee, dem größten See der Slowakei.


Wanna rent a tank for a joyride?

Den Panzer kann man für Vergnügungsfahrten buchen.


What a brilliant sight: Camper van and scenery.

Was für ein tolles Motiv: Bussi und Landschaft.