We only get one run at life so might as well have fun on the way. (Geoff James)
December 28, 2005
December 25, 2005
Merry Christmas or Happy Holidays...
December 24, 2005
Rückblick auf 2006
Januar: Winter in Kanada, und die Heizung funktioniert nicht.
Februar: Politisches... auch nicht anders als anderswo.
März: Hundeschlittenfahrt und Cross-Country Ski fahren
April: Kurztrip in die Rockies und nach BC
Mai: Kündigung unseres Mietvertrages In Hidden Valley.
Juni: Besuch von Mom in Calgary mit vielen Tagesausflügen
Juli: Fußballweltmeister! Umzug nach Discovery Ridge
August: Es ist heiß. Tagesausflüge und Sommerfeste
September: Und schon schneit es wieder!
Oktober: Chris, unser Ex-Kollege aus Sanitec-Zeiten ist nun auch in Calgary gelandet.
November: Treffen mit Freunden, ein Sommerfest im Schnee, und Chris erfriert fast auf einer Wanderung im Kananaskis.
Dezember: Urlaub in Deutschland, Wiedersehen mit Familie und Freunden
Jahresabschlussbericht 2005
Kanada hat es mit uns bisher wirklich gut gemeint. Von Anfang an hat so ziemlich alles auf Anhieb geklappt, angefangen mit der ungewöhnlich schnellen Bestätigung unseres Immigrationsantrages, der problemlosen Beantragung aller Dokumente, über den Kauf unseres Autos bis zu unserer Jobsuche, die etwas verhalten begann, sich dann aber wunderbar entwickelte! Uns ist bewusst, dass dies nicht selbstverständlich ist, denn die diversen Auswandererforen sind voll mit Menschen, die deutlich mehr Probleme in Kanada haben und kaum Fuß fassen können. Man denke nur an Ärzte, deren vergleichsweise sicherlich bessere europäische Ausbildung hier einfach nicht anerkannt wird, im Gegensatz zur südafrikanischen... Und das bei einem gleichzeitigem akuten Ärztemangel mit teilweise jahrelanger Warteliste für eine Operation!
Aber wir sind überzeugt, dass und die gute Vorbereitung auch sehr geholfen hat. Unsere Entscheidung gegen Vancouver und für Calgary war als erster Schritt ins Land mit Sicherheit die richtige, denn hier liegen die Jobs momentan wirklich auf der Straße. Der Ölpreis steigt und steigt, und das erhöht die Attraktivität des in Nordalberta reichlich vorhandenen Ölsands, aus dem nur mit relativ hohen Kosten Öl zu gewinnen ist. Unsere englisch geschriebenen und auf die amerikanischen Gepflogenheiten angepassten Zeugnisse sind hier offensichtlich sehr gut angenommen worden. An dieser Stelle nochmals vielen Dank an alle Ex-Chefs, Kollegen und Business Partner, die uns da so wunderbar unterstützt hatten! Und nicht zuletzt hatten wir keine Erwartungen, hier das Land von Milch und Honig vorzufinden, stattdessen haben wir uns auf bis ein Jahr Arbeitslosigkeit eingestellt. Ist ja dann glücklicherweise anders gekommen...
Dinge, die uns in Deutschland selbstverständlich waren, und die wir hier nicht oder völlig anders vorfanden, gibt es Dutzende, wir haben ja schon davon berichtet. Dafür ist das Leben hier einfach entspannter, die Menschen freundlicher und die Natur (wenn man die Großstadt denn mal verlässt) einfach überwältigend! Und so viel Sonnenschein und blauen Himmel wie hier haben wir noch nie erlebt! Wenn der Wetterbericht von einer Niederschlagswahrscheinlichkeit von 70% spricht, kann man immer noch unbesorgt den Schirm zuhause lassen, erst bei 90% könnte es feucht werden...
Wir haben ein paar Freunde hier gefunden, auch wenn es bisher ein eher kleiner Bekanntenkreis ist, denn eigentlich sind die Kanadier, ähnlich wie die Amerikaner, doch etwas oberflächlich. Großes Auto, großes Haus, große Garage, großer Grill... Dennoch, die Freunde, die wir hier gefunden haben, sind Menschen aus Fleisch und Blut und oft Immigranten, wie wir. Sehr schön ist auch unser monatliches Treffen mit anderen deutschen Einwanderern, bei denen wir immer wunderbar über deutsche und kanadische Eigentümlichkeiten ablästern können. Unser Dank gilt hier ganz besonders den Organisatoren Norbert und Sylvia!
2006 wird für uns hauptsächlich ein "arbeitsreiches" Jahr werden. Rolands Company startet SAP am Dienstag (Montag ist frei, da Neujahr ja auf einem Sonntag liegt!) und Sonja ist mittlerweile schon das Rückgrat ihres Unternehmens... Wir werden hoffentlich im Herbst unsere neue Wohnung beziehen, die a) nicht aus Holz, sondern aus Beton gebaut ist und b) in einem der wenigen Wälder der Präriestadt Calgary liegt. Außerdem hoffen wir, ein paar Besucher aus Deutschland willkommen zu heißen und ihnen die Schönheit der Rockies zeigen zu können.
Wir wünschen ein Frohes Neues Jahr 2006!
December 23, 2005
Vorweihnachten
Erheblich mehr Zeit und Nerven hat uns die Suche nach einem ECHTEN Weihnachtsbaum gekostet. Nachdem wir fast das ganze Umland nach geeigneten Kandidaten abgesucht hatten, wurden wir quasi vor unserer Haustür fündig: beim Co-op um die Ecke. Unser Baum ist ein Import aus Nova Scotia, das ist ja nur ein paar tausend km entfernt und hier gibt's ja auch keine Wälder... Den Christbaumschmuck haben wir bei IKEA erstanden. Bei unseren Kollegen rief unser Wunsch nach einem echten Baum nur Verwunderung hervor. Er nadelt ja schließlich und außerdem muss man die Beleuchtung und den Schmuck erst anbringen! Bei einem künstlichen Baum baut man nur ein paar Teile zusammen, steckt den Stecker in die Steckdose und los geht's! Für die Technik-Freaks gibt es auch programmierbare Blinklichter und Fernbedienungen.
Kürzlich waren wir bei Rolands Chef zu einer Weihnachtsparty eingeladen. Kurios daran war die präzise Zeitangabe, nämlich in der Zeit von 16 bis 19 Uhr. Dort angekommen begingen wir unseren ersten Faux Pas: jeder Gast lief auf Socken herum, auch die Gastgeber, nur wir haben dieses erst später festgestellt und uns dann klammheimlich unseres Schuhwerkes entledigt. So war jeder festlich gekleidet, aber auf Socken. Dazu Live Klaviermusik und Buffet. Den zweiten Fehltritt hat sich Roland geleistet, als er sich den vermeintlichen Töchtern der Gastgeber vorstellen wollte. Es stellte sich jedoch heraus, dass es sich um Nachbarstöcher handelte, die als Bedienung angeheuert waren. Die eigenen Kinder leben nämlich in Texas und in China. Übrigens hat das Haus von Rolands Chef eine Größe von ca. 250 qm, und das für nur zwei Personen...
Überhaupt nicht weihnachtlich verhält sich momentan unser Wetter. Der Chinook hat unseren Schnee gefressen... und jetzt werden wir unseren Heiligabend wahrscheinlich bei 10 Grad Celsius plus(!) verbringen. Das hätten wir sicher auch in Deutschland haben können...
Damit wir das Fest einigermaßen stilecht begehen können, haben wir uns ein Fondueset gegönnt und Gäste (Pam, Jane und Norbert) eingeladen.
Weihnachtliche Grüße aus Calgary!
December 09, 2005
Kanadische Kuriositäten - zweiter Teil
Umzug - Kürzlich haben wir unserer Freundin Jane beim Umzug und Renovieren geholfen. Umzüge sind erstaunlich preiswert hier. Ein Grund dafür ist, dass die Geräte alle in der alten Wohnung verbleiben, da die neue Wohnung selbstverständlich komplett mit 'appliances' wie Kühlschrank, Herd, Spül- und Waschmaschine ausgestattet ist. Eine weitere clevere Idee sind die - oft begehbaren - Einbau-Kleiderschränke. So spart man hier nicht nur beim Umzug, sondern direkt bei der Investition als solches.
Wetter - Gerade noch bei -20°C geschnattert, den Windchill-Faktor (gefühlte Temperatur) mitgerechnet sogar -26°C, bringt uns der Chinook nun am Wochenende +11°C. 30 Grad Temperaturunterschied in zwei Tagen, das muss der Körper erst mal verkraften. Wetterfühlige haben dann leider oft unter Migräne zu leiden. Nach den kalten Temperaturen möchte man bei minus 5°C fast im T-Shirt herumlaufen, so warm fühlt sich das an!
Sprache - Seit neuem wissen wir, Kanadisch ist eine eigenständige Sprache. Viele Vokabeln, die wir aus unserem britischen Englischunterricht kennen, existieren hier einfach nicht oder wurden vor Jahrzehnten substituiert. Ein Beispiel: flat für Wohnung heißt hier apartment oder condo.
Eishockey - Vor unserer Tür fängt es an: auf dem Spielfeld werden die Feuerwehrschläuche ausgerollt, Wasser marsch, und ein Tag später ist die Eisbahn fertig. Natürlich sagt man nicht Eishockey, sondern Hockey, weil, dass es auf dem Eis gespielt wird, ist doch jedem klar ;-)
Umweltschutz - Oder: Wie kommt der Pröll in die Garage? Obwohl man inzwischen den Sinn von Mülltrennung, -vermeidung und Recycling erkannt hat, wird das Konzept in Alberta nur halbherzig umgesetzt. Wir sind z.B. immer noch auf der Suche nach einer Rückgabestelle für Mehrweg-Plastikflaschen, welche sich inzwischen in unserer Garage stapeln. Außerdem heißt es hier nicht Müllkippe, sondern politisch korrekt 'Landfill'. Man gräbt ein Loch, füllt Müll hinein und schüttet es wieder zu. Als Vorbild bei neuen Entsorgungskonzepten wird übrigens immer wieder Deutschland genannt.
Energiesparen - in Alberta? Wir haben's doch, daher darf das Haus ruhig schlecht isoliert sein und der Truck sich seine 25 Liter auf 100km genehmigen. Solar- und Windenergie werden nur zögerlich von der Regierung angegangen und bisher nur auf Einzelanfragen gesponsert, obwohl diese in der durchaus windigen, aber auf jeden Fall sonnenreichsten Provinz Kanadas eine saubere Alternative wären. Hier ist Deutschland wiederum um ein bis zwei Jahrzehnte voraus. Es gibt ihn noch, den Technologie-Vorsprung. Go! Germany! Go!
December 07, 2005
Der Nikolaus war da!
Vielen, vielen Dank an den Nikolaus!!!!! |
Seit gestern fahren wir mit einem Smiley auf unserer Windschutzscheibe durch die Gegend. Am Sonntag hatte uns ein Steinchen erwischt, hochgeschleudert von unserem Vordermann auf der Autobahn. Gestern, bei minus 20°C Außentemperatur und beheizter Fahrgastzelle, hat die Scheibe das offenbar nicht mehr eingesehen und hat's knacken lassen! Wir haben nun einen breiten Riss in Form eines freundlichen Gesichts vor unserer Nase. Da werden wir also im Frühjahr unsere Windschutzscheibe austauschen lassen müssen, das wäre dann mindestens die dritte für unseren Toyota. Für ein 2004er Modell nicht schlecht, eben nicht ungewöhnlich für Calgary.
Ebenfalls nicht ungewöhnlich scheint es zu sein, dass einem bei diesen Temperaturen die Fenster und Türen einfrieren. Sowohl unsere Haustür als auch unsere Balkontür lassen sich momentan nicht mehr öffnen. Fenster öffnen wir schon seit einer Weile nicht mehr, da wir beim letzten Versuch die Fenster nicht mehr
December 01, 2005
Let It Snow...
Unser Toyota ist trotz Minustemperaturen ohne Mullen und Knullen angesprungen und hat sich auf seinen Allwetterreifen als spurtauglich erwiesen.
Übrigens wird es in Kanada vorgezogene Neuwahlen geben, nachdem die jetzige Regierung ein Misstrauensvotum verloren hat. Ministerpräsident Paul Martin ist über einen Korruptionsskandal seiner Mitarbeiter gestolpert und hat die Vertreterin unserer Königin darüber informiert, dass am 23. Januar Neuwahlen statt finden sollen. Man erwartet, dass die Liberalen als Minderheitsregierung wieder gewählt werden.
In Montréal findet momentan der Weltklimagipfel statt. Allerdings hat beispielsweise keiner von Sonjas KollegInnen schon mal etwas vom Kyoto-Abkommen gehört. Es wird auch so gut wie gar nicht in den Medien vom Gipfel berichtet. Kein Wunder, denn Kanada ist auf Platz 8 der Umweltsünder-Rangliste. 30 Millionen Kanadier verbrauchen doppelt so viel Energie wie 60 Millionen Franzosen! Dazu passt, dass in unserer Straße jeden Morgen dutzende Autos minutenlang warm laufen, per Fernbedienung angestellt aus der warmen Wohnung. Theoretisch könnte man den Wagen ja in die warme Garage stellen, aber die ist voll mit dem Pröll, der beim letzten Garage Sale erstanden wurde...
Darüber hinaus dürften die Stromkosten zur Unterhaltung der Weihnachtsbeleuchtung am typischen kanadischen Haus den Staatshaushalt Liechtensteins übersteigen. Da werden kilometerlange, blinkende Lichterketten ums Haus gewickelt und aus Lichterketten geformte Rehe in den Vorgarten gestellt... Und der eigentlich sonst sehr angenehme lokale Radiosender "the Breeze", der uns sonst mit Easy Listening-Jazz versorgt, terrorisiert uns seit Tagen nur noch Weihnachtsmusik. Wir sind gespannt, was im konsumwütigen Kanada bis Heiligabend noch auf uns zukommen wird...


