July 29, 2017

The Road less travelled


For some reason highway 2 northbound was packed with vehicles. It was a traffic jam waiting to happen, and we were not having it. The weather was nice, it was still early in the day, so we took the slow way round towards our absolute highlight of our wonderful road trip. All of a sudden: empty roads! No oncoming traffic except for the odd motorcycle? We were convinced that at one point the road had to be blocked, and we had to turn around, but it wasn't so.

Die Schweizer Autobahn Nr. 2 Richtung Norden war richtig voll. Es hätte nicht viel mehr gebraucht, und wir wären im Stau gesessen, aber das wollten wir auf keinen Fall. Es war noch früh und das Wetter war großartig, also nahmen wir den Umweg zum nächsten Höhepunkt unserer Reise in Kauf. Was war den nun los? Freie Straßen, kaum Gegenverkehr bis auf ein paar Motorräder? Wir waren davon überzeugt, da musste irgendwann eine Straßensperre kommen, an der wir zur Umkehr gezwungen sein würden. Aber dem war nicht so.


After a while we were still underway, looking forward, and looking back still no traffic to be seen.

Wir waren immer noch unterwegs, ein Blick zurück und nach vorne, und noch immer war kaum ein Fahrzeug zu sehen.


After several twists and turns we finally made it to the summit of the pass: Passo della Novena. Never heard of it. Ever. By the way it is the second highest paved mountain pass within Switzerland, and fairly new by European standards, under fifty years old. And obviously still an insider tip.

Nachdem wir uns die Passstraße hochgeschraubt hatten, erklärte uns das Schild, dass wir am Nufenenpass angekommen waren. Von dem hatten wir noch nie etwas gehört, dabei ist er der zweithöchste asphaltierte Pass in der Schweiz und dazu mit seinen nicht mal fünfzig Jahren auch noch vergleichsweise neu. Ein echter Geheimtipp.


Lunchtime had arrived and we felt a bit peckish. I cooked Chili sin Carne on the RV stove while my better half tended to preparing a fruit salat (for some reason he didn't want me near sharp knives anymore). The hot stew was quite appropriate, with only 4°C  (39F) outside, and a strong breeze going.

Inzwischen war es Mittagszeit und wir bekamen Appetit. Ich bereitete eine Chili sin Carne in der Wohnmobilküche vor, während meine bessere Hälfte den Obstsalat schnippelte. Aus irgendeinem Grund wollte er nicht, dass ich mit scharfem Messer hantierte. Der heiße Eintopf kam uns gerade recht, denn es hatte draußen nur 4°C und war recht windig. 


After a rejuvenating power nap we went out for a walk, but not before donning two more layers of clothing, a scarf and a tuque.

Nach dem Essen machten wir noch ein kleines Nickerchen, und gingen uns danach noch etwas die Beine vertreten. Allerdings mussten wir uns ein paar Lagen wärmer anziehen, Mütze aufsetzen und Schal umbinden.


Then I spotted two Harleys in front of the mighty mountain range. One happened to be a Sportster, and I felt a strange longing after my bike. My last outing on Rover, the 2008 Sportster 883 happened almost a year ago. Meanwhile I had the dubious pleasure of two hospitalisations, and spent my time off walking for recovery, with the bike sitting idly in the stable, and while safe and dry, alright, all it did was gathering dust and cobwebs. Bah! Away with the things that can't be done, focus on the things that are possible, I said to myself. Sad mood be gone!

Als ich zwei Harleys vor dieser prächtigen Bergkulisse entdeckte, bekam ich plötzlich Sehnsucht nach meinem Mopped. Eins davon war auch noch eine Sportster. Mein letzter Ausflug auf Rover, meiner 2008 Sportster 883, ist schon so lange her. Dazwischen lag das zweifelhafte Vergnügen zweier Krankenhausaufenthalte und die langwierige Genesungszeit, bei der ich durch das Wandern langsam wieder Kondition aufgebaut hatte. Ah, jetzt geh mir weg mit den düsteren Gedanken, es nützt ja nichts, dem nachzutrauern, was gerade nicht sein kann, sagte ich zu mir selbst. Lieber konzentriere ich mich auf die Dinge die möglich sind. 



In the background there you'll spot the summit of Finsteraarhorn. At first we had mistaken it for another similar looking and quite prominent Swiss peak. Can you guess which? Anyway, there will be more on this in the next and last instalment of our Swiss adventure.

Im Hintergrund sieht man den Gipfel des Finsteraarhorn, den wir zunächst für einen ganz anderen Berg gewisser Berühmtheit gehalten hatten, weil er - wie wir finden - diesem recht ähnlich sieht. Könnt Ihr Euch denken, auf welchen Berg wir hier anspielen? Mehr darüber gibt's jedenfalls im nächsten und letzten Blogeintrag.


Hiking in 2.500m elevation requires a fair physical condition, and we felt that we were getting better and stronger thanks to our previous excursions and exercises.

Das Wandern auf 2.500m Höhe bedarf doch einer gewissen Kondition, aber wir merkten, dass es uns immer leichter fiel. Das war bestimmt dem Training aus den vorhergehenden Ausflügen geschuldet.


From afar the Griessee reservoir can be seen. The artificial lake is fed by the glacier behind it, and barred by a gravity dam. It's one of the most altitudinal reservoirs in Switzerland.

In der Ferne kann man hier den Griessee erkennen. Der Stausee wird von dem dahinter liegenden Gletscher gespeist und von einer Gewichtsstaumauer zurückgehalten. Es ist einer der höchstgelegenen Stauseen der Schweiz.

Griessee Reservoir

From there it was all downhill (not literally though). Temperatures rose, and layers were shed. On the next little exploration we were back to wearing t-shirts and sunscreen.

Die Temperaturen wurden angenehmer und die Hüllen fielen, während wir auf der anderen Seite wieder den Pass hinunter fuhren. Auf unserem nächsten kleinen Ausflug waren wieder T-Shirt und Sonnenschutz angesagt.



*** Interlude - Zwischenspiel ***

In the last few days a lot of flower pics were gathered, and I finally found the time to create a collage. I know that my mom (who is a regular follower of my blog) will appreciate the colourful potpourri, so this is for you, Mom, and all the other flower lovers our there.

In den letzten Tagen hatte ich viele Bilder von Blumen gesammelt und endlich Zeit gefunden, diese zu einer Collage zusammenzustellen. Ich weiß, dass meine Mutter (die hier regelmäßig mit liest) diese farbenfrohe Vegetation ganz besonders gern hat, also Mom, das ist für Dich und all die da draußen, die Blumen lieben.


***

Our campground was already in the shadows when we arrived at our next destination. The camping fee seemed a bit over the top, but this close another spectacular sight, it was well worth it. We opted for a spot at the edge of the grounds, in order to keep a nice view on the scenery, although the walk to the facilities was a bit longer.

Als wir an unserem Zielort ankamen, lag unser Campingplatz schon im Schatten. Der Preis für die Übernachtung schien zwar etwas überzogen, aber da wir unser Lager wieder ganz besonders nahe an einem weiteren spektakulären Ausflugsziel aufgeschlagen hatten, war es uns das wert. Wir suchten uns einen Platz am Rand des Geländes aus, damit wir einen unverbaubaren Ausblick auf die Landschaft hatten, da machte es nichts aus, dass der Weg zu den Waschräumen etwas länger war.


Next morning: Waking up to clear skies, mountain views and sunshine. What's not to love, eh?

Und am nächsten Morgen war es dann wolkenlos mit viel Sonnenschein und einem großartigen Ausblick. Was will man mehr?

July 26, 2017

Kraftort

We had left Italian Switzerland and entered the French part, which we didn't notice except for the change of language on most signs. However Swiss people are at least bilingual so communication has never been an issue while traveling through the different cultural sections of the country.

Wir verließen die Italienische Schweiz in Richtung des Französischen Teils, was wir eigentlich nur anhand dem Wechsel der Sprache auf den Straßenschildern bemerkten. Die meisten Schweizer sind ja mindestens zweisprachig, so dass immer eine Verständigung möglich war, während man sich zwischen den verschiedenen kulturellen Gegenden bewegte.


Originally we had planned to camp close to Montreux located on Lake Geneva but after having inspected the campground which we always do before check-in we decided for a change of venue. The clientele was noisy, and the place too crowded for our taste, and there weren't any interesting hiking options nearby so we moved on and eventually re-entered the German speaking part of Switzerland.

Anfangs hatten wir geplant gehabt, in der Nähe von Montreux am Genfer See zu kampieren, aber nachdem wir den Campingplatz besichtigt hatten, was wir vor dem Einbuchen immer machen, entschieden wir uns noch einmal für einen Ortswechsel. Die Klientel war recht laut, und der Platz ziemlich bevölkert, zu viele Leute für unseren Geschmack. Außerdem gab es keine interessanten Wander-Optionen in der Nähe. Also machten wir uns wieder auf den Weg und waren schon bald wieder im deutschsprachigen Teil der Schweiz.


We briefly consulted our travel literature (carrying along books is one of the great advantages of traveling with an RV), and made the picturesque (is there any other kind in Switzerland?) valley of Lenk our temporary home for the next days. 

Nach kurzer Konsultation unserer Reiselektüre (das Mitführen richtiger Bücher ist ja im WoMo ganz einfach...) fuhren wir in das malerische (gibt es in der Schweiz andere als das?) Lenk-Tal und schlugen dort für die nächsten Tage unser Lager auf.


The quiet campground was located at the end of a cul-de-sac road. We felt a bit out of place with our huge RV but it wasn't at all busy and we had enough space for our mobile home.

Der ruhig gelegene Campingplatz lag am Ende der Straße in einer Sackgasse. Mit unserem überdimensionierten WoMo kamen uns hier ein wenig fehlplatziert vor, aber da wir fast die einzigen waren, gab es genug Platz für unsere weiße Ware.



< Kraftort > What does it mean?

The German concept behind the word Kraftort (literally: place of strength) is interpreted as a source of arcane powers in esoteric circles.

And the waterfall we were going to visit was considered such a place. The trailhead was conveniently located close to our campground, and next to another waterfall (of course!). The Simmen Falls.

Euch brauche ich ja das Wort Kraftort nicht erklären. Der Wasserfall, den wir besuchen wollten, war so ein Ort und der Wanderweg startete direkt bei unserem Campingplatz, natürlich in der Nähe eines weiteren Wasserfalls, der Simmenfälle.


For a short while we followed the gravel road, which leads to a trail close to the falls and the raging whitewater of the river Simme.

Wir folgten ein kurzes Stück dem Feldweg, welcher zu dem Wanderpfad an den Fällen und dem reißenden Wildbach Simme führte.


The path got narrow, and a bit slippery due to the spray and so we treaded on carefully while making good use of our walking sticks.

Der Weg wurde schmal und wegen der Gischt auch teilweise rutschig, also marschierten wir vorsichtig und nahmen unsere Wanderstöcke zur Hilfe.


The hike along the river was very pleasant and quite refreshing due to the occasional sprinkles of water. Vistas were already beautiful, and the best was still to come. On we went and reached a meadow where we stopped for a lunch break and I made acquaintance with a friendly native of the four legged kind.

Die Wanderung entlang des Gebirgsbaches gefiel uns richtig gut und war auch recht erfrischend, denn irgendwo erwischten uns immer wieder Wasserspritzer. Die Aussichten waren bereits toll, dabei lag das Beste noch vor uns. Wir gingen also weiter, bis wir zu einer Alm kamen, auf der wir Mittagspause einlegten und dabei Bekanntschaft mit einer freundlichen Eingeborenen auf vier Beinen machten.


How, now, brown cow!

Taking ourselves to the next level: Not for the faint of the heart was the mountaineering part. We hadn't exhausted ourselves yet, so we made it through (and back) without any incident, although there wasn't much to hold on to.

Und dann kam der schwierige Teil: wir mussten (fast) bergsteigen. Das war nichts für schwache Nerven. Gut das wir (noch) über die Kräfte verfügten, diesen Abschnitt ('rauf und wieder 'runter) ohne (Un-)Fall zu bewältigen, denn Absicherungen gab es nur gelegentlich.


And we found the special Kraftort, the mystic source of power and strength. The river we followed back to its source was fed by a Karst spring called Siebenbrunnen, the seven springs. Meltwater from an unseen glacier far away forces its way through the limestone and discharges out of an underground cave system into the meadow. We were tempted to throw ourselves into the refreshing waters. We lost our hiking boots and socks immediately, and had a rejuvenating hydrotherapy session in the ice-cold crystal clear liquid.

Und dann waren wir an diesem besonderen Kraftort angelangt. Der Fluss, dem wir bergauf gefolgt waren, entspringt einer Karstquelle namens Siebenbrunnen. In einiger Entfernung bahnt sich Gletscherwasser seinen Weg durch den Sandstein, fließt durch unterirdische Höhlensysteme und ergießt sich in dieses Hochtal. Wir waren versucht, uns in das kühle Nass zu werfen. Jedenfalls befreiten wir uns schnurstracks von Wanderschuhen und Socken und erlebten eine erfrischende Kneipp-Kur in der eiskalten und kristallklaren Flüssigkeit.



After this we were ready for the long way down. Oh my, this hike really had all we could ask for, grand views, waterfalls, mountains, fresh air, great weather, and bonus: The reward at the end of the hike refreshments awaited in form of a watering hole serving local produce and beverages during season (May to October).

Danach waren wir bereit für den langen Rückweg. Diese Wanderung war wirklich vom Feinsten: großartige Aussichten, Wasserfälle, Berge, fische Luft und Superwetter. Und als krönender Abschluss wartete ein kühles Erfrischungsgetränk in der Almwirtschaft auf uns, in der während der Saison von Mai bis Oktober lokale Leckereien angeboten werden.  



After returning to our RV the rest of the day was spent reading and relaxing. Meanwhile the sunset painted the valley and surrounding mountains in spectacular colours. Life is good, indeed!

Nachdem wir dann wieder am WoMo angekommen waren, verbrachten wir den Rest des Tages mit Lesen und Entspannung, und beobachteten, wie die untergehende Sonne das Tal und die umgebenden Berge in ein farbenfrohes Licht tauchte. Mann, haben wir es gut!