Beim Surfen im Internet entdeckt: ein Drohnen-Video von Paul Bennett über Port Moody.
In dem Gebäude bei 4:01 hatten wir im 9. Stock unsere Wohnung. Der Stadtteil, in dem wir von 2010 bis 2013 gelebt hatten, heißt Suter Brook. Hier ein Google Streetview Ausschnitt:
Und noch eins: Im Wedgewoods Komplex in Südwest Calgary wohnten wir von 2006 bis 2010, gefilmt wurde das Video von Robert Hamilton.
Unser Apartment lag mittig in dem Hufeisen-förmigen Gebäude rechts bei 0:13. Streetview zeigt hier die Einfahrt zu den Wohnhäusern:
Kurz nach unserer Immigration lebten wir von 2005 bis 2006 im Norden Calgary's im Stadtteil Hidden Valley. Hier ein Streetview Schnappschuss von unserem ersten Domizil.
We only get one run at life so might as well have fun on the way. (Geoff James)
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March 27, 2016
August 09, 2015
Die Westküste ruft!
“Nichts ist so beständig wie der Wandel”
Heraklit von Ephesus (etwa 540 - 480 v. Chr.)
Nach fünf Jahren in Alberta zogen wir im Frühjahr 2010 offiziell nach Britisch Kolumbien um, nach Port Moody, um genau zu sein, einem Vorort von Vancouver. Die Gründe waren vielfältig.
| 2010 Pitt Meadows |
In 2005 Alberta bot die besseren Einstiegs- und Verdienstchancen, und so wurde Calgary unsere erste Adresse in Kanada. Und Alberta war gut zu uns. Krankenversicherung vom ersten Tag an (nicht erst nach drei Monaten Wartezeit, wie in anderen Provinzen üblich), lukrative Arbeitsangebote und niedrige Steuern. Auch landschaftlich war Alberta ein Glücksgriff. Wir hatten die Rocky Mountains vor der Tür, die Prärie und die Badlands.
Warum sind wir also weiter gezogen?
Seit der Rezession in 2009 hatte sich viel verändert in der wohlhabenden Provinz. Die Arbeitssituation war unsicher geworden, Freunde waren weggezogen, der Arbeit hinterher, und unser soziales Netz bekam Löcher. Man konnte auch sagen, es war kälter geworden, und damit meinten wir nicht das Wetter. Auf der anderen Seite war BC immer unser großer Traum gewesen. Als dann auch noch für Sonja ein Jobangebot von der Westküste ins Haus flatterte, war es klar, dass wir den Sprung wagen wollten.
Die nächsten drei Jahre an der Westküste wurden traumhaft. Die Berge und der Ozean, der Regenwald, das Marschland, die Weingüter. Moderate Temperaturen mit vier echten Jahreszeiten. Motorradfahren, Kayak fahren, Wanderungen und überall Wasser: Seen, Flüsse, das Meer. Einmal angekommen, möchte man hier nicht mehr weg, denkt man.
Aber so einfach es für Sonja war, beruflich in BC Fuß zu fassen, so schwierig blieb es für Roland. Nur gut, dass er einen kulanten Arbeitgeber in Calgary hatte, der mit Homeoffice kein Problem hatte und ihn einfliegen ließ, wenn er vor Ort gebraucht wurde. Doch irgendwann wurde für ihn die Pendelei nervig und die lokale Arbeitssuche frustrierend. Das Homeoffice wurde zur sozialen Sackgasse, und schließlich brachten einsetzendes Heimweh und Sorge um den Gesundheitszustand der Mutter in 2013 den Stein zur Rückkehr nach Deutschland ins Rollen.
| 2012 Port Moody |
Wir haben uns nach kurzer Zeit der Eingewöhnung (nun, Sonja brauchte etwas länger...) beruflich und privat wieder etabliert, alte Kontakte wiederbelebt und neue geknüpft und genießen den Schwarzwald und die Nähe zur Familie. Motorradfahren macht auch hier viel Spaß und wir verbringen viel Zeit mit Laufen, Wandern und Fahrradfahren. Dennoch, selbst nach mehr als zwei Jahren zurück in Deutschland, vermissen wir manchmal Kanadas Weite und die Natur und das doch wesentlich entspanntere Arbeitsleben. Die Sehnsucht bleibt.
April 07, 2013
Während es in Port Moody regnet...
...ist in White Rock mal wieder bestes Wetter, zumindest trocken und zeitweilig sogar sonnig. Was so ein paar km (35) ausmachen können...
Sonja macht sich auf, ihre Freunde Cliff und Anna zu besuchen, nicht nur um dem Regen zu entfliehen, sondern auch um mal wieder Rezepte auszutauschen. Anna ist nämlich eine begnadete Köchin und eine leidenschaftliche Verfechterin gesunder (vegan, raw, vegetarisch) Küche.
Die Sonne lockt uns nach draußen, und aus einem kleinen Spaziergang wird irgendwie ein acht km Trip, mit wunderschönen Aussichten. Hier lässt es sich aushalten.
Unvermeidlich auch hier... Güterzüge, und trotzdem gilt Eigentum so dicht am Wasser als kaum bezahlbar.
Der Zugführer hat seinen Spass mit dem Signalhorn, und trotz der Geräuschkulissse springen ihm immer noch dusselige Fußgänger vor den Zugwagen. Ein Wunder, dass hier noch niemand ernsthaft verletzt wurde.
Das Pier wird gerade überholt und ist im Moment leider nicht vollständig begehbar.
Der weiße Stein links unten ist der White Rock und Namensgeber des Städtchens. Natürlich gibt es auch Film-Trivia zum Ort: Hier wurden Szenen zu den TV Serien X-Files and Psych gedreht.
Plötzlich schlägt das Wetter um, es weht ein böiger kalter Wind und der Himmel zieht sich zu. Eine halbe Stunde später hat uns der Regen auch hier erreicht. Nur gut, dass wir die Zeit für diesen schönen Spaziergang genutzt haben.
Sonja macht sich auf, ihre Freunde Cliff und Anna zu besuchen, nicht nur um dem Regen zu entfliehen, sondern auch um mal wieder Rezepte auszutauschen. Anna ist nämlich eine begnadete Köchin und eine leidenschaftliche Verfechterin gesunder (vegan, raw, vegetarisch) Küche.
Die Sonne lockt uns nach draußen, und aus einem kleinen Spaziergang wird irgendwie ein acht km Trip, mit wunderschönen Aussichten. Hier lässt es sich aushalten.
Unvermeidlich auch hier... Güterzüge, und trotzdem gilt Eigentum so dicht am Wasser als kaum bezahlbar.
Der Zugführer hat seinen Spass mit dem Signalhorn, und trotz der Geräuschkulissse springen ihm immer noch dusselige Fußgänger vor den Zugwagen. Ein Wunder, dass hier noch niemand ernsthaft verletzt wurde.
Das Pier wird gerade überholt und ist im Moment leider nicht vollständig begehbar.
Der weiße Stein links unten ist der White Rock und Namensgeber des Städtchens. Natürlich gibt es auch Film-Trivia zum Ort: Hier wurden Szenen zu den TV Serien X-Files and Psych gedreht.
Plötzlich schlägt das Wetter um, es weht ein böiger kalter Wind und der Himmel zieht sich zu. Eine halbe Stunde später hat uns der Regen auch hier erreicht. Nur gut, dass wir die Zeit für diesen schönen Spaziergang genutzt haben.
March 18, 2013
Kontraste in West Vancouver
Herausgelockt von den Sonnenstrahlen fahren wir gegen 11 Uhr morgens auf den Cypress Mountain. Die Aussicht auf die Stadt ist grandios und wir können bis nach Vancouver Island hinüber schauen.
Obwohl wir keine Schneehasen sind, erfreuen wir uns trotzdem an dem Kontrast zwischen der weißen Pracht und dem blauen Himmel.
Es war stellenweise noch glatt, aber unser treuer allradbetriebener Gefährte bleibt spursicher.
Die ersten Blumen haben sich bereits an die Oberfläche gekämpft, doch ein bißchen wärmer werden darf es bitte noch.
Wieder auf Höhe des Meeresspiegels angekommen schauen wir bei einem Kaffee dem Treiben an der Anlegestelle in der Horseshoe Bay zu.
Dann geht es weiter zum Whytecliff Park. Hier verweilen wir an unserer Lieblingsstelle.
Der Wind sorgt für unruhigen Wellengang und pfeift durch die Bäume, aber wir sitzen windgeschützt und lassen uns von der Sonne verwöhnen.
Anschließend zieht es uns zu der Strandpromenade von Dundarave Village. Hier sind wir dem Wind direkt ausgesetzt, der die Wellen an den Strand wirft.
Wo das Meer ist, da ist auch der Fischkopp nicht weit. Sonja kann von der Brise gar nicht genug bekommen.
Wir finden diesen kleinen Brunnen, der German Friendship Globe, welcher in 2004 von der Deutsch-Kanadischen Gemeinde gespendet wurde. Die Granitkugel wiegt etwa 2,5 Tonnen und 'schwimmt' auf einem Wasserfilm.
Natürlich macht diese ganze Herumlauferei rechtschaffen hungrig und so kehren wir im The Beachhouse am Pier ein. Natürlich gibt es Fisch, was auch sonst? Schließlich sind wir ja am Meer.
Obwohl wir keine Schneehasen sind, erfreuen wir uns trotzdem an dem Kontrast zwischen der weißen Pracht und dem blauen Himmel.
Es war stellenweise noch glatt, aber unser treuer allradbetriebener Gefährte bleibt spursicher.
Die ersten Blumen haben sich bereits an die Oberfläche gekämpft, doch ein bißchen wärmer werden darf es bitte noch.
Wieder auf Höhe des Meeresspiegels angekommen schauen wir bei einem Kaffee dem Treiben an der Anlegestelle in der Horseshoe Bay zu.
Dann geht es weiter zum Whytecliff Park. Hier verweilen wir an unserer Lieblingsstelle.
Der Wind sorgt für unruhigen Wellengang und pfeift durch die Bäume, aber wir sitzen windgeschützt und lassen uns von der Sonne verwöhnen.
Anschließend zieht es uns zu der Strandpromenade von Dundarave Village. Hier sind wir dem Wind direkt ausgesetzt, der die Wellen an den Strand wirft.
Wo das Meer ist, da ist auch der Fischkopp nicht weit. Sonja kann von der Brise gar nicht genug bekommen.
Wir finden diesen kleinen Brunnen, der German Friendship Globe, welcher in 2004 von der Deutsch-Kanadischen Gemeinde gespendet wurde. Die Granitkugel wiegt etwa 2,5 Tonnen und 'schwimmt' auf einem Wasserfilm.
Natürlich macht diese ganze Herumlauferei rechtschaffen hungrig und so kehren wir im The Beachhouse am Pier ein. Natürlich gibt es Fisch, was auch sonst? Schließlich sind wir ja am Meer.
February 03, 2013
Tage wie Dieser!
Da möchte man doch lautstark mit den Toten Hosen singen:
An Tagen wie diesen, wünscht man sich Unendlichkeit
An Tagen wie diesen, haben wir noch ewig Zeit
Wünsch ich mir Unendlichkeit
Nach dem Nebel kam die Sonne und brachte uns einen herrlichen Nachmittag mit zweistelligen Plusgraden.
Das Wasser war glasklar, und wir glaubten uns mit all den Seesternen, Muscheln, Korallen, Fischen und Seehunden in einem Aquarium. Nur, dass wir für die natürliche Pracht keinen Eintritt zahlen mussten. Harbour Seal
Links: normaler Seestern - Rechts: Sunflower Starfish
Der wie ein Alien anmaßende gelb-orangene Sonnenblumen-Seestern kommt laut Wiki nur in unseren Gefilden, den Pazifischen Gewässern von Kalifornien bis Alaska, vor. Diese Sorte kann Spannweiten bis zu einem Meter aufweisen und bewegt sich mit seinen bis zu 24 Armen recht flink (einen Meter pro Minute) von der Stelle.
Wir entdeckten die ersten Knospen und konnten es kaum glauben. Auch der Wald schien sich aus seinem Winterschlaf befreien zu wollen.
Die Sonne kämpfte noch mit den restlichen Nebelschwaden und brachte uns ein Schauspiel für die Augen.
Auf unserem Spaziergang begegneten uns Gleichgesinnte, die, wie wir, bei dem herrlichen Sonnenschein ebenso strahlende Gesichter hatten. Immer wieder gab es ein fröhliches "Hallo!" und "Ist das Wetter nicht wundervoll?" auf unserem Weg.
January 27, 2013
Eine Konservenfabrik mit Geschichte
Wir sind in Steveston (mal wieder), und es geht um den Fisch, bzw. die kommerzielle Fischerei, Verarbeitung und Vermarktung. Alles, was in der neuen Welt älter als fünfzig Jahre ist, wird als historisch bezeichnet, so kann die Fischkonservenfabrik, heute ein Museum, mit ihrer fast 120 jährigen Geschichte als richtig alt betrachtet werden.
Nachdem wir uns bei einem Spaziergang am Wasser kräftig haben durchpusten lassen, besuchen wir also die Gulf of Georgia Cannery.
Statt Eintrittskarte erhält man eine Stempelkarte, und so muss man für den Besuch der Anlage einstempeln, wie die Arbeiter damals.
Im Gebäude ist es kalt, wir finden es sogar kälter als draußen and der frischen Luft, und es riecht irgendwie... nach altem nassen Holz.
Die als "Monster"-Cannery bezeichnete Fabrik war mal die größte in British Columbia und hat zu ihrer besten Zeit über 2,5 Millionen Lachs-Konserven im Jahr abgepackt.
Die Produktionsstraße war fast schon voll automatisiert, jedoch wurde der Fisch von Hand ausgenommen und vorfiletiert, und auch das Abpacken der Konserven in Kartons wurde von Packern erledigt. Es war eine harte, schlecht bezahlte Arbeit, und wer machte die? Billige Immigranten oder Frauen natürlich.
In den Dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde die Fabrik geschlossen, jedoch für den zweiten Weltkrieg wieder geöffnet, um Soldaten mit proteinreichen Fischkonserven zu versorgen.
Die Cannery produzierte dann bis in die Siebziger Jahre weiter, wurde dann aber wegen veralteter Technologie und Unrentabilität still gelegt. Parks Canada kaufte dann Grundstück und Anlage und baute die Fabrik zu einem Museum um.
Es ist immer wieder interessant, einen Blick hinter die Kulissen verschiedener Industriezweige zu werfen und etwas über deren Auf- und Abstieg zu lernen. Wenn man an die früheren, oft rassistischen und diskriminierenden Arbeitsbedingungen denkt, müssen wir heute verdammt dankbar für unsere Schreibtischtäterjobs sein...
Nachdem wir uns bei einem Spaziergang am Wasser kräftig haben durchpusten lassen, besuchen wir also die Gulf of Georgia Cannery.
Statt Eintrittskarte erhält man eine Stempelkarte, und so muss man für den Besuch der Anlage einstempeln, wie die Arbeiter damals.
Im Gebäude ist es kalt, wir finden es sogar kälter als draußen and der frischen Luft, und es riecht irgendwie... nach altem nassen Holz.
Die als "Monster"-Cannery bezeichnete Fabrik war mal die größte in British Columbia und hat zu ihrer besten Zeit über 2,5 Millionen Lachs-Konserven im Jahr abgepackt.
Die Produktionsstraße war fast schon voll automatisiert, jedoch wurde der Fisch von Hand ausgenommen und vorfiletiert, und auch das Abpacken der Konserven in Kartons wurde von Packern erledigt. Es war eine harte, schlecht bezahlte Arbeit, und wer machte die? Billige Immigranten oder Frauen natürlich.
In den Dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde die Fabrik geschlossen, jedoch für den zweiten Weltkrieg wieder geöffnet, um Soldaten mit proteinreichen Fischkonserven zu versorgen.
Die Cannery produzierte dann bis in die Siebziger Jahre weiter, wurde dann aber wegen veralteter Technologie und Unrentabilität still gelegt. Parks Canada kaufte dann Grundstück und Anlage und baute die Fabrik zu einem Museum um.
Es ist immer wieder interessant, einen Blick hinter die Kulissen verschiedener Industriezweige zu werfen und etwas über deren Auf- und Abstieg zu lernen. Wenn man an die früheren, oft rassistischen und diskriminierenden Arbeitsbedingungen denkt, müssen wir heute verdammt dankbar für unsere Schreibtischtäterjobs sein...
Käpt'n Mager bei der "Arbeit".
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