February 24, 2017

The things we do for Breakfast: A morning hike at Castle Brook Falls (Burgbachfälle)


Feeling the previous day's hike still in our muscles and bones we wanted to take it easy the next day. I found a less challenging but yet interesting trail not too far away from home, and so we went, not without briefly stopping by the local bakery for breakfast goodies.

Starting from the parking lot in Schappbach we followed a paved road a few hundred meters before making our way into the woods. A gently sloped well groomed trail led us along the Burgbach (castle brook).

Wir spürten immer noch die Wanderung des Vortages in unseren Muskeln und Knochen, also wollten wir es am nächsten Tag leichter angehen. Ich entdeckte online einen wenig anstrengenden, aber trotzdem interessanten Wanderweg, nicht zu weit weg von zuhause, und so gingen wir vor dem Frühstück - mit einem Zwischenstopp beim Bäcker - los.

Vom Wanderparkplatz in Schappbach aus gingen wir zunächst an der Straße entlang ein paar hundert Meter den Berg 'rauf und schlugen uns dann in die Büsche, wo wir einem gut angelegten und gepflegten Wanderweg folgten. Der Burgbach plätscherte dabei schön vor sich hin.



Then there was, what a surprise, a(another) waterfall! Castle Brook falls 32 meter deep over a steep granite cliff, and is proclaimed as of the most beautiful and most accessible falls in the Black Forest. Funny, that we never heard of it before, and we have lived just around the corner for three years now. Note: The falls are best visited after snowmelt or heavy rainfalls.

Und ach, so eine Überraschung, (schon wieder) ein Wasserfall! Die Burgbachfälle stürzen 32 Meter tief eine Granitwand hinunter, und man sagt, sie wären die schönsten und vor allem, leicht zu erreichende Fälle. Komisch, jetzt leben wir schon drei Jahre hier und hatten noch nie von denen gehört. Auf jeden Fall sollte man diesen Ort nach der Schneeschmelze oder nach Regenfällen aufsuchen.


Alas, the man kept complaining about being cold, it was a bit nippy alright, but while he was almost ready to turn around, I merely suggested taking up the pace a little. I even dangled a (still warm) croissant in front of his nose in order to motivate him some more. But for some reason he was not amused. Come on, only a few more steps, honey. We made it, and breakfast with a view awaited in the little hut on the Castle Brook cliff.

Der Mann beschwerte sich, dass ihm kalt wäre und während er eigentlich schon umdrehen wollte, schlug ich vor, dass man sich doch einfach ein bisschen schneller bewegen könnte. Ich wedelte sogar mit einem (noch warmen) Croissant vor seiner Nase herum, um ihn zu motivieren. Irgendwie fand er das aber gar nicht lustig. Na los, nur noch die paar Stufen, mein Lieber. In der Wanderhütte mit Ausblick auf dem Burgbachfelsen gab es dann endlich Frühstück.


A happy camper hiker shortly after breakfast, ready to move on.
Ein zufriedener Wanderer, frisch gestärkt nach dem Frühstück ist nun bereit, weiter zu gehen.


***

Funny road-side attraction: a milk station to refill your glas bottles, and next to it a vending machine with local produce. Leave it to the Black Forest natives to make money on Sundays (when shops are supposed to be closed).

Fundstück: Eine Milchtankstelle, an der man eigene Flaschen "betanken" kann. Eine pfiffige Idee der Einheimischen, damit man auch am Sonntag etwas Frisches einkaufen kann, wenn die Geschäfte geschlossen haben.

February 20, 2017

Feeling a bit adventurous: The hidden (Zweribach) Falls

Southern Germany for sure isn't famous for its proximity to the coast or an ocean for that matter, but it has got something to offer that Northern Germany lacks in: waterfalls. And since we have already visited the usual suspects in the region several times we opted for one of the lesser known but no less spectacular falls named Zweribach falls.

Süddeutschland kann vielleicht nicht mit Küstennähe oder einem Ozean punkten, aber dafür gibt es etwas, dass man im hohen Norden vergeblich suchen wird: Wasserfälle. Die üblichen Verdächtigen der Region hatten wir ja schon mehrfach besucht, und so entschieden wir uns diesmal für einen der unbekannteren, aber nicht weniger spektakulären Fälle, die Zweribachfälle.


Our day started mildly at 8°C but with each mile getting closer to the Kandel Massif it was getting colder, and... white. But we had prepared for all kinds of weather. It was still early and the weekend warriors hadn't arrived yet so we swiftly conquered the short path to the peak to capture the view.

Wir starteten bei milden 8°C ins fünfzig Kilometer entfernte Kandel-Massiv, und je höher wir kamen, desto kälter wurde es, und weiß wurde es auch noch. Nur gut, dass wir für alle Fälle ausgerüstet waren. Wir machten einen kurzen Abstecher auf den Gipfel und genossen die Aussicht. Es war früh genug, der Wochenendansturm der Tagestouristen hatte noch nicht begonnen. 


We followed a small road over the elevated plateau to the Plattensee water reservoir, built in the early twenties of the previous century for power generation. It was still frozen, and the air was quite nippy. A few hundred meters later we had reached the protected forest. Instantly we felt the trees shielding us from the cold breeze.

Danach ging es auf dem Hochplateau weiter bis zum Plattensee (ja, auch Deutschland hat einen...). Beim örtlichen Namensvetter handelt es sich jedoch um einen kleinen Stausee für die Energiegewinnung, welcher seinerzeit in den Zwanzigern des vorigen Jahrhunderts angelegt worden war, und der war tatsächlich noch zugefroren. Auf dem Plateau ging eine steife Brise, so waren wir froh, nach wenigen hundert Metern in den Schutz des Bannwaldes einzutauchen.

It's all downhill from here

The way into the gorge was steep, alright but nothing we wouldn't be able to manage. A tree trunk obstructed the passage but we simply went around. Little did we know what else this trail had in store for us. The path became narrower and the slope became a little tricky, but nothing to worry about, there were steel ropes and guardrails to hold on to, while we were making our descent over frozen runnels.

Es ging steil bergab, aber noch ließ nichts darauf schließen, dass es diese Wanderung noch in sich haben würde. Ein umgefallener Baum versperrte uns den Pfad, so ist das nun mal im Bannwald, hier wird nichts aufgeräumt. Wir umgingen das hölzerne Hindernis. Das Gefälle wurde dann noch steiler, der Weg schmaler und felsiger, und wir tasteten uns vorsichtig über gefrorene Rinnsale weiter. Teilweise fanden wir ein Stahlseil oder Geländer vor, dass uns beim Abstieg behilflich war. 


We crossed a metal bridge and finally arrived at the falls just in time when the sun came around, and let the droplets sparkle in the light. What a beautiful sight! In front of us the vertical wall where the falls cascaded in three steps before vanishing into the hundred or more meter deep abyss behind us. A small sign informed about a terrible deadly climbing accident that happened here a few years ago, advising caution. Carefully we continued our trek, now following the trail through a moss covered bed of rubble. Where was that trail again?

Schließlich gelangten wir über eine Metallbrücke an die Wasserfälle. Was für ein Anblick. Gerade im richtigen Moment kam die Sonne über den Berg und ließ das Naß funkeln. In drei Stufen fällt das Wasser in die bodenlose Schlucht. Vor uns ragte die steile Karwand nach oben, hinter uns ging es bestimmt noch einmal hundert Meter steil in den Abgrund. Ein kleines Schild weist darauf hin, dass es hier schon einmal einen Absturz mit tödlichem Ausgang gegeben hat. Es mahnt zur Vorsicht, und so folgten wir gedankenvoll dem Trampelpfad durch ein vermoostes Geröllfeld. Der Weg war kaum noch als solcher erkennbar.


A short while later we arrived at a clearing where once an old farm house stood, alas, it had burned down in the Eighties. Today only a little chapel, and a hut for hikers and picknickers remain.

Dann erreichten wir eine Lichtung, auf der mal ein Einsiedlerhof gestanden hat, welcher in den achtziger Jahren leider abgebrannt war. Nur die kleine Bauernkapelle steht noch, und eine Schutzhütte mit Picknickplatz.


Again we encountered a fallen tree. This time we had to climb over, there was no way around. Another accident had happened here not too long ago. By then we became a little nervous about the hike. At the Hirschbach Falls we reached the lowest point of our descent, from now on it was all the way back up again by means of what? Climbing? We are too old for this sh!t! But with mutual (moral) support we managed to conquer this specific challenge. It was as steep and slippery as the opposite side of the canyon. We stumbled our way out of there, out into the light, into the... snow.

Wieder galt es, einen umgestürzten Baum zu überwinden. Diesmal mussten wir hinüber klettern. Auch hier hat es schon einmal einen Unfall gegeben, und wir wurden doch ein wenig nervös bezüglich unserer Wanderroute. An den Hirschbachfällen hatten wir dann den tiefsten Punkt unserer Wanderung erreicht und mussten das nächste Stück... was? Klettern? Wir sind zu alt für den Schei...! Mit gegenseitiger - vor allem moralischer - Unterstützung konnten wir aber auch diese Herausforderung überwinden. Und dann ging es genauso steil und stolperig auf der anderen Seite der Schlucht ans Licht... und zurück in den Schnee. 


The next hour it was trudging through deep snow, boy, was that strenuous. But we had a snack break coming up. Nothing tastes better than homemade sandwiches, an apple and a mug of tea after a physically demanding exercise. After feasting on our provisions the last stretch was a piece of cake, we headed back across the plateau, and back to where we started.

Die nächste Stunde verbrachten wir dann mit dem Stapfen durch den Tiefschnee. Das war anstrengend! Endlich gönnten wir uns eine wohlverdiente Vesper-Pause. Die mitgebrachten Stullen, die Apfelspalten und der noch heiße Tee schmeckten nach so einer Anstrengung noch mal so gut. Danach konnten wir frisch gestärkt den Rest des Rundwegs antreten. Zum Schluss ging es dann quer über die Platte, wie die Hochebene genannt wird, und wieder an unseren Ausgangspunkt zurück.

February 17, 2017

The American oak and a brief lesson in history


Who would have thought that a mere Sunday walk in the woods would turn out to become a major lesson in history. On a gloomy morning we ventured out into the wetlands along the big river (Rhine) in order to get my need for water fixed. It was was cold and wet, and we were glad to have put on appropriate footgear, as occasionally our boots would sink ankle-deep into the mud.

Wer hätte gedacht, dass aus einem Sonntagsausflug in die Wälder eine Lektion in Geschichte werden würde. An einem trüben Morgen machten wir uns auf in die Rheinauen, damit ich mal wieder meine Sehnsucht nach Wasser stillen konnte. Es war kalt und nass, und wir waren froh, das richtige Schuhwerk angezogen zu haben, denn gelegentlich sanken wir bis zu den Knöcheln im Schlamm ein.


We had water around alright: puddles and creeks, ponds and streams. At one point we spotted a rather inconspicuous sign introducing us to the American Oak. This very tree had been planted here in reminiscence of a former landing, where barges would take Black Forest emigrants to the promised land that was America. Many locals must have left the country in the early 19th century, but why? I became curious with regards to their motivation, and as soon as I got back home I did some research... the internet is an awesome tool for this.

Tatsächlich wurde hier viel Wasser geboten: es gab Pfützen und Bäche, Teiche und Flüsse. Schließlich entdeckten wir am Wegesrand ein eher unscheinbares Schild, welches uns die Amerikaner Eiche vorstellte. Früher gab es hier eine Anlegestelle für die Binnenschifffahrt. Der Baum wurde in Erinnerung an frühere Schwarzwälder Migranten gepflanzt, die im frühen 19. Jahrhundert ihre Heimat verließen, um das gelobte Land - Amerika - zu finden. Ich wurde neugierig. Sobald ich wieder zuhause angekommen war, stellte ich ein paar Nachforschungen an... das Internet ist richtig gut für so etwas.


In a nutshell: Napoleon and the Coalition War was just about over, and a new German confederation had been formed. The war had left people already struggling with their lives. And then there was the year without a summer. A huge volcanic eruption on the opposite side of the earth became famous for stealing the sun in 1816. The ashes of the Tambora in Indonesia caused a global cooling that was felt all over the world, which should become the coldest ever summer in weather recording. For months on end Europe had been covered under thick layers of clouds. Torrential rains and heavy hail storms led to flooding. Crops were destroyed, and famine and social unrest threatened the newfound peace in the region. People fled the country out of sheer desperation, and afraid to die of starvation. Lured in by human traffickers and false prophets they left by the thousands, wanting to believe that a better world was waiting for them with open arms, with warmer weather and greener pastures: The American Dream was born here, and elsewhere. (Sounds somewhat familiar, doesn't it?)

Today no remains or ruins can be found. The landing has long rotten away. Instead an American oak tree, and a humble sign remind of the history and tragedy caused by a geological event far away...

Zusammengefasst: Die Napoleonischen Kriege waren gerade vorbei und der deutsche Bund frisch gegründet. Die langen Kämpfe hatten die Menschen ausgelaugt und das Leben war schwer genug. Und dann kam auch noch das Jahr ohne Sommer. Im Jahr 1816 wurde ein Vulkanausbruch auf der anderen Seite der Welt dafür berühmt, die Sonne gestohlen zu haben. Die Asche des Tambora in Indonesien hatte eine globale Abkühlung gebracht, die rund um den Globus zu spüren war. Dieser Sommer ging als kältester Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in die meteorologische Geschichte ein. Für viele Monate war Europa von dichten Wolken bedeckt. Sintflutartige Regenfälle und schwere Hagelstürme zerstörten die Ernten, Hungersnöte und soziale Unruhen bedrohten den erst kürzlich geschlossenen Frieden in der Region. Die Menschen flüchteten aus Verzweiflung, in der Angst, verhungern zu müssen. Verführt von Menschenhändlern und falschen Propheten verließen sie zu tausenden das Land in der Hoffnung, dass auf der anderen Seite des Ozeans das Gras grüner und die Sonne wärmer sein würde. So wurde hier und anderswo der Amerikanische Traum geboren. (Kommt einem irgendwie bekannt vor, oder?)

Heute sind nicht einmal mehr Überreste oder Ruinen zu finden. Die Anlegestelle ist schon lange weg gerottet. Stattdessen erinnert nur eine amerikanische Eiche und ein einfaches Schild an die Geschichte und Tragödie, die seinerzeit von einer Naturkatastrophe weit weg ausgelöst wurde.


On a side note, 1816 also marks the year that Mary Shelley, confined to indoors in cold and rainy Switzerland, wrote her famous novel Frankenstein.

Nebenbei, 1816 war auch das Jahr, in dem Mary Shelley ihren berühmten Roman Frankenstein schrieb, als sie in der kalten, verregneten Schweiz fest saß.