We only get one run at life so might as well have fun on the way. (Geoff James)
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February 04, 2019
Da wiehert er wieder: Der deutsche Amtsschimmel
Zur Erinnerung: Der kanadische Expat beantragt die Erneuerung des kanadischen Reisepasses online, druckt die Unterlagen aus, legt biometrische Passbilder und den alten Pass dazu und sendet das Ganze mit der Post zum zuständigen Konsulat. Nach (nicht einmal) drei Wochen kommt der neue Pass per Post ins Haus.
Zur Beantragung des deutschen Reisepasses begibt man sich zur Passbehörde des aktuellen Hauptwohnsitzes (in unserem Falle das örtliche Bürgerbüro). Dort wird der Antrag am PC ausgefüllt (hätten wir eigentlich auch selber machen können, s.o.). Dann werden (wieder mal?) biometrische Fingerabdrücke abgenommen (was ist aus den letzten geworden?). Danach wird festgestellt, dass der Antrag erst abgeschickt werden kann, wenn anhand der Beibehaltungsurkunde festgestellt wurde, dass man ein(e) legale(r) Doppel-Staatsbürger(in) ist. Häh? Diese Prüfung wurde doch bereits bei der Rückwanderung durchgeführt. Ja, aber: Nicht bei diesem Amt! Also gut, nochmal nach Hause und mit der Urkunde wieder zurück, damit eine Kopie (!?!) zu den Akten gelegt werden kann. Müsste der Doppelstaatsbürger-Status nicht bereits irgendwo in den Personaldaten vermerkt sein? Das muss man nicht verstehen. Die Lieferzeit soll etwa vier bis sechs Wochen betragen, und selbstverständlich muss der Ausweis dann persönlich (oder durch einen Bevollmächtigten) im Bürgerbüro abgeholt werden.
Und die Moral von der Geschicht': Niemals das Dokument zur Genehmigung der Beibehaltung der deutschen Staatsangehörigkeit wegwerfen. Der deutsche Amtsschimmel benötigt es noch.
January 21, 2019
Es ist dunkel und wir tragen Sonnenbrillen
Die meisten unserer Generation werden sich an das berühmte Zitat und der darauf folgenden besten Verfolgungsjagd und Materialschlacht aller Zeiten aus dem Kultfilm Blues Brothers erinnern.
"Es sind 106 Meilen nach Chicago, wir haben genug Benzin im Tank, 'n halbes Päckchen Zigaretten, es ist dunkel, und wir tragen Sonnenbrillen!"
- Elwood Blues -
Wir sind zwar nicht auf der Flucht, aber:
Es sind 5.200 km über den Teich nach Halifax, wir haben kanadische Pässe, Sehnsucht nach unserer zweiten Heimat und fahren einen Bulli in rot-weiß.
Und damit war das Projekt Auszeit oder neu-deutsch: Sabbatical, geboren.
Eine Faustregel besagt, dass man etwa die doppelte Zeit dessen in die Planung stecken sollte, die man sich für dieses Vorhaben nehmen will und so beginnt es:
1. Wir stecken schon einmal den Zeitrahmen fest, damit können wir dann auch das Ansparmodell für den temporären Ausstieg (Zeit und/oder Gehalt) berechnen.
2. Wir stimmen schon mal den Chef und die Kollegen auf das Thema ein und vereinbaren einen Termin mit der Personalabteilung.
3. Alle Projekte beginnen mit dem Anlegen einer Checkliste. Die Überschrift dazu steht schon mal:
"Es sind 106 Meilen nach Chicago, wir haben genug Benzin im Tank, 'n halbes Päckchen Zigaretten, es ist dunkel, und wir tragen Sonnenbrillen!"
- Elwood Blues -
Wir sind zwar nicht auf der Flucht, aber:
Es sind 5.200 km über den Teich nach Halifax, wir haben kanadische Pässe, Sehnsucht nach unserer zweiten Heimat und fahren einen Bulli in rot-weiß.
Und damit war das Projekt Auszeit oder neu-deutsch: Sabbatical, geboren.
Eine Faustregel besagt, dass man etwa die doppelte Zeit dessen in die Planung stecken sollte, die man sich für dieses Vorhaben nehmen will und so beginnt es:
1. Wir stecken schon einmal den Zeitrahmen fest, damit können wir dann auch das Ansparmodell für den temporären Ausstieg (Zeit und/oder Gehalt) berechnen.
2. Wir stimmen schon mal den Chef und die Kollegen auf das Thema ein und vereinbaren einen Termin mit der Personalabteilung.
3. Alle Projekte beginnen mit dem Anlegen einer Checkliste. Die Überschrift dazu steht schon mal:
Auszeit Kanada 2021
September 18, 2017
Kanada ist überall
Neulich habe ich beim Wandern einen kanadischen Einwanderer entdeckt: Tsuga Canadensis, die kanadische Hemlocktanne. Etwa Mitte des 18. Jahrhunderts wurde dieser Baum in Europa eingeführt und scheint sich hier recht wohl zu fühlen. In Ruhe gelassen kann er bis 1.000 Jahre alt werden.
June 05, 2017
Surreale Bilder aus Alberta
Nordwestlich von Alberta, nicht weit weg von Calgary, gab es am 2. Juni 2017 einen Tornado.
Passiert ist dankenswerterweise nicht viel, und wie seinerzeit beim Erdbeben vor Vancouver, wurde in den sozialen und ausländischen Medien schon darüber berichtet, lange bevor die kanadischen Behörden und Nachrichtensender "wach" wurden.
Passiert ist dankenswerterweise nicht viel, und wie seinerzeit beim Erdbeben vor Vancouver, wurde in den sozialen und ausländischen Medien schon darüber berichtet, lange bevor die kanadischen Behörden und Nachrichtensender "wach" wurden.
May 30, 2017
Lang ist's her...
Zehn Jahre ist es nun her, dass dieser Artikel in der Kölnischen Rundschau erschien, damals waren wir gerade zwei Jahre in Kanada... seitdem ist viel Wasser den Bow River hinunter geflossen.
| yee-haw! |
May 14, 2017
Träume, Wünsche, Pläne
Nachtrag im Mai 2017: Es bleibt wohl erstmal nur bei Träumen und Wünschen, irgendwie ist das mit der Planung schwieriger als gedacht... (Aber das Jahr ist ja noch nicht vorbei.)
Eintrag vom November 2016: Kanada ruft! Im nächsten Jahr wird unsere zweite Heimat 150 Jahre alt. Das wollen wir zum Anlass nehmen, mal wieder bei Freunden und Ex-Kollegen in Calgary vorbei zu schauen, ***
October 23, 2016
Wir konnte es nur dazu kommen? Meilensteine von der Auswanderung bis zur Rückwanderung auf einen Blick
Manche (inklusive unserer Familienmitglieder und Freunde) fragen immer noch und immer wieder, wie es seinerzeit überhaupt zu der "Schnapsidee" Auswanderung kommen konnte und was danach so passierte. Also haben wir für alle, die es interessieren mag, noch einmal auf einen Blick die wichtigen Ereignisse unserer Kanada-Immigration bis zur Rückkehr nach Deutschland zusammen getragen.
1995_09 Roland erkundet den Westen mit dem Wohnmobil.
1996_09 Roland bereist den Osten, ebenfalls im Camper.
Irgendwann besorgt er sich eines der damals wenigen Auswanderer-Handbücher.
1998_06 Sonja erfährt mit Freundin Birgitt im Juni die Provinzen Ontario und Quebec.
1998_07 Roland besucht mit Freund Frank die Stadt Toronto.
1999_10 Unsere erste gemeinsame Kanada-Reise führt nach Montreal.
2002_06 Zusammen geht es im WoMo von Calgary nach Vancouver.
2003_09 Wieder sind wir in Alberta und British Columbia unterwegs.
Inzwischen wird die Passmarke für die Immigration auf 67 Punkte herab gesenkt.
2003_10 Der IELTS Sprachtest ist bestanden und die Bewerbung auf Permanent Residence abgeschickt.
2003_11 Wir erhalten eine File-Nr.
2004_06 Urlaubszeit: Bei dieser Camper-Reise stehen Yukon und Alaska auf dem Programm.
2004_07 Medizinische Untersuchung
2004_09 Weil es so schön ist, geht es noch einmal mit Freundin Birgitt in BC auf Tour.
2004_10 Wir senden die Pässe an die kanadische Botschaft und erhalten diese kurz darauf mit dem Einwanderungs-Visa zurück. Darauf hin kündigen wir unsere Jobs und beginnen mit der Haushaltsauflösung.
2005_01 Der One-Way Flug nach Calgary ist gebucht.
2005_02 Wir haben einen Mietvertrag für ein Haus unterschrieben.
2005_03 Unser Umzugsgut wird verladen.
2005_04 Unsere Webseite geht online.
Am 14. April 2005 ist unser letzter Arbeitstag.
+++ +++ +++
Am 18. April 2005 wandern wir als Permanent Residents (PR) nach Kanada ein.
Am 19. April erledigen wir die erforderlichen Behördengänge und beantragen unsere Sozialversicherungsnummern (SIN), melden uns bei der Krankenversicherung an, eröffnen ein Bankkonto, tauschen die Führerscheine um, bestellen Internetanschluss und besorgen uns Mobiltelefone. Und das alles an einem Tag. In Deutschland... unmöglich!!!
Am 14. Mai wird unser Umzugsgut angeliefert.
Am 18. Mai erhalten wir unsere PR-Cards und die kanadischen Führerscheine.
Am 20. Mai ist die SIN Karte inzwischen auch eingetroffen.
Seit 11. Juli arbeitet Sonja wieder.
Seit 2. August arbeitet auch Roland wieder.
Am 8. Oktober unterschreiben wir den Kaufvertrag für eine Eigentumswohnung (geplante Fertigstellung ist September 2006).
2006_07 Wir ziehen bereits in unser neues Heim.
2008_09 Urlaub im Osten Kanadas: Nova Scotia, Newfoundland, PEI, New Brunswick
2008_10 Ein neuer Job für Sonja
2008_12 Beantragung eines neuen deutschen Reisepasses bei der dt. Botschaft in Vancouver
2009_04 Von der Rezession erwischt: Sonja wird zum ersten Mal in ihrem Leben arbeitslos.
2009_06 Antrag auf Beibehaltung der deutschen Staatsbürgerschaft
2009_11 Erhalt der Beibehaltungsurkunden, Antrag auf Erneuerung der PR und Antrag auf kanadische Staatsbürgerschaft, Sonja hat eine neue Arbeitsstelle.
2009_12 Sonjas Job führt sie temporär nach Winnipeg, Manitoba.
2010_03 Wieder ein neuer Auftrag für Sonja, diesmal in Burnaby, BC. Die neuen PR Ausweise sind angekommen.
2010_05 Wir ziehen nach Port Moody, Roland bleibt aber bei seinem Arbeitgeber und pendelt regelmäßig zwischen Westküste und Prärie hin und her.
2011_01 Kauf einer Eigentumswohnung in Port Moody
Am 3. Februar 2011 werden wir Kanadier!
Am 22. Februar erhalten wir unsere kanadischen Reisepässe.
Am 2. Mai dürfen wir zum ersten Mal in Kanada wählen.
2012_12 Aus familiären Gründen entscheiden wir uns für eine Rückkehr nach Deutschland.
+++ +++ +++
2013_03 Unser Umzugsgut ist Richtung Deutschland unterwegs.
2013_06 Wir ziehen in den Schwarzwald.
2015_09 Sonjas Motorrad-Rundreise durch den Osten Kanadas
2016_03 Sonjas neuer kanadischer Reisepass hat nun eine Gültigkeit von 10 Jahren.
1995_09 Roland erkundet den Westen mit dem Wohnmobil.
1996_09 Roland bereist den Osten, ebenfalls im Camper.
Irgendwann besorgt er sich eines der damals wenigen Auswanderer-Handbücher.
1998_06 Sonja erfährt mit Freundin Birgitt im Juni die Provinzen Ontario und Quebec.
1998_07 Roland besucht mit Freund Frank die Stadt Toronto.
1999_10 Unsere erste gemeinsame Kanada-Reise führt nach Montreal.
2002_06 Zusammen geht es im WoMo von Calgary nach Vancouver.
2003_09 Wieder sind wir in Alberta und British Columbia unterwegs.
Inzwischen wird die Passmarke für die Immigration auf 67 Punkte herab gesenkt.
2003_10 Der IELTS Sprachtest ist bestanden und die Bewerbung auf Permanent Residence abgeschickt.
2003_11 Wir erhalten eine File-Nr.
2004_06 Urlaubszeit: Bei dieser Camper-Reise stehen Yukon und Alaska auf dem Programm.
2004_07 Medizinische Untersuchung
2004_09 Weil es so schön ist, geht es noch einmal mit Freundin Birgitt in BC auf Tour.
2004_10 Wir senden die Pässe an die kanadische Botschaft und erhalten diese kurz darauf mit dem Einwanderungs-Visa zurück. Darauf hin kündigen wir unsere Jobs und beginnen mit der Haushaltsauflösung.
2005_01 Der One-Way Flug nach Calgary ist gebucht.
2005_02 Wir haben einen Mietvertrag für ein Haus unterschrieben.
2005_03 Unser Umzugsgut wird verladen.
2005_04 Unsere Webseite geht online.
Am 14. April 2005 ist unser letzter Arbeitstag.
+++ +++ +++
Am 18. April 2005 wandern wir als Permanent Residents (PR) nach Kanada ein.
Am 19. April erledigen wir die erforderlichen Behördengänge und beantragen unsere Sozialversicherungsnummern (SIN), melden uns bei der Krankenversicherung an, eröffnen ein Bankkonto, tauschen die Führerscheine um, bestellen Internetanschluss und besorgen uns Mobiltelefone. Und das alles an einem Tag. In Deutschland... unmöglich!!!
Am 14. Mai wird unser Umzugsgut angeliefert.
Am 18. Mai erhalten wir unsere PR-Cards und die kanadischen Führerscheine.
Am 20. Mai ist die SIN Karte inzwischen auch eingetroffen.
Seit 11. Juli arbeitet Sonja wieder.
Seit 2. August arbeitet auch Roland wieder.
Am 8. Oktober unterschreiben wir den Kaufvertrag für eine Eigentumswohnung (geplante Fertigstellung ist September 2006).
2006_07 Wir ziehen bereits in unser neues Heim.
2008_09 Urlaub im Osten Kanadas: Nova Scotia, Newfoundland, PEI, New Brunswick
2008_10 Ein neuer Job für Sonja
2008_12 Beantragung eines neuen deutschen Reisepasses bei der dt. Botschaft in Vancouver
2009_04 Von der Rezession erwischt: Sonja wird zum ersten Mal in ihrem Leben arbeitslos.
2009_06 Antrag auf Beibehaltung der deutschen Staatsbürgerschaft
2009_11 Erhalt der Beibehaltungsurkunden, Antrag auf Erneuerung der PR und Antrag auf kanadische Staatsbürgerschaft, Sonja hat eine neue Arbeitsstelle.
2009_12 Sonjas Job führt sie temporär nach Winnipeg, Manitoba.
2010_03 Wieder ein neuer Auftrag für Sonja, diesmal in Burnaby, BC. Die neuen PR Ausweise sind angekommen.
2010_05 Wir ziehen nach Port Moody, Roland bleibt aber bei seinem Arbeitgeber und pendelt regelmäßig zwischen Westküste und Prärie hin und her.
2011_01 Kauf einer Eigentumswohnung in Port Moody
Am 3. Februar 2011 werden wir Kanadier!
Am 22. Februar erhalten wir unsere kanadischen Reisepässe.
Am 2. Mai dürfen wir zum ersten Mal in Kanada wählen.
2012_12 Aus familiären Gründen entscheiden wir uns für eine Rückkehr nach Deutschland.
+++ +++ +++
2013_03 Unser Umzugsgut ist Richtung Deutschland unterwegs.
2013_06 Wir ziehen in den Schwarzwald.
2015_09 Sonjas Motorrad-Rundreise durch den Osten Kanadas
2016_03 Sonjas neuer kanadischer Reisepass hat nun eine Gültigkeit von 10 Jahren.
October 04, 2016
Eine Reise-Vlog Empfehlung: Wir sind VEG
Der sympathische Vlog enthält neben Reiseberichten auch immer wieder Tipps und Informationen für potentielle Nachahmer. Von mir gibt es jedenfalls dafür zwei Daumen hoch und ich hoffe, dass die beiden noch viel Spaß in unserer zweiten Heimat haben werden.
August 27, 2016
Illegale Einwanderung nach Kanada
Neulich in der Online-Tagesschau: KLICK
Hier die BBC Nachricht.
Hunderte von amerikanischen "boat people" oder besser "float people" waren auf dem St. Clair River aufgrund starker Winde und Strömungen Richtung Sarnia an der kanadischen Seite angespült worden und wurden damit unfreiwillig zu illegalen Einwanderern ohne Ausweispapiere (und Kleidung...).
![]() |
| Screenshot: CBC News |
Wie die Kanadier nun mal sind, wurden sie aufgesammelt, freundlich willkommen geheißen, in warme Decken gepackt, verpflegt und mit gecharterten Bussen wieder nach Hause gebracht.
Da diese Aktion neben einer Menge Spott ("...baut eine Mauer und lasst die USA bezahlen..." u.ä.) auch für Kosten gesorgt hatte, wurde von den Amerikanern spontan auf gofundme eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Der Betrag soll dann dem Bürgermeister von Sarnia zur weiteren karitativen Verwendung übergeben werden.
Eine erfrischende Sommerloch Nachricht zwischen all den ernsten Themen der Berichterstattung.
(Kleines Jubiläum am Rande: Das war Blog Posting Nr. 1000)
(Kleines Jubiläum am Rande: Das war Blog Posting Nr. 1000)
April 18, 2016
Jenseits von Kanada
Sollten die Protagonisten dieses Blogs mal einen Roman schreiben wollen, würde er (frei nach dem Roman Jenseits von Afrika) sicherlich so beginnen...
"Wir hatten einen Platz in Kanada, am Fuße des Adlerbergs, am Ende des Burrard Inlets..."
Alle Jahre wieder feiern wir unser Immigrations-Jubiläum: am 18. April 2005 landeten wir mit Permanent Residence Status und 27 Kisten unseres alten Lebens im Gefolge in Calgary, Alberta.
Fünf Jahre verbrachten wir dort, wohnten zunächst im Nordosten und zogen dann in den Südwesten der Stadt um, bevor wir im Frühjahr 2010 nach Port Moody, British Columbia umsiedelten.
Wir fanden schnell Arbeit und neue Freunde, erlebten die Schönheit der Berge, der Prärie und der wilden Westküste. Seit Februar 2011 sind wir kanadische Staatsbürger.
Im Mai 2013 bewogen uns familiäre Gründe, nach Deutschland zurück zu kehren, und so ließen wir uns, der Arbeit wegen, im südwestlichen Baden-Württemberg nieder. Nebenbei kam der Schwarzwald sowohl landschaftlich als auch geografisch unseren Vorstellungen von einem Neubeginn in der alten Heimat entgegen.
Nun leben wir schon wieder drei Jahre in Deutschland, zurück im Kreis der Familie und alter Freunde, zurück im deutschen Alltag.
Rückblickend fiel uns im Vergleich zur Anpassung an das Leben in Kanada die Rückwanderung ungleich schwerer. Besonders Sonja litt unter dem Phänomen Reverse Culture Shock (Eigenkulturschock). Uns fehlt die unendliche Weite, das Meer und... natürlich unsere Million-Dollar Aussicht!
Auf der anderen Seite des Ozeans hatten wir (gefühlt) mehr Freiheit, weniger Bürokratie, ein entspanntes Arbeitsleben. Wir waren nicht die "Zugereisten", sondern ein Teil des Multi-Kulti.
Grund genug, eines Tages nach Kanada zurück zu kehren? Oft werden wir genau dieses gefragt. Diese Frage ist nicht so einfach mit ja oder nein zu beantworten. Denn was wir dort aufgegeben haben, werden wir so nicht mehr vorfinden: Unsere schöne Wohnung mit Ausblick ist verkauft, ein Teil unserer Freunde inzwischen weiter gezogen und die Arbeitsmarktsituation derzeit eine andere. Das Thema Alter und Gesundheit lassen wir dabei mal beiseite, denn das wäre derzeit (noch) kein Hinderungsgrund.
"Wir hatten einen Platz in Kanada, am Fuße des Adlerbergs, am Ende des Burrard Inlets..."
| Rocky Point Park, Port Moody, BC |
Alle Jahre wieder feiern wir unser Immigrations-Jubiläum: am 18. April 2005 landeten wir mit Permanent Residence Status und 27 Kisten unseres alten Lebens im Gefolge in Calgary, Alberta.
Fünf Jahre verbrachten wir dort, wohnten zunächst im Nordosten und zogen dann in den Südwesten der Stadt um, bevor wir im Frühjahr 2010 nach Port Moody, British Columbia umsiedelten.
Wir fanden schnell Arbeit und neue Freunde, erlebten die Schönheit der Berge, der Prärie und der wilden Westküste. Seit Februar 2011 sind wir kanadische Staatsbürger.
| So sehen Kanadier aus! |
Nun leben wir schon wieder drei Jahre in Deutschland, zurück im Kreis der Familie und alter Freunde, zurück im deutschen Alltag.
Rückblickend fiel uns im Vergleich zur Anpassung an das Leben in Kanada die Rückwanderung ungleich schwerer. Besonders Sonja litt unter dem Phänomen Reverse Culture Shock (Eigenkulturschock). Uns fehlt die unendliche Weite, das Meer und... natürlich unsere Million-Dollar Aussicht!
Auf der anderen Seite des Ozeans hatten wir (gefühlt) mehr Freiheit, weniger Bürokratie, ein entspanntes Arbeitsleben. Wir waren nicht die "Zugereisten", sondern ein Teil des Multi-Kulti.
Grund genug, eines Tages nach Kanada zurück zu kehren? Oft werden wir genau dieses gefragt. Diese Frage ist nicht so einfach mit ja oder nein zu beantworten. Denn was wir dort aufgegeben haben, werden wir so nicht mehr vorfinden: Unsere schöne Wohnung mit Ausblick ist verkauft, ein Teil unserer Freunde inzwischen weiter gezogen und die Arbeitsmarktsituation derzeit eine andere. Das Thema Alter und Gesundheit lassen wir dabei mal beiseite, denn das wäre derzeit (noch) kein Hinderungsgrund.
| Typisch deutsch: Im Jack Wolfskin Outfit! |
Also sagen wir mal so: Es ist auf jeden Fall ein gutes Gefühl, dass wir als Deutsch-Kanadier jederzeit in das Land unserer Träume zurück kehren dürfen.
April 02, 2016
Warum auswandern? Hier ist es doch schön...
... fragt uns so manche(r) eingeborene SchwarzwälderIn immer wieder. Und richtig, diese Ecke Deutschlands ist wirklich wunderschön, für viele andere sogar ein Grund, hier Urlaub zu machen.
Da wir das Land ein paar Mal bereits ein paar Mal besucht hatten, wussten wir ja größtenteils, auf was wir uns einließen. Auch sprachen wir ganz gut Englisch und fühlten uns dank Ausbildung und Berufserfahrung ausreichend für den kanadischen Arbeitsmarkt vorbereitet.
Dabei half uns das Internet nicht nur bei der ganzen Recherche rund um die Immigration, sondern auch beim Aufbau eines neuen sozialen Umfeldes. Letztendlich hatten wir eine ganze Menge Glück: Der Arbeitsmarkt boomte gerade und wir fanden großartige Arbeitgeber. Und so wurde das Projekt Auswanderung für uns ein voller Erfolg und unser neues Lebensmotto: Life is good!
Als wir uns 2003 entschlossen hatten, nach Kanada umzuziehen, und dieses 2005 in die Tat umsetzten, verließen wir das Land ja nicht, weil in Deutschland alles so schrecklich war, sondern weil uns die Neugier und die Liebe zu unserem Urlaubsland Kanada magnetisch angezogen hat, so wie auch der Schwarzwald immer wieder Menschen aus anderen Teilen Deutschlands (und der Welt) anlockt.
Aus dieser Motivation heraus hatten wir - für den Deutschen an sich fast undenkbar - im Oktober 2004 unsere unbefristeten (!) Arbeitsverhältnisse aufgekündigt, Wohnung und Hausstand verkauft und waren auf zu neuen Ufern (bzw. Bergen) gezogen.
Dabei half uns das Internet nicht nur bei der ganzen Recherche rund um die Immigration, sondern auch beim Aufbau eines neuen sozialen Umfeldes. Letztendlich hatten wir eine ganze Menge Glück: Der Arbeitsmarkt boomte gerade und wir fanden großartige Arbeitgeber. Und so wurde das Projekt Auswanderung für uns ein voller Erfolg und unser neues Lebensmotto: Life is good!
March 27, 2016
Wo wir einst zu Hause waren
Beim Surfen im Internet entdeckt: ein Drohnen-Video von Paul Bennett über Port Moody.
In dem Gebäude bei 4:01 hatten wir im 9. Stock unsere Wohnung. Der Stadtteil, in dem wir von 2010 bis 2013 gelebt hatten, heißt Suter Brook. Hier ein Google Streetview Ausschnitt:
Und noch eins: Im Wedgewoods Komplex in Südwest Calgary wohnten wir von 2006 bis 2010, gefilmt wurde das Video von Robert Hamilton.
Unser Apartment lag mittig in dem Hufeisen-förmigen Gebäude rechts bei 0:13. Streetview zeigt hier die Einfahrt zu den Wohnhäusern:
Kurz nach unserer Immigration lebten wir von 2005 bis 2006 im Norden Calgary's im Stadtteil Hidden Valley. Hier ein Streetview Schnappschuss von unserem ersten Domizil.
In dem Gebäude bei 4:01 hatten wir im 9. Stock unsere Wohnung. Der Stadtteil, in dem wir von 2010 bis 2013 gelebt hatten, heißt Suter Brook. Hier ein Google Streetview Ausschnitt:
Und noch eins: Im Wedgewoods Komplex in Südwest Calgary wohnten wir von 2006 bis 2010, gefilmt wurde das Video von Robert Hamilton.
Unser Apartment lag mittig in dem Hufeisen-förmigen Gebäude rechts bei 0:13. Streetview zeigt hier die Einfahrt zu den Wohnhäusern:
Kurz nach unserer Immigration lebten wir von 2005 bis 2006 im Norden Calgary's im Stadtteil Hidden Valley. Hier ein Streetview Schnappschuss von unserem ersten Domizil.
March 17, 2016
Das war ja einfach!
Fünf Jahre sind wir nun schon kanadische Staatsbürger, wie die Zeit vergeht... und der alte Pass ist tatsächlich inzwischen abgelaufen. Für den Canadian Expat muss der Reisepass beim Konsulat in Berlin beantragt werden. Dazu findet man auf der Seite der Kanadischen Botschaft alle nötigen Informationen. Wir dachten schon, na prima, dann besuchen wir eben Berlin. Aber falsch gedacht.
Zunächst wird man Bediener freundlich durch das Menü geführt und kommt zum entsprechenden Formular: dann heißt es 'runter laden, ausfüllen, unterschreiben, die Gebühren überweisen und zusammen mit dem alten Pass und zwei neuen Fotos per Einschreiben (mit Rückschein) nach Berlin schicken. So weit, so einfach. Die Bearbeitung dauert in der Regel zwanzig Werktage, in unserem Falle waren es aber nur dreizehn.
Abholen mussten wir das Dokument jedoch nicht persönlich. Er wurde per Einschreiben zugestellt. Der neue Ausweis gilt nun für zehn Jahre und verfügt über dreißig Seiten für viele Visa-Stempel, jede Doppelseite hat ein anderes kanadisches Motiv. Schön!
Tja, und wie so oft bei Service Canada muss man dafür kaum einen Schritt vor die Tür machen (vom Gang zum Postamt mal abgesehen). Behördengang light, nennt man das wohl. Was für ein toller Service!
February 25, 2016
Welcome to Canada
| Cabot Trail, Cape Breton, Nova Scotia |
Neulich in Kanada: Ein pfiffiger Radiomoderator aus Nova Scotia lädt mit folgendem Slogan Amerikaner nach Cape Breton ein:
Wenn Donald Trump gewinnt, kommt doch nach Cape Breton!
Die Region leidet unter stetigem Bevölkerungsschwund, seit dem die Schwerindustrie brach liegt. Der Protagonist wirbt auf seiner Webseite damit, dass es in Kanada ein Gesundheitswesen gibt, dass die Menschen sich um einander kümmern, keiner eine Waffe trägt und dass es keinen schert, welcher Religion, Gesinnung, Rasse oder Geschlecht man angehört. Und schön ist es da auch noch...
Was als Scherz gedacht war, ist ernst genommen worden, denn innerhalb kürzester Zeit gab es über 2.000 Anfragen und die Touristen-Webseite verzeichnete über 50.000 Aufrufe aus den USA.
Quelle: Rolling Stone
January 22, 2016
Die besten Länder der Welt!
Eine neue Studie stellt fest (Quelle: Washington Post), dass Deutschland das beste Land der Welt ist, und sich Kanada ganz knapp dahinter auf dem zweiten Platz befindet. Unserer Meinung nach müsste es ganz klar andersrum sein, dennoch... in den beiden besten Ländern der Welt zu Hause zu sein, hat was.
Was könnten Deutschland und Kanada denn noch so verbessern? Für Deutschland steht da natürlich momentan die riesige Aufgabe der Flüchtlingskrise an: wo Kanada sich "die Rosinen herauspickt", hat Deutschland mit einer breiten Masse von Flüchtlingen umzugehen. Dabei ist es beindruckend, wie ein Großteil der deutschen Bevölkerung hilft und unterstützt, allerdings ist gleichzeitig eine Radikalisierung der "besorgten Bürger" nicht zu unterschätzen.
Kanada auf der anderen Seite muss sich dringend von der extremen Abhängigkeit von seinen Bodenschätzen verabschieden und einen Weg zu einer besser ausgebildeten Bevölkerung und einem stärkeren industriellen Sektor finden. Große Aufgaben!
January 09, 2016
1867 - 2017 Kanada hat bald Geburtstag
Im nächsten Jahr wird unsere zweite Heimat Kanada 150 Jahre alt (siehe Wikipedia) und wir werden auf jeden Fall versuchen, dabei zu sein, um dieses Ereignis mit zu feiern.
Die kanadische Regierung hält sich zu den Feierlichkeiten zwar noch ziemlich bedeckt, aber eine gute Nachricht gibt es für das Jubiläumsjahr bereits:
Der Nationalpark-Pass für 2016 wird seine Gültigkeit auch für 2017 behalten. Wir finden, das ist schon mal ein schönes Geschenk für die Bürger und Besucher des Landes.
Quelle: Huffington Post
September 30, 2015
Wieder zu Hause...
Die Motorradreise ist vorbei und ich bin inzwischen wieder zurück in Deutschland. Mal sehen, wohin es mich beim nächsten Mal "verschlägt". Das Motorrad wird jedenfalls bis dahin nach Toronto umgezogen sein. Von da aus ließe sich zum Beispiel prima eine Tour um die Great Lakes machen...
September 26, 2015
Zurück am großen Fluss, bonjour Quebec!
23.9. Am nächsten Morgen schaue ich noch einmal nach, ob sich an der Situation etwas geändert hat, aber nein, es sieht sogar so aus, als wenn noch weniger Wasser die "Grand" Falls hinunter fließt... 23 Meter Gefälle und so un-spannend wie nur was.
Für die nächsten 200 km ist Highway angesagt. Aber der Verkehr hält sich in Grenzen und das Tempolimit (an das sich die New Brunswicker tatsächlich halten) liegt bei 110 km/h. Ganz unspektakular überfahre ich die Provinzgrenze nach Quebec.
Man merkt das daran, dass die Schilder plötzlich nicht mehr zweisprachig sind, sondern nur noch in Französisch und das Tempolimit ist aus unerfindlichen Gründen nur noch 100 km/h. Und da sich viele Quebecer für Franzosen halten, kümmert sie das wenig. Aber die Highway Patrol ist wachsam. Nur in Quebec habe ich so viel Polizeipräsenz gesehen. In den anderen Provinzen kann ich mich gar nicht erinnern, überhaupt Polizisten gesehen zu haben...
Die Ortsnamen kommen mir bekannt vor. Rivière du Loup? Da habe ich doch am 8. September mit der Fähre übergesetzt. Und was da so nach Meer aussieht, ist der St. Lorenz Strom.
Da ich ja bereits auf der Westseite des Flusses entlang gefahren bin, nehme ich mir für den Rückweg die Ostseite vor und folge der Route 132. Eine gute Entscheidung, denn es ist wunderschön dort. Farmen und Marschland wechseln sich ab. Es riecht sogar etwas "meerig" und man hat einen tollen Blick auf die Bergkette der Laurentiden.
Immer wieder werden Produkte aus lokaler Herstellung auf Farmersmärkten angeboten. Ich bekomme Hunger und kann nicht widerstehen. Mein Gluten freies Brot bekommt heute Besuch von zwei köstlichen Ziegenkäsesorten. Dazu gibts 'nen Kaffee und zwei-rädrige Gesellschaft (ein Pärchen auf Suzuki Burgman 400). Mahlzeit!
Vor Lévis (gegenüber von Quebec) setze ich mich wieder auf die Bahn, das ist einfacher, als sich durch die Stadt zu wurschteln. Hier ist der St. Lorenz so schmal, dass man per Brücke hinüber kommt und so bin ich wieder auf der Westseite angelangt. Es geht noch eine Weile flussaufwärts bis ich in Sainte-Anne-de-la-Pérade eine süße Auberge entdecke. Das ist ähnlich wie eine (Jugend-)Herberge, nicht alle Zimmer haben ein eigenes Bad (ich schon, ich war die einzige Gästin heute) und im Preis inbegriffen ist i.d.R. ein einfaches Frühstück (Toast, Heißgetränk, Cereals und Saft).
Das Gasthaus liegt am Fluss und der Supermarkt ist auch nur fünf Minuten zu Fuß entfernt. Ich habe noch Käse vom Mittag über und besorge mir dazu noch Obst und Getränke (ein halber Liter Wein darf es zur Feier des Tages schon sein). Mit der Einkaufstüte und meiner Kühltasche spaziere ich durchs Dorf, suche mir einen Platz am Wasser und genieße mein letztes Abendessen "in Freiheit".
Wieder eine längere, aber völlig entspannte Etappe. Morgen geht es dann endgültig heimwärts...
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