November 26, 2012

Archäologie auf Kanadisch

Die Altertumsforschung interessiert sich ja für die Erforschung von durch Menschenhand erzeugte Hinterlassenschaften. Port Moody ist zwar nicht das Tal der Könige, aber auch hier am Inlet gibt es Ruinen.Im 19. Jahrhundert stand der Ort ganz im Zeichen der Eisenbahn und der Holzverarbeitung. 

Einst war Port Moody sogar als Endstation für die CPR (Canadian Pacific Railroad) angedacht worden, aber verlor schnell an Bedeutung, als entschieden wurde, den Terminus in Vancouver anzulegen. Wer weiß, was sonst aus der so beschaulichen Kleinstadt geworden wäre...

Hauptarbeitgeber der Region blieb Holzfällerei und -verarbeitung. Die Bäume wurden in den Hügeln gefällt und via Rutschen und Dampflok zum Wasser gebracht, welches dann als weiteres Transportmittel diente.
Bei der Old Millsite handelt es sich um die Überreste einer Sägemühle, die in den vierziger Jahren abgebrannt war. Feuer ist heute wie damals der größte Feind der Holzverarbeiter. Erst im August diesen Jahres hat es in Maple Ridge, einem Nachbarort von Port Moody, wieder einen 'erwischt'.
Man kann sich nicht mehr vorstellen, dass hier einst Hunderte von Arbeitern (oft Immigranten) ihrem harten Broterwerb nachgingen. Durch das Tal hallte die durch Schiffe, Eisenbahn und Produktion erzeugte Geräuschkulisse, die Luft war geschwängert von Rauch und Industrieabgasen.

Diese Stümpfe mögen seinerzeit einen Steg gestützt haben, wie der auf dem nachfolgenden Bild.
Fotoquelle: www.portmoody.ca

Dieses kreisförmige Gebilde war einst Fundament eines Ofens, in dem Holzreste verbrannt wurden, damals eine ganz normale Entsorgungsmethode.
Ein weiteres Fundament ist der Rest eines Ofens, der zum Trocknen der Schindeln diente.

Es hat nicht einen Tropfen geregnet, es war mild bei zehn Grad plus und fast windstill. Was will man mehr an einem freien Tag? Dieses Wochenende hatten wir zur Abwechslung wirklich mal Glück mit dem Wetter.

November 25, 2012

Geburtstagsausritt

An einem schönen Tag im Juli feierten wir Sonja's Geburtstag irgendwo 'on the road' in Oregon. Es war Sommer, es war warm. Wir hatten Temperaturen um die 30 Grad, also bestes Moppedwetter.
Doch wer hätte im Traum daran gedacht, dass wir Roland's Geburtstag im November ebenfalls auf Zweirädern verbringen würden? Ja, wir auch nicht, aber...
Zum ersten Mal seit Wochen (!!!) regnete es mal nicht. Gesagt, getan, sattelten wir die noch angemeldeten Bikes und machten eine Spazierfahrt auf unserer Hausstrecke.
Es war zwar mit sieben Grad Celsius nicht gerade warm, aber mit der richtigen Ausstattung ist das kein Problem.
Auch, wenn man dabei unweigerlich wie ein Michelin-Männchen (Frauchen) aussieht...
Und weil es so ein wunderschöner Tag war, durfte auch das Geburtstags-Extra heute nicht fehlen: ein Stück Schoko-Torte bei Ruben's.

The Beauty and the Beast

We looked out of the window this morning, and guess what, it didn't rain for a change. So, after the fog and the frost was gone we pulled out the scooter and the Sportster.
The Harley still carries insurance for another two weeks, while the Vespa is insured all year round anyway.
What an odd couple.
We had 'balmy' 7C (44F). The roads were still wet, so we took it easy, especially with all the muck on the ground.
I feel like the Michelin man in all my gear but the layers, as well as the minimalistic protection through fly screen and hand guards kept me warm enough for the two hours we spent in fresh air.
We ended the ride at one of our favorite coffee shops with a (soy) London Fog for me and a Cafe Latte and chocolate cake for my better half.
Life is good.

November 20, 2012

You will be loved!

Miss Love (I kid you not!) came into Paolo's life not long after I had put up the Vespa for sale.

I knew the looks she was giving him. 
It was love at first sight. 
It was meant to be. 
She didn't hesitate, and took him home. 
With a big happy smile on her face. 
A last embrace, a last round in the parkade for me. 
Then he was gone.
Bon voyage my little scoot. 
I'm sad.

Paolo's new Owner (Pics courtesy of Ms. L.)
The new V(espa)-Team.
 All geared up.
 And ready to conquer the world (or maybe Vancouver for starters).

November 19, 2012

Im Tal der Adler

Erst kehrt der Lachs zurück, und dann kommen die Adler. Trotz mehr als bescheidenen Wetters machen wir uns auf den Weg ins achtzig Kilometer entfernte Fraser Valley bei Harrison Mills, um selbige zu beobachten.

Wir folgen offensichtlichen Spuren der Verwüstung und unserer Nase. Der Geruch von verwesendem Fisch ist fast überwältigend. Hier hat ein Schlachtfest stattgefunden.
Tausende von Weißkopfseeadlern kommen jedes Jahr, um ihren Platz in der Nahrungskette einzufordern. Natürlich muss es gerade jetzt in Strömen zu gießen anfangen.
Die Adler stört das wenig. Sie sitzen mit gut gefüllten Bäuchen auf den Bäumen und schauen auf uns herab (oder würdigen uns keines Blickes).
Auch wenn uns der Regen beim ständigen Aufschauen in die Augen, den Kragen und in die Kameralinse fällt, geniessen wir dieses Naturschauspiel umso mehr, da ausser uns kaum einer hier ist.
Immer mal wieder 'erwischen' wir den einen oder anderen in guter Pose.
Leider ein bißchen zu weit weg, aber mit ein wenig Fantasie und gutem Willen kann man dunklen Punkte in der unteren Bildmitte als Adler erkennen.
Hier ein wenig näher gezoomt:
und noch ein bißchen näher:
Ganz zum Schluss liess sich dann noch dieses Prachtexemplar von Roland knipsen. Wir sind sehr zufrieden mit unserer "Ausbeute" und fühlen uns mal wieder von der Natur reich beschenkt.

Eigentlich sollten die Adler so früh im Jahr noch gar nicht hier sein, sondern in Alaska auf Lachsjagd gehen. Da aber dort die Lachsvorkommen in den letzten Jahren offensichtlich stark zurück gegangen sind, bekommen wir dieses Naturschauspiel hier einige Wochen früher als üblich zu sehen.

November 17, 2012

Springflut

So dramatisch sich das Wort anhört, so vergleichsweise harmlos ist ja eine Springflut im Vergleich zu einer Sturmflut. Dennoch konnte sich Sonja, die regelmässig die Gezeiten und die damit verbundenen Veränderungen in Flora und Fauna beobachtet, diesem Phänomen nicht entziehen. (Ja, sie hat sogar eine iPhone app dafür.)

Heute (9:22 Uhr) und morgen (10:09 Uhr) werden mit fast fünf Metern die Höchstwasserstände erreicht, und dieses Mal fällt das Ereignis auf ein Wochenende und findet auch noch bei Tageslicht statt. Ein guter Grund für einen Morgenspaziergang!
Quelle: Tide Chart

Der Steg bei Normalflut
 Springflut - der Steg ist weg.
Nur wenige Minuten nach dem Gezeitenwechsel kann man (frau) den Steg zumindest wieder betreten (dank wasserfester Wanderstiefel).
Es wird noch etwa eine halbe Stunde dauern, bis auch die Wanderwege am Ende des Inlet wieder begehbar sind, also machen wir uns erst einmal in Richtung Pier auf.
An der feuchten Mauer kann man noch den Höchststand erkennen. Inzwischen ist der Pegel wieder um etwa 30 cm abgesunken, allerdings ist der Weg immer noch um einen halben Meter überflutet, und bestenfalls für eine Kneippkur geeignet.
Auf dem Rückweg fängt es (natürlich) an zu regnen, und der Gedanken an eine Tasse Tee vor dem Kamin treibt uns schnellen Schrittes wieder nach Hause.
Die Vogelwelt fand dies wohl genauso interessant wie wir, denn so viele Enten, Kanadagänse und anderes Flattervieh wie heute haben wir lange nicht gesehen.

November 14, 2012

Hard Decisions

Probably everyone basically knows what a packrat or the more extreme case of a hoarder is. But what is the opposite? I am! I am a minimalist, and will very likely throw out whatever comes in my way of Ordnung. So, besides charity and garbage cans, Ebay and Craigslist are my best friends when it comes to getting rid of (to me) surplus items.

Until recently I wasn’t aware that there is actually a clinical term for this disorder, too. It’s called Obsessive Compulsive Spartanism (OCS) or Ataxophobia. It manifests itself in the need to limit one's possessions in order to keep life simple, organized and under control. I get pleasure out of the fact that my worldly possessions fit in a few boxes, and pride myself in being able to react flexible to any kind of change in life.

The above goes to explain the following. Recently it started bugging me that the husband’s red Vespa hadn’t been on the road as much since he upgraded to Whitey, his Suzuki Burgman 400. Naturally for me it raised the question, what to do with two small scooters, if only one is needed, really. I pondered a lot about the pros and cons of whether to keep Paolo, my 2006 Vespa GT200 or stick with Bella, the 2008 Vespa GTS250.

Both two-wheelers have been equally upgraded; both are mechanically sound and well maintained. Bella however has a bit more power, is fuel injected; it sports a front rack, a higher windshield, and a hard box, plus it has two years and 8,000 km less under its belt. Decision was tough but settled in favour of Bella. Now I need to find a new home for Paolo. There, I said it. I will sell the rugged trusty old battle scooter and continue my commute on the beautiful dragon red Italian diva.

November 11, 2012

Der Sommer ist weg...

 ... und der Herbst liegt auch in den letzten Zügen. Die sintflutartigen Regenfälle und der kräftige Wind der letzten zwei Wochen haben den Bäumen das Laub mit Gewalt und vor der Zeit von den Ästen gezerrt.
Wenigstens werden wir an diesem langen Wochenende (Remembrance Day) zur Abwechslung mal mit dem für diese Jahreszeit so raren Sonnenschein verwöhnt. Allerdings sind die Temperaturen nicht weit weg vom Gefrierpunkt.
Die Badesaison ist also für's Erste vorbei. Dennoch sitzen wir an unserem Stand und lassen uns von den Sonnenstrahlen wärmen. Für das Bild haben wir dann mal die Mützen abgenommen.
Unser Inlet hat auch heute wieder viele Besucher angelockt. Manche versuchen sich an vergänglichen Skulpturen:
Andere geniessen einfach die Vielfalt der Vogelwelt. Hier 'parken' traditionell die Enten.
Der rotgewandete Baum auf der linken Seite hält tapfer an seinen Blättern fest, während die Bäume rechts schon ihre Altlasten abgeschüttelt haben.
Kahle Äste greifen um sich. Bei Nebel verstärkt sich dieser Effekt, der jetzt so harmlos wirkt.
Was für eine Farbenpracht! In wenigen Tagen wird es damit ein Ende haben, damit ein neuer Lebenszyklus beginnen kann.
Auf unserem Pier beobachten wir wieder Robben bei ihrer Jagd nach Beute. Nichts Neues.
Wir haben aufgegeben, unsere Runden um's Inlet zu zählen, aber an die zweihundert Mal werden es wohl dieses Jahr gewesen sein, und trotzdem war es kein bisschen langweilig.