Letzten Samstag waren wir auf der gelungenen Weihnachtsfeier (wahlweise Jahresendfeier für die Nicht-Christen) von Sonja's Company. Es ist immer wieder toll zu beobachten, wie Menschen verschiedener Herkunft, Rasse und Kultur friedlich und glücklich miteinander nicht nur arbeiten, sondern auch feiern können. Entgegen kanadischer Tradition (ab 22 Uhr ist normalerweise Schluss mit lustig) wurde bis nach ein Uhr morgens durchgemacht... das Buffet war schon lange abgebaut, die Kellner hatten inzwischen die Tische abgeräumt und zu trinken gab es auch nichts mehr, abgesehen von mitgebrachtem chinesischen Reisschnapps, der unter dem Tisch herumgereicht wurde.
Am Sonntag waren wir - mal eben - in Edmonton (650km hin und zurück), um den Suppenkoch und seine Familie im neuen Haus zu besuchen. Es war dort wesentlich kälter als in Calgary und es lag mehr Schnee. Natürlich wurden wir professionell bekocht: Frischer Wirsing mit Kassler, genau das Richtige für dieses Wetter. YUMMY!
Montag Abend haben wir Cliff's Eltern und Schwester vom Flughafen abgeholt. Natürlich hatte die BA eine Stunde Verspätung, so dass wir im geliehenen Minivan (dank Carmina's Eltern) nonstop zum Krankenhaus gedüst sind, damit die Familienzusammenführung noch innerhalb der Besuchszeiten erledigt werden konnte. Cliff war jedenfalls happy. Anschließend haben wir die Newtons zu seinem Appartment chauffiert, und sie mit einem Mobiltelefon und einem Carepaket für's Frühstück ihrem Schicksal überlassen. Am Dienstag wurden die Engländer bereits nach den ersten Kilometern auf Calgary's Straßen von der Polizei angehalten, weil sie falsch abgebogen waren. What the heck is wrong with those Brits? They always get in trouble, anywhere...
Nach den vielen Ereignissen der letzten Tage und Wochen nehmen wir uns nun eine Weihnachts-Auszeit! Wir wünschen Euch besinnliche Festtage und einen guten Rutsch ins neue Jahr und bedanken uns ganz herzlich für Euer Interesse und das tolle Feedback. Stay tuned!
We only get one run at life so might as well have fun on the way. (Geoff James)
December 15, 2006
December 09, 2006
Monopoly
Kanada's geheime zweite Währung, der Cash Bonus Coupon von Canadian Tire, oder auch als eingetragenes Warenzeichen: Canadian Tire Money
In der Tat kann man damit natürlich bei Kanada's Antwort auf den OBI einkaufen gehen, tanken oder sogar bei Ebay mitsteigern, denn CTM gehört hier zu einer der 12 zugelassenen Zahlungsmethoden. Jeder Kanadier hat wenigstens eine Schublade voller bunter Scheine für den Notfall... wir haben nachgefragt. Direkt an der Kasse gibt es auch eine Spendenbox für den Fall, dass man in Geberlaune ist...
December 05, 2006
Magers rasendes Immigranten-Taxi
Samstag ist Roland mit Dragan, Cliff’s Vermieter, ins Kananaskis gefahren, um Cliff’s Auto abzuholen, das dort seit seinem Abenteuer am Upper Kananaskis Lake auf sein Herrchen wartete. Die Eigentümer einer Tankstelle hatten sich freundlicherweise in der Zwischenzeit des verwaisten Fahrzeuges angenommen. Dragan passte das ganz gut, denn sein Jetta war gerade in der Werkstatt, und Cliff hatte ihm angeboten, dass er solange den Subaru benutzen könnte. Nach eineinhalbstündiger Fahrt fanden Roland und Dragan die Tankstelle, übernahmen die Autoschlüssel, starteten den Wagen und freuten sich, dass er sofort ansprang. So weit, so gut! Wenn Dragan nicht noch den Drang nach einem Zigarettchen verspürt und bei laufendem Motor die Wagentür von außen zufallen gelassen hätte. Es scheint nämlich eine Eigenart des Subarus zu sein, auf solche Verstöße mit sofortigem Verschließen aller Türen zu reagieren… So standen wir ratlos vor einem verschlossenen Auto mit laufendem Motor. Rein zufällig kam ein Park Warden des Weges, und die sind ja (glaubt man) technisch sehr versiert. Ein kurzer Blick auf den Wagen, und der Warden winkt ab: „Keine Chance, da rein zu kommen!“ Dann stutzt er: „Ist das nicht der Wagen von dem Kerl, der die Nacht draußen verbracht hat?“ „Ja!“ „Wie geht’s ihm?“ „Besser! Es sieht so aus, als könnte er seine Zehen behalten. Wir schimpfen ihn aber täglich einen Idioten, damit er auf dem Teppich bleibt.“ „Gut so, macht das weiter!“ Zum Abschied richtete er dann trotzdem seine Grüße und gute Besserung aus. Wurde weiter gegeben! Die Lösung des Problems war schließlich der AMA (der kanadische ADAC), in dem Cliff glücklicherweise Mitglied ist. Es dauerte ein Weilchen, aber schließlich kreuzten nach zwei Stunden die kanadischen gelben(?) Engel auf und erlösten Dragan. Unterdessen waren wir schon wieder in Calgary unterwegs zum Flughafen, um den nächsten Koch in Kanada willkommen zu heißen und ihn an seine neue Wirkungsstätte in Bragg Creek zu bringen. Gute Köche sind hier wirklich gefragt, und wir freuen uns über jeden, der die kanadische Küche bereichert! Als Belohnung winkt uns demnächst ein Dessert, das ist nämlich seine Spezialität! Welcome to Canada, Ray(mund)!
Überraschend gut gegessen haben wir neulich dank eines Insidertipps von Prairiegirl im Palomino Smokehouse in Downtown, dessen Spezialität die Zubereitung von Gerichten auf Apfel- und Kirschholz ist. Dazu werden “waffenscheinpflichtige” Knoblauch-Pommes serviert. Yummy! Nicht so toll war, dass wir Zeugen eines Polizeieinsatzes wegen einer Drogenrazzia wurden, aber so etwas ist leider in dieser Ecke der Stadt zur Tagesordnung geworden. Die Polizeipräsenz ist in diesem Viertel entsprechend hoch.
Cliff's Zehen sind immer noch nicht über den Berg, aber wenigstens haben sie die Farbe gewechselt... Ist das gut? Wir wissen es nicht, und die Ärzte wollen noch kein entgültiges Urteil fällen. Die nächsten vier Wochen ist ihm der Krankenhausaufenthalt jedenfalls sicher. In der kommenden Woche werden wir daher seine Familie am Flughafen (wir haben inzwischen schon eine Dauerkarte im Parkhaus) abholen, damit er mal ein wenig Abwechslung in seinem “Einzimmerwohnklo” bekommt.
Ein Wort zur Politik: King Ralph hat abgedankt. Wir haben einen neuen Premier in Alberta! Am Samstag wurde der Nachfolger für Ralph Klein gewählt, und völlig überraschend machte der krasse Außenseiter Ed Stelmach das Rennen, wohl begünstigt von einer nicht immer freundlichen Auseinandersetzung zwischen den beiden Favoriten. Wenn zwei sich streiten… Stelmach wird als neuer Premier am 15. Dezember eingeschworen. Hoffentlich lässt er bald ein paar Ed-Bucks rüberwachsen!
Überraschend gut gegessen haben wir neulich dank eines Insidertipps von Prairiegirl im Palomino Smokehouse in Downtown, dessen Spezialität die Zubereitung von Gerichten auf Apfel- und Kirschholz ist. Dazu werden “waffenscheinpflichtige” Knoblauch-Pommes serviert. Yummy! Nicht so toll war, dass wir Zeugen eines Polizeieinsatzes wegen einer Drogenrazzia wurden, aber so etwas ist leider in dieser Ecke der Stadt zur Tagesordnung geworden. Die Polizeipräsenz ist in diesem Viertel entsprechend hoch.
Cliff's Zehen sind immer noch nicht über den Berg, aber wenigstens haben sie die Farbe gewechselt... Ist das gut? Wir wissen es nicht, und die Ärzte wollen noch kein entgültiges Urteil fällen. Die nächsten vier Wochen ist ihm der Krankenhausaufenthalt jedenfalls sicher. In der kommenden Woche werden wir daher seine Familie am Flughafen (wir haben inzwischen schon eine Dauerkarte im Parkhaus) abholen, damit er mal ein wenig Abwechslung in seinem “Einzimmerwohnklo” bekommt.
Ein Wort zur Politik: King Ralph hat abgedankt. Wir haben einen neuen Premier in Alberta! Am Samstag wurde der Nachfolger für Ralph Klein gewählt, und völlig überraschend machte der krasse Außenseiter Ed Stelmach das Rennen, wohl begünstigt von einer nicht immer freundlichen Auseinandersetzung zwischen den beiden Favoriten. Wenn zwei sich streiten… Stelmach wird als neuer Premier am 15. Dezember eingeschworen. Hoffentlich lässt er bald ein paar Ed-Bucks rüberwachsen!
November 28, 2006
Nippy (frisch...draußen)
Heute morgen waren es im Büro “warme” 13°C, da am Wochenende offensichtlich die Heizung ihren Dienst verweigert hatte. Bei den Außentemperaturen hatte es dann auch bis 10 Uhr gedauert, eine arbeitsfreundliche Umgebungstemperatur von etwa 19°C zu erzeugen. Bis dahin hat man sich eben am Teebecher festgeklammert und warme Gedanken gemacht. Das war gar nicht so einfach, denn der Blick nach draußen ging in eine menschenleere weiße Wüste, in dem der nordwestwind-gepeitschte Schnee waagerecht fiel. Und auf dem Parkplatz hängt das Auto an der Steckdose (= block heater), damit es bei diesen Temperaturen auch noch anspringt. Im Wetterbericht heißt es entsprechend: Wind chill warning for City of Calgary continued. Der Nordwind bringt eine gefühlte Temperatur von -42°C. Pretty cold, eh!
November 27, 2006
SNAFU
Jeden Tag ein neues Wort bringt uns der Wordbutler. Heute gab es bezeichnenderweise SNAFU
Definition: a bad situation
German translation: SNAFU = Situation Normal All Fouled Up - total durcheinander oder „in die Hose gegangen“.
Bezeichnenderweise deshalb, weil wir uns gerade auf dem Weg nach Banff befanden, da wir mit Freunden im Banff Springs Hotel zum Brunch verabredet waren, als uns die Notfallambulanz im Kananaskis anrief. Unser Freund Cliff hatte gestern die blendende Idee gehabt, bei -20°C eine Wanderung zu unternehmen, allein und ohne sich bei der Parkaufsicht anzumelden. Das Wetter verschlechterte sich, es wurde dunkel, er verlief sich und hat die Nacht bei etwa -25°C im Freien verbracht, was ihn fast das Leben gekostet hätte. Wir dramatisieren hier nicht!!! Cliff baute sich ein Behelfslager aus Tannenzweigen, und hielt so im Halbschlaf bis zur Morgendämmerung durch. Er fand den Weg zurück, wurde von einem Paar aufgegabelt, von diesen notversorgt und sofort in die nächste Ambulanz gefahren. Seine Ausrüstung hat ihn vor dem Schlimmsten bewahrt, doch er hat Erfrierungen an den Füßen davongetragen, und erst in den nächsten Tagen wird sich herausstellen, welche Konsequenzen das noch haben wird.
Das Buffet konnten wir aufgrund dieser schlechten Nachrichten natürlich nur bedingt genießen, obwohl es ausgezeichnet war und das Ambiente dieses traditionsreichen Hotels besonders bei Schnee und Eiseskälte zur Geltung kam.
Gerade kommen wir aus dem Krankenhaus zurück, Cliff hält sich tapfer (er ist nicht der erste und wird auch nicht der letzte mit Erfrierungen in diesem Winter sein, und in der Burn Unit des Foothills Hospitals sind sie für diese Fälle bestens gerüstet), und erträgt das ganze mit typisch britischem schwarzen Humor. Gute Besserung, you bloody stupid moron!
Definition: a bad situation
German translation: SNAFU = Situation Normal All Fouled Up - total durcheinander oder „in die Hose gegangen“.
Bezeichnenderweise deshalb, weil wir uns gerade auf dem Weg nach Banff befanden, da wir mit Freunden im Banff Springs Hotel zum Brunch verabredet waren, als uns die Notfallambulanz im Kananaskis anrief. Unser Freund Cliff hatte gestern die blendende Idee gehabt, bei -20°C eine Wanderung zu unternehmen, allein und ohne sich bei der Parkaufsicht anzumelden. Das Wetter verschlechterte sich, es wurde dunkel, er verlief sich und hat die Nacht bei etwa -25°C im Freien verbracht, was ihn fast das Leben gekostet hätte. Wir dramatisieren hier nicht!!! Cliff baute sich ein Behelfslager aus Tannenzweigen, und hielt so im Halbschlaf bis zur Morgendämmerung durch. Er fand den Weg zurück, wurde von einem Paar aufgegabelt, von diesen notversorgt und sofort in die nächste Ambulanz gefahren. Seine Ausrüstung hat ihn vor dem Schlimmsten bewahrt, doch er hat Erfrierungen an den Füßen davongetragen, und erst in den nächsten Tagen wird sich herausstellen, welche Konsequenzen das noch haben wird.
Das Buffet konnten wir aufgrund dieser schlechten Nachrichten natürlich nur bedingt genießen, obwohl es ausgezeichnet war und das Ambiente dieses traditionsreichen Hotels besonders bei Schnee und Eiseskälte zur Geltung kam.
Gerade kommen wir aus dem Krankenhaus zurück, Cliff hält sich tapfer (er ist nicht der erste und wird auch nicht der letzte mit Erfrierungen in diesem Winter sein, und in der Burn Unit des Foothills Hospitals sind sie für diese Fälle bestens gerüstet), und erträgt das ganze mit typisch britischem schwarzen Humor. Gute Besserung, you bloody stupid moron!
November 20, 2006
A Licence to bake!
Am Freitag erhielten wir eine Email vom „Schwarzwälder Gerd“, der mit seiner Familie auf einer Farm mit Backstube, der Crusty Bread Farm in Olds, lebt und am Samstag auf einem Weihnachtsbasar in Calgary deutsches Brot und Käsekuchen verkaufen würde. Wir konnten der Gelegenheit natürlich nicht widerstehen und haben stapelweise Brote eingesammelt! Da Gerd beim Durchstöbern unserer Homepage offensichtlich über Sonjas Vorliebe für Käsekuchen gelesen hatte, hatte er uns sogar noch einen solchen zurückgehalten (der war nämlich ruckzuck ausverkauft gewesen). Oh, war der lecker!!! Bei dieser Gelegenheit haben wir einen wunderbaren Zeitgenossen kennengelernt, der offensichtlich ohne Schlaf und Urlaub auskommt, denn er ist Farmer, Bäcker und Schlosser in einer Person. Seine Geschichten haben uns daran erinnert, dass es nicht für alle Kanada-Immigranten so glatt läuft, wie wir es erlebt haben. Dennoch, er glaubt an seinen Traum von Kanada und will nie wieder weg! Das Rosinenbrot wurde direkt am Sonntagmorgen 'vernichtet', nur mit etwas gesalzener Butter genossen. Eine willkommene Abwechslung im Frühstücksspeiseplan.
Abends sind Cliff und Roland in den neuen Bond gegangen, und Roland war angenehm überrascht. Die Produzenten sind der Richtung von „Batman begins“ gefolgt und haben aus einer völlig überzeichneten Comic-Figur einen ernst zu nehmenden Charakter gemacht. Es ist Bond’s erster Einsatz, und dementsprechend macht er trotz/wegen seines Egos einige Fehler und Fehleinschätzungen. Seinen Vodka-Martini entwickelt er erst während des Films, und auf das berühmte „Mein Name ist Bond, James Bond“ muss man bis zum Filmende warten. Es gibt es keinen Q, keine Moneypenny, keine Superspielzeuge, keine größenwahnsinnige Superschurken, keine lakonischen Sprüche in Richtung frisch gekillter Bösewichte, allerdings auch keine wirklich nennenswerte Handlung... Trotzdem der beste Bond seit „Licence to Kill“!
Abends sind Cliff und Roland in den neuen Bond gegangen, und Roland war angenehm überrascht. Die Produzenten sind der Richtung von „Batman begins“ gefolgt und haben aus einer völlig überzeichneten Comic-Figur einen ernst zu nehmenden Charakter gemacht. Es ist Bond’s erster Einsatz, und dementsprechend macht er trotz/wegen seines Egos einige Fehler und Fehleinschätzungen. Seinen Vodka-Martini entwickelt er erst während des Films, und auf das berühmte „Mein Name ist Bond, James Bond“ muss man bis zum Filmende warten. Es gibt es keinen Q, keine Moneypenny, keine Superspielzeuge, keine größenwahnsinnige Superschurken, keine lakonischen Sprüche in Richtung frisch gekillter Bösewichte, allerdings auch keine wirklich nennenswerte Handlung... Trotzdem der beste Bond seit „Licence to Kill“!
November 13, 2006
Ein Suppenkoch in Alberta
Heute hatten wir lieben Besuch von einer Leverkusener Familie, die sich im Oktober mit Workpermit nach Edmonton aufgemacht hatte. Sie haben ihr Restaurant in Deutschland, in dem es leckere Eintöpfe gab (unsere Favoriten waren damals Möhrencreme- und Linsensuppe), aufgegeben, da ihm hier ein Job als Chefkoch angeboten wurde. Mal eben 300 km nach Süden, nur um uns zu treffen, und am gleichen Tag wieder zurück. Entfernungen spielen eben hier keine große Rolle mehr... Man hatte sich viel zu erzählen, die Zeit verging wie im Fluge und der Gegenbesuch ist auch schon geplant. Die Söhne beschäftigten sich unterdessen mit Roland's Flugsimulator und haben ihm anschließend auch noch beigebracht, wie dieser professionell zu bedienen ist.
Vielen Dank für die mitgebrachte Linsensuppe! Das morgige Abendessen ist somit gesichert!
Vielen Dank für die mitgebrachte Linsensuppe! Das morgige Abendessen ist somit gesichert!
November 12, 2006
Brazilfest
Auch das ist Kanada: wenn Deutsche in Calgary in der skandinavischen Begegnungshalle mit Brasilianern feiern. Den Tipp verdanken wir Catrin und Fernando, die kürzlich aus Brasilien eingewandert sind. Auf diese Weise sind wir dann auch endlich mal wieder in den Genuss einer Feijoada gekommen. Nebenbei lässt sich der Samba-Rhythmus auch viel besser ertragen, als die bayrische Umpahpah-Musik vom Oktoberfest. Besonders fasziniert war Roland von Japanerinnen, die portugisisch sprachen und sich perfekt zur Samba-Musik bewegten. Bei der Gelegenheit haben wir dann gelernt, dass es in Brasilien eine riesige japanische Gemeinde gibt, die dort wohl nach dem zweiten Weltkrieg gebildet und sich problemlos mit der brasilianischen Bevölkerung vermischt hat.
November 10, 2006
Na dann Prost!
Gestern haben wir uns wieder mal im Rahmen unserer Expat-Gruppe getroffen, welches inzwischen ein fester Bestandteil unserer Freizeitgestaltung geworden ist. Jaja, werden die Kritiker sagen, watt macht Ihr dann in Kanada, wenn Ihr Euch doch immer mit Deutschen trefft! Um ehrlich zu sein, ist es ganz angenehm, seine Muttersprache hin und wieder zu kultivieren. Denn tatsächlich fängt man an, einige Worte zu vergessen, bzw. die englischen Begriffe sind einem inzwischen geläufiger als die deutschen Worte geworden. Treffpunkt war die Brewster Brauerei in Downtown, die nicht nur mit selbstgebrauten Bieren (Unentschlossene können verschiedene Sorten als 5er 'Kombo' in 0.1l Probiergläsern antesten), sondern auch mit einer ganz passablen Küche aufwarten kann.
Trotz widriger Wetterverhältnisse waren 19 Teilnehmer erschienen...ja, die Macht des Bieres!!! Es gab wie immer viel zu bequatschen, abzulästern und zu beraten, und das ganze fand in angenehm rauchfreier Umgebung statt... Für die Organisation bedanken wir uns herzlich bei unserem Brauerreiexperten Norbert! Interessenten, bzw. Unerschrockene (wir probieren alles aus: Kulinarisches oder Abenteuerliches von der Schlittenhundetour bis zum kanadischen Oktoberfest...) sollten sich auf dieser Webseite anmelden: http://ca.groups.yahoo.com/group/DeutscheInCalgary/
Trotz widriger Wetterverhältnisse waren 19 Teilnehmer erschienen...ja, die Macht des Bieres!!! Es gab wie immer viel zu bequatschen, abzulästern und zu beraten, und das ganze fand in angenehm rauchfreier Umgebung statt... Für die Organisation bedanken wir uns herzlich bei unserem Brauerreiexperten Norbert! Interessenten, bzw. Unerschrockene (wir probieren alles aus: Kulinarisches oder Abenteuerliches von der Schlittenhundetour bis zum kanadischen Oktoberfest...) sollten sich auf dieser Webseite anmelden: http://ca.groups.yahoo.com/group/DeutscheInCalgary/
November 06, 2006
Testfahrt
Natürlich mussten wir am Samstag Cliff's Subaru Outback AWD unter lebensechten Bedingungen ausfahren, wann bekommt man schon mal die Gelegenheit, ein geländegängiges Fahrzeug zu testen. Also sind wir ins Kananaskis gefahren und müssen sagen, es ist doch ein (angenehmer) Unterschied, über 4-Wheel-Drive zu verfügen. Jetzt kommen wir schon ins Grübeln. Aber da wir gerade unserem treuen Toyota eine Inspektion und neue Reifen (finanziert mit Ralph-Bucks!!!) gegönnt haben, werden wir ihm wohl auch weiterhin treu bleiben.
One down, two to go... Cliff is ja nun schon eine Woche bei uns. Am Donnerstag hatten wir uns dann mit Frieder getroffen, der mit seiner Familie die Einwanderung nach Kanada vorbereitet und uns mit lebenswichtigen Dingen wie Kandiszucker und deutschen Zeitschriften versorgt hatte (DANKE!!!) und heute Nachmittag werden wir (schon wieder) einen Neuankömmling begrüßen können. Torsten hat ein Holiday Work Visa in der Tasche, und kann damit bis zu einem Jahr in Kanada leben und darf sogar arbeiten. Eine clevere Idee, auf diese Weise ein Jahr Urlaub zu finanzieren ;-) Für unsere 'Taxifahrt' nach Downtown sind wir dann sogar mit Produkten der Firma Feodora belohnt worden... vielen Dank, das haben wir gern gemacht!
November 02, 2006
Ereignisreiche Tage
Samstag ist Cliff in Calgary angekommen, Sonntag rauft er sich noch die Haare wegen der Wohnungspreise, und Dienstag hat er bereits eine Wohnung für vier Monate, ein Auto gekauft, eine Kreditkarte bekommen, ein paar Jobs in Aussicht und sein erstes Spiel der Calgary Flames hinter sich!
Die Wohnung war eine dieser glücklichen Fügungen, denn Roland hatte seiner Kollegin Carmina vom Neuankömmling aus UK erzählt, und sie fragte direkt: "Braucht er eine Wohnung?". Ihr Freund zieht nämlich zu ihr, hat aber noch einen Mietvertrag bis Februar. Cliff übernimmt den jetzt, und hat damit für die nächsten Monate eine möblierte Bleibe mit beheiztem Tiefgaragenstellplatz! Wegen der Kreditkarte ist er Norbert's Rat gefolgt und hat ein Konto bei der Royal Bank of Canada eröffnet. Dort kann man bei Hinterlegung eines Sicherheitsbetrages sofort eine Kreditkarte bekommen, und außerdem reicht dort eine Eigenbeteiligung von 25% für einen Immobilienkredit! Die Jobaussichten wiederum hat er dank einiger Fäden, die Roland bei Kollegen und Ex-Kollegen gezogen hat. Und für das Gratis-Hockeyspiel bedanken wir uns bei Roland's Kollegen David (welcher eine deutsche Mutter hat). Allerdings haben die Flames das gemacht, was sie in dieser Saison kontinuierlich tun, nämlich kläglich verloren. Sozusagen der HSV des Hockeys, weswegen Sonja sie deshalb schon in Calgary Lames umgetauft hat. Das Auto hat Cliff übrigens alleine gekauft. Soll ja keiner sagen, wir würden uns in alles einmischen!
Roland hatte am Dienstag einen Termin zum Reifenwechsel gemacht, und heute abend, 14 Stunden vor dem Termin, hatten wir einen Platten! What are the odds of that? Glücklicherweise stand der Wagen gerade auf dem Parkplatz vor Sonjas Büro, und Sonja's phillipinischer Kollege Rhey war noch da. Während Roland von seinem Kollegen Bruce zum Ort des Geschehens gebracht wurde, hatten Rhey und Sonja bereits das Ersatzrad (auch Donut genannt) aufgezogen. Und morgen früh wird der Wagen als erstes zum Reifenhändler gebracht. Dann kann der Winter kommen! Nahe Roland's Büro ist heute ein Zug entgleist und hat einen Unfall mit einem weiteren Zug und einem Bus verursacht. Glücklicherweise ist es nicht zu Personenschaden gekommen, aber die Strecke wird bis nach Mitternacht gesperrt sein und der Verkehr tat mal wieder das, was er auch - ohne Zugentgleisung - meistens tut: für den Rest des Tages stillstehen. Das war's bis jetzt, und die Woche ist noch nicht zu Ende...
Die Wohnung war eine dieser glücklichen Fügungen, denn Roland hatte seiner Kollegin Carmina vom Neuankömmling aus UK erzählt, und sie fragte direkt: "Braucht er eine Wohnung?". Ihr Freund zieht nämlich zu ihr, hat aber noch einen Mietvertrag bis Februar. Cliff übernimmt den jetzt, und hat damit für die nächsten Monate eine möblierte Bleibe mit beheiztem Tiefgaragenstellplatz! Wegen der Kreditkarte ist er Norbert's Rat gefolgt und hat ein Konto bei der Royal Bank of Canada eröffnet. Dort kann man bei Hinterlegung eines Sicherheitsbetrages sofort eine Kreditkarte bekommen, und außerdem reicht dort eine Eigenbeteiligung von 25% für einen Immobilienkredit! Die Jobaussichten wiederum hat er dank einiger Fäden, die Roland bei Kollegen und Ex-Kollegen gezogen hat. Und für das Gratis-Hockeyspiel bedanken wir uns bei Roland's Kollegen David (welcher eine deutsche Mutter hat). Allerdings haben die Flames das gemacht, was sie in dieser Saison kontinuierlich tun, nämlich kläglich verloren. Sozusagen der HSV des Hockeys, weswegen Sonja sie deshalb schon in Calgary Lames umgetauft hat. Das Auto hat Cliff übrigens alleine gekauft. Soll ja keiner sagen, wir würden uns in alles einmischen!
Roland hatte am Dienstag einen Termin zum Reifenwechsel gemacht, und heute abend, 14 Stunden vor dem Termin, hatten wir einen Platten! What are the odds of that? Glücklicherweise stand der Wagen gerade auf dem Parkplatz vor Sonjas Büro, und Sonja's phillipinischer Kollege Rhey war noch da. Während Roland von seinem Kollegen Bruce zum Ort des Geschehens gebracht wurde, hatten Rhey und Sonja bereits das Ersatzrad (auch Donut genannt) aufgezogen. Und morgen früh wird der Wagen als erstes zum Reifenhändler gebracht. Dann kann der Winter kommen! Nahe Roland's Büro ist heute ein Zug entgleist und hat einen Unfall mit einem weiteren Zug und einem Bus verursacht. Glücklicherweise ist es nicht zu Personenschaden gekommen, aber die Strecke wird bis nach Mitternacht gesperrt sein und der Verkehr tat mal wieder das, was er auch - ohne Zugentgleisung - meistens tut: für den Rest des Tages stillstehen. Das war's bis jetzt, und die Woche ist noch nicht zu Ende...
October 30, 2006
An Englishman in... Calgary
Gestern ist unser englischer Ex-Kollege Cliff in Calgary angekommen, versehen mit einem frischen Permanent Resident Status. Wir haben ihn natürlich vom Flughafen abgeholt und für die nächsten Tage Asyl angeboten, damit er erst einmal in Ruhe alle nötigen Behördengänge vornehmen und sich eine eigene Bleibe suchen kann. Cliff hat seinen Permanent Resident-Antrag etwa ein dreiviertel Jahr nach uns gestellt, aber die Bearbeitungszeit in England ist offensichtlich deutlich länger als in Deutschland. Er hat deshalb seine Bestätigung erst in diesem Frühsommer erhalten. Nun ist er hier, und er ist tatsächlich nur mit einem Koffer und einer Tasche eingewandert. No goods to follow! Wow! Natürlich war er erst ziemlich geschockt, als er sich die aktuellen Miet- und Immobilienpreise anschaute. Das sah vor zwei Jahren, als er das letzte Mal hier war, doch noch ein bißchen anders aus!
Heute hat es den ganzen Tag geschneit, deshalb konnten wir nicht so sehr viel mit ihm unternehmen. Für einen Spaziergang durch den benachbarten Park hat es aber gereicht. Trotz unserer Warnungen, sich ordentlich warm einzupacken, glaubte er, ohne Schal und Mütze los gehen zu können. Doch der Windchill von -14°C hat ihn schnellstens eines besseren belehrt. Bloody
October 23, 2006
Ich will 'raus!
Heute hatte die Frau des Hauses das Bedürfnis nach Urlaub. So ist man kurzerhand in das eine Stunde entfernte Banff gefahren, hat dort einen Bummel gemacht und dort die Ruhe der Nebensaison genossen. Anschließend ging es noch zum nahegelegenen Lake Minnewanka , der zur Zeit noch eisfrei ist. Was soll man sonst auch an einem Sonntag machen... ;-)
October 22, 2006
Was ist Snirt?
Beim Studium des Reiseteils im CALGARY HERALD haben wir wieder etwas über unsere neue Heimat Alberta gelernt. Auf einem km² leben statistisch gesehen knapp 5 Leute, in Deutschland hingegen sind es 232 Einwohner (NRW sogar 529). Somit befindet sich Deutschland auf Platz 50 und Kanada auf Platz 219 der Rangliste für Bevölkerungsdichte, das nur nebenbei. Na, wenn das kein Einwanderungsgrund ist! Weiterhin beträgt der Pro-Kopf-Anteil eines Albertaners ca. 1,5 Rinder. Besucher grüßt das Schild 'Willkommen im sonnigen Alberta' und das stimmt sogar, denn sogar bei -35°C haben wir bisher immer strahlenden Sonnenschein und blauen Himmel gehabt. Alberta hat 50 Provincial Parks, 17 Heritage Sites, 5 Nationalparks und 5 UNESCO World Heritage Sites. Es gibt nur eine Giftschlange, die Prärie-Klapperschlange, und KEINE Ratten in Alberta. Schneeschaufeln haben eine 'mittlere Lebenserwartung' von 2,5 Jahren.
Und SNIRT ist nicht etwa IKEA's neuestes Designerstück, sondern der Terminus Technicus für das Gemisch aus Flugsand und Schneeverwehung in der Prärie. Quelle: http://www.canada.com/calgaryherald/news/travel/story.html?id=ffae0b33-aa5d-4ea2-b514-6ba002a7fdfa
16:13 Uhr: Schreck in der Nachmittagsstunde:
Während sich der Herr Gemahl wieder einmal beim Future Shop vergnügte, surft die Frau des Hauses im Internet, als sie plötzlich ein ohrenbetäubendes Geräusch vom Sofa hochspringen lässt. Die Feuermelder in der Wohnung sind angesprungen! Es blinkt und piept furchterregend. Erster Gedanke: Trockner oder Waschmaschine brennt. War aber nicht. Also, erstmal alle Melder auf stumm gestellt, warm angezogen (schließlich ist es nur knapp über Null), Handtasche gegriffen und über die Feuertreppe (der Fahrstuhl soll ja bei Bränden eher vermieden werden) ins Freie. So gesellte man sich dann zu den anderen ratlosen Bewohnern und wartete auf die Ankunft der Feuerwehr. Drei Feuerwehrwagen und ein Ambulanzfahrzeug waren innerhalb weniger Minuten zur Stelle. Dann die Entwarnung. Auf unserer Etage hatte wohl ein Bauarbeiter im Nordtrakt vergessen, einen Heizlüfter auszustellen, welcher dann - gottseidank schwerentzündliche - Teppich- und Plastikreste zum Schwelen gebracht hatte. Die Feuerwehrleute stellten dann Equipment auf, welches für eine schnelle Entlüftung der Hausflure sorgte und gaben dann Entwarnung für unseren Trakt.
Und SNIRT ist nicht etwa IKEA's neuestes Designerstück, sondern der Terminus Technicus für das Gemisch aus Flugsand und Schneeverwehung in der Prärie. Quelle: http://www.canada.com/calgaryherald/news/travel/story.html?id=ffae0b33-aa5d-4ea2-b514-6ba002a7fdfa
16:13 Uhr: Schreck in der Nachmittagsstunde:
Während sich der Herr Gemahl wieder einmal beim Future Shop vergnügte, surft die Frau des Hauses im Internet, als sie plötzlich ein ohrenbetäubendes Geräusch vom Sofa hochspringen lässt. Die Feuermelder in der Wohnung sind angesprungen! Es blinkt und piept furchterregend. Erster Gedanke: Trockner oder Waschmaschine brennt. War aber nicht. Also, erstmal alle Melder auf stumm gestellt, warm angezogen (schließlich ist es nur knapp über Null), Handtasche gegriffen und über die Feuertreppe (der Fahrstuhl soll ja bei Bränden eher vermieden werden) ins Freie. So gesellte man sich dann zu den anderen ratlosen Bewohnern und wartete auf die Ankunft der Feuerwehr. Drei Feuerwehrwagen und ein Ambulanzfahrzeug waren innerhalb weniger Minuten zur Stelle. Dann die Entwarnung. Auf unserer Etage hatte wohl ein Bauarbeiter im Nordtrakt vergessen, einen Heizlüfter auszustellen, welcher dann - gottseidank schwerentzündliche - Teppich- und Plastikreste zum Schwelen gebracht hatte. Die Feuerwehrleute stellten dann Equipment auf, welches für eine schnelle Entlüftung der Hausflure sorgte und gaben dann Entwarnung für unseren Trakt.
October 17, 2006
Der Winter kommt!
Heute war der erste Wintertag, seitdem wir in unsere neue Wohnung gezogen sind. Natürlich haben wir den Feierabend dann bei Kaminfeuer und guter Musik auf dem Sofa verbracht. Der Blick nach draußen hat uns schon ein richtig winterliches Gefühl gegeben. Das Leben ist schön!
Nach dem gestrigen Einkauf bei Safeway ist Roland von einer Mitarbeiterin "genötigt" worden, doch einmal den elektronischen Checkout zu versuchen, anstatt sich an die menschlich besetzten Kassen anzustellen. Es wäre alles ganz einfach, und sie würde auch helfen! Man führt also den Barcode der Verpackung über einen Laser, der den Code einliest und gleich das Produkt mitsamt Preis auf einem Bildschirm ausgibt. Das klappte auch alles ganz gut bis man zu den Brötchen und Croissants kam, denn die haben naturgemäß ja keine Barcodes. So wurde also die Mitarbeiterin zur Hilfe gebeten, und siehe da, sie hatte auch ihre Probleme! Ein paar Interpretationen von Menüauswahlen sowie diverse Bildschirmknopfdrücke später waren die Backwaren endlich eingegeben. Jetzt musste Roland dem Computer nur noch seine Safeway-Card, seine Airmiles-Karte und natürlich die Kreditkarte näher bringen, und fertig war der Einkauf! Na ja, nicht ganz, denn normalerweise muss man sich um das Eintüten ja nicht selbst kümmern. Hier aber lagen immer noch alle Teile kreuz und quer auf dem Band. Die freundliche Mitarbeiterin half dann auch noch beim Einpacken, dennoch wurde man den Eindruck nicht los, dass das an der normalen Kasse nicht viel länger gedauert hätte...
October 10, 2006
Kein Cubicle!
Was eignet sich besser, als an einem Feiertag (T-Day) an die Arbeit zu denken. Im Gegensatz zu einigen Bekannten sind wir nämlich beide in der glücklichen Lage, über 'echte' Büros mit Fenstern zu verfügen. Nichts hätte uns mehr Grauen verursacht, als in diesen kleinen quadratischen Kästen, genannt cubicles, zu vegetieren, ohne natürliches Licht und bei permanenter Geräuschkulisse. Bei größeren Firmen wird bereits der Auszug aus dem Arbeits-Aquarium in ein (fensterloses) Büro als Privileg betrachtet. Zimmer mit Aussicht sind natürlich dem Management vorbehalten. In unserem Fall ist es also durchaus vorteilhaft, bei kleineren Unternehmen beschäftigt zu sein.
Heute früh gegen 9 Uhr haben wir (wohl das letzte Mal in diesem Jahr) die Powderface Road im Kananaskis unter die Räder genommen. Bei minus 3°C und einem frischen Wind kommt doch inzwischen das Bedürfnis nach Schal und Mütze auf. Nichtsdestotrotz haben wir unsere mitgebrachten Sandwiches und den Tee bei frostklarer Luft im Freien genossen.
Rauhreif bedeckt die Gräser und Sträucher, die Bäche fangen bereits an zuzufrieren. Der Winter steht vor der Tür!
Heute früh gegen 9 Uhr haben wir (wohl das letzte Mal in diesem Jahr) die Powderface Road im Kananaskis unter die Räder genommen. Bei minus 3°C und einem frischen Wind kommt doch inzwischen das Bedürfnis nach Schal und Mütze auf. Nichtsdestotrotz haben wir unsere mitgebrachten Sandwiches und den Tee bei frostklarer Luft im Freien genossen.
Rauhreif bedeckt die Gräser und Sträucher, die Bäche fangen bereits an zuzufrieren. Der Winter steht vor der Tür!
October 09, 2006
Was ist das?
Also, dieses Ding ist aus Kunststoff, ziemlich stabil, hat eine Art Außengewinde und innen ist es hohl. Klar, das ist ein Dübel! Das Ungewöhnliche ist aber, dass man diesen Dübel in eine kanadische(Trockenbau-) Wand drehen kann, ohne vorher ein Loch gebohrt zu haben! Man braucht lediglich einen Schraubendreher. Wir waren ziemlich beindruckt und ehrlich gesagt auch geschockt, dass das funktioniert. Aber unser Gast Thomas (Handwerker) hat uns mit Hilfe eines solchen Dübels einen schweren Spiegel aufgehängt. Trotz einiger anfänglich beunruhigender Knarzgeräusche in der Wand hat der Spiegel zumindest die erste Nacht überlebt.
Die hiesigen Trockenbauwände haben etwa eine Dicke von einem bis zwei Zentimetern, und man kann einen (kleinen) Nagel mit dem bloßen Daumen hinein drücken. Dennoch werden sogar Flachbild-Fernseher an diesen Wänden angebracht, dafür werden dann doch noch etwas andere Dübel (Anker) verwendet. Wir hatten da doch mehr Vertrauen in die deutschen Betonwände, für die man eine Schlagbohrmaschine braucht! Dazu passt auch, dass z.B. ein LACK Wandregalbrett (Insider werden wissen, wovon wir sprechen), dass in Deutschland mit vier Dübeln befestigt schon als erdbebensicher gelten würde, hier mit 16 Schrauben befestigt wird (so gesehen beim hiesigen IKEA)!
Auch wenn Kanada bei Auswanderern aus Deutschland weit unten rangiert (tatsächlich wandert nur etwa 1% der Deutschen Emigranten nach CA aus), ist uns beim Surfen diese (beunruhigend) gute Informationsseite der Bundesagentur für Arbeit aufgefallen. Es macht schon fast den Eindruck, als wenn Deutschland die Arbeitssuchenden gar nicht schnell genug 'loswerden' kann, hauptsache weg aus der Statistik, koste es was es wolle...
Und da wir gerade beim Thema 'Amt' sind, selbst die kanadische Regierung hat inzwischen festgestellt, dass der Boom in Alberta nicht nur Vorteile birgt: http://www.statcan.ca/Daily/English/060914/d060914c.htm Wir berichteten ja bereits im August von unseren persönlichen Eindrücken. Auch Windrose hat dieses Thema aus aktuellem Anlass aufgegriffen: http://rose-du-vent.blogspot.com/2006/10/arbeitslosenrate-in-kanada.html
Die hiesigen Trockenbauwände haben etwa eine Dicke von einem bis zwei Zentimetern, und man kann einen (kleinen) Nagel mit dem bloßen Daumen hinein drücken. Dennoch werden sogar Flachbild-Fernseher an diesen Wänden angebracht, dafür werden dann doch noch etwas andere Dübel (Anker) verwendet. Wir hatten da doch mehr Vertrauen in die deutschen Betonwände, für die man eine Schlagbohrmaschine braucht! Dazu passt auch, dass z.B. ein LACK Wandregalbrett (Insider werden wissen, wovon wir sprechen), dass in Deutschland mit vier Dübeln befestigt schon als erdbebensicher gelten würde, hier mit 16 Schrauben befestigt wird (so gesehen beim hiesigen IKEA)!
Auch wenn Kanada bei Auswanderern aus Deutschland weit unten rangiert (tatsächlich wandert nur etwa 1% der Deutschen Emigranten nach CA aus), ist uns beim Surfen diese (beunruhigend) gute Informationsseite der Bundesagentur für Arbeit aufgefallen. Es macht schon fast den Eindruck, als wenn Deutschland die Arbeitssuchenden gar nicht schnell genug 'loswerden' kann, hauptsache weg aus der Statistik, koste es was es wolle...
Und da wir gerade beim Thema 'Amt' sind, selbst die kanadische Regierung hat inzwischen festgestellt, dass der Boom in Alberta nicht nur Vorteile birgt: http://www.statcan.ca/Daily/English/060914/d060914c.htm Wir berichteten ja bereits im August von unseren persönlichen Eindrücken. Auch Windrose hat dieses Thema aus aktuellem Anlass aufgegriffen: http://rose-du-vent.blogspot.com/2006/10/arbeitslosenrate-in-kanada.html
October 01, 2006
Downtown im Uptown
Die internationalen Filmfestspiele in Calgary haben uns doch mal wieder dazu gebracht, ins Kino zu gehen, denn nach 'Brokeback Mountain' wurde bisher nur visueller Schrott aus Hollywood in den Kinos geboten. An diesem Abend haben wir uns 'Elementarteilchen' mit Moritz Bleibtreu im Originalton mit englischen Untertiteln angeschaut. Die Vorführung war sehr gut besucht, unter anderem von Calgarians, die Deutsch als Fremdsprache lernen oder - wie unser Sitznachbar, einen Teil der Kindheit in Deutschland verbracht haben. An der VIP Lounge (das Zelt links im Hintergrund) glaubte Roland dann sogar noch einen Promi (Hannes Jaenicke) aus dem deutschen Fernsehen entdeckt zu haben. Zurückhaltend, wie wir nun mal sind, haben wir jedoch nur beobachtet, und die VIPs sich selbst überlassen...
So ein STRESS!
Diese Woche hatten wir tatsächlich einmal so etwas wie Stress auf der Arbeit. In Sonjas Firma wurde ja in der voran gegangenen Woche ein neues Computersystem zum Erfassen aller Aufträge, Bestellungen, Bestände mit allem Drum und Dran eingeführt. Obwohl die betreuende IT-Firma aus Vancouver der Meinung war, dass alles "very smooth" abgelaufen wäre, hat sich Sonja tagelang über haarsträubende (im Vorfeld vermeidbare) Fehler geärgert und viel Arbeit mit dem wiederholten Wiedereinpflegen von Daten gehabt. Am Ende der Woche hat ihr erster Chef dann noch nebenbei fallen lassen, dass er nun für zwei Wochen in Urlaub auf Vancouver Island wäre (ohne Telefonverbindung). Sonjas zweiter Chef ist seit Wochen auf Montage in Edmonton, also "durfte" sie diese Woche neben Ein- und Verkäuferin auch noch Chefin spielen.
Währenddessen gab es in Rolands Firma Quartalsinventur, und das ist meistens ein Albtraum. Weniger wegen der eigentlichen Inventur, denn die hat man mittlerweile dank Barcode Scannern recht gut im Griff, sondern wegen der drei Monate zwischen zwei Inventuren, in denen wirklich alles falsch gemacht wird, was man falsch machen kann. Was dann so alles bei der Analyse von Inventurdifferenzen zutage kommt: Produkte werden an Kunden geliefert ohne Lieferpapiere und Buchungen, Produkt A wird produziert und Produkt B gebucht, Rechnungen werden nicht verschickt und der Einfachheit halber storniert man die Warenausgangsbuchung, Wareneingangsrechnungen werden doppelt gebucht und, und, und. Im Vergleich dazu ist Anarchie und Chaos ordentlicher. Schuld an allem ist natürlich immer das Computersystem, denn das kann bei dem Durcheinander irgendwie nicht mithalten! Wer sich nun aus seiner europäischen Erfahrung heraus die entsprechenden Mitarbeiter einmal ernsthaft vorknöpfen würde, verschlimmert das Problem nur noch, denn der entsprechende Kollege würde sich einfach nebenan bewerben und wäre morgen nicht mehr da! Man muss also immer freundlich bleiben und wieder und wieder erklären, wie es richtig gemacht wird... Das Gute daran ist, dass wir von dem ganzen Chaos ganz gut leben können, denn wir sind hier oft so etwas wie die Einäugigen unter den Blinden. Also keine Beschwerden unsererseits!
Off topics: Leider haben wir eine schlechte Nachricht für Urlauber, denn Kanada schafft die Mehrwertsteuer-Erstattung für Touristen ab. Bislang konnte man sich für seine Einkäufe im Kanada-Urlaub einen Teil der Mehrwertsteuer erstatten lassen. Nun soll das sogenannte Tax Refund Program abgeschafft werden. Quelle: http://blog.urlaub-in-kanada.de/?p=24
Off topics: Leider haben wir eine schlechte Nachricht für Urlauber, denn Kanada schafft die Mehrwertsteuer-Erstattung für Touristen ab. Bislang konnte man sich für seine Einkäufe im Kanada-Urlaub einen Teil der Mehrwertsteuer erstatten lassen. Nun soll das sogenannte Tax Refund Program abgeschafft werden. Quelle: http://blog.urlaub-in-kanada.de/?p=24
September 24, 2006
Umwege und kanadische Garantieleistungen
Nach unserem Shopping-Nachmittag in der renovierten Sunridge Mall und dem Besuch der üblichen Verdächtigen A&B Sound, BestBuy und FutureShop haben wir wieder einmal einen Abstecher zur Salisbury St SE in Ramsey gemacht. Grund: der unvergleichliche Blick auf Downtown. Nun sind wir fast anderthalb Jahre in Calgary und können die Stadt immer noch mit Touristen-Augen ansehen. Dazu ein wunderschöner Herbsttag bei 20°C, was will man mehr? Auf dem Weg nach Hause sind wir noch durch Mission am Elbow River gefahren, einer der schönsten Wohngegenden in Calgary! Leider dieser Tage unbezahlbar...
Dass die Garantie- und Rückgabebestimmungen in Kanada anders als in Deutschland sind, haben wir bereits mehrfach, oft positiv, feststellen können. Umtausch, Rückgabe oder kostenlose Ausgabe von Ersatzteilen werden normalerweise sehr kulant und problemlos gehandhabt. Ein Nachteil ist jedoch, dass der Garantiezeitraum meist auf 6 bis 12 Monate beschränkt ist. Die cleveren Geschäftsleute haben dafür noch ein Zusatz-Garantiepaket 'erfunden', welches man für viel Geld erwerben kann. Und nun können wir noch von einer besonderen Erfahrung berichten: Igor, ein Freund von Roland, hatte neulich zusammen mit seiner Frau eine Matratze gekauft. Nach der Anlieferung und häuslichem Probeliegen stellte sich jedoch heraus, dass die Matratze doch ein paar Grade zu hart war. Als Igor dann im Geschäft die Abholung und Rücknahme, bzw. den Umtausch veranlassen wollte, wurde er zunächst nach seinem Familienstand befragt !?! Auf die irritierte Antwort: Verheiratet, bekam er dann zu hören: Der Umtausch ist nur mit schriftlichem Einverständnis Ihrer Frau möglich! Zuvor hatte es wohl bereits Fälle gegeben, in denen die Ehepartner unterschiedlicher Meinung waren, und der offensichtlich harmoniebedürftige Verkäufer glaubte wohl, auf diese Weise einen Ehekrach im Hause G. vermeiden zu können...
Dass die Garantie- und Rückgabebestimmungen in Kanada anders als in Deutschland sind, haben wir bereits mehrfach, oft positiv, feststellen können. Umtausch, Rückgabe oder kostenlose Ausgabe von Ersatzteilen werden normalerweise sehr kulant und problemlos gehandhabt. Ein Nachteil ist jedoch, dass der Garantiezeitraum meist auf 6 bis 12 Monate beschränkt ist. Die cleveren Geschäftsleute haben dafür noch ein Zusatz-Garantiepaket 'erfunden', welches man für viel Geld erwerben kann. Und nun können wir noch von einer besonderen Erfahrung berichten: Igor, ein Freund von Roland, hatte neulich zusammen mit seiner Frau eine Matratze gekauft. Nach der Anlieferung und häuslichem Probeliegen stellte sich jedoch heraus, dass die Matratze doch ein paar Grade zu hart war. Als Igor dann im Geschäft die Abholung und Rücknahme, bzw. den Umtausch veranlassen wollte, wurde er zunächst nach seinem Familienstand befragt !?! Auf die irritierte Antwort: Verheiratet, bekam er dann zu hören: Der Umtausch ist nur mit schriftlichem Einverständnis Ihrer Frau möglich! Zuvor hatte es wohl bereits Fälle gegeben, in denen die Ehepartner unterschiedlicher Meinung waren, und der offensichtlich harmoniebedürftige Verkäufer glaubte wohl, auf diese Weise einen Ehekrach im Hause G. vermeiden zu können...
September 18, 2006
Sonntagsnachmittagsausflug
Nachdem Sonja Feierabend hatte (Feiermittag wäre das bessere Wort, denn um zwei war bereits Schluss), haben wir zur Entspannung unsere Hausstrecke im Kananaskis abgefahren. Der Highway #40 ist nur wenige Monate im Jahr geöffnet und führt über den Highwood-Pass, welcher mit 2.227m die höchste asphaltierte Passstraße Kanadas ist. Neben ersten Langläufern und Snowboardern gab es heute auch besonders viel anderes 'Wildlife' zu entdecken. Elche, Rehe, Bergschafe und Koyoten haben so manchen Verkehrstau (drei oder vier Autos) durch fotobegeisterte Touristen verursacht. Vielen Dank an Norbert für den Tipp, diese Tour noch im Indian Summer zu machen. Herbstlaub, kombiniert mit Schnee und blauer Himmel als Kontrast dazu... Einmal mehr sind wir glücklich darüber, so etwas gleich 'um die Ecke' geboten zu bekommen.
September 16, 2006
Schnee auf der Mütze
Noch vor einer Woche hatten wir es sonnig warme 26°C und was ist jetzt passiert? 1°C und Schneeregen. Es sieht so aus, als wenn wir ohne Übergang die Badehose gegen den Ski-Overall tauschen können. Der Sommer ist damit wohl offiziell zu Ende. Hier ein Bild von einer Webcam aus Canmore. Was bleibt einem also anderes übrig, als es sich mit einer guten Tasse Kaffee vor dem (funktionierenden) Kamin gemütlich zu machen.
Sonja muss dieses Wochenende wegen Software Upgrade, Training und Systemtest arbeiten. Hört sich dramatisch an, dennoch ist so etwas hier in Kanada nicht wirklich mit Stress verbunden. Man verabredet eine 'Richtzeit' von 9 Uhr. Bis halb zehn sind tatsächlich alle Beteiligten eingetrudelt, um erst einmal zu beraten, wer was von Tim Horton's zum Frühstück möchte. Einer macht dann also den ersten 'Donut-Run'. Um 10 Uhr wird dann mit der eigentlichen Arbeit begonnen. Um Zwölf werden die Bestellungen für A&W (Burger-Kette) aufgenommen. Von 1 Uhr an wird weiter gearbeitet, herumprobiert und getestet bis der zweite 'Donut-Run' fällig wird. Nach einer gemütlichen Kaffeerunde hat keiner mehr rechte Lust und das Team verabredet sich für den nächsten Tag. Netto-Arbeitszeit rund 5 Stunden, die Erschöpfung kommt ganz klar vom vielen Essen...
September 10, 2006
Herbstboten und Turnierpferde
Morgens um halb sieben ist die Welt noch in Ordnung. Vor allem, wenn man bei einer Tasse Tee auf dem Balkon sitzt und den Sonnenaufgang beobachtet.
Das Laub verfärbt sich zwar so langsam aufgrund der einstelligen Morgentemperaturen, trotzdem wird es tagsüber meist noch 24 bis 26°C warm. Wir hatten einen unglaublichen Sommer, mit gerade genug Regen, dass die Vegetation recht grün geblieben ist.Gleichzeitig findet auf dem Gelände das
Festival of Nations mit seinen kulturellen Veranstaltungen und vor allem kulinarischen Genüssen statt.
So gaben wir uns nur kurz dem Pferdespektakel hin und folgten dann unserer Nase. Lecker polnische Würste oder holländische Poffertjes, Alberta Beef-in-a-Bun (das kanadische Gegenstück zum Spießbraten-Brötchen) und Kuchen. Weiterhin wurden landestypische (wir würden sagen: kitschige) Produkte von Verkaufspersonal in jeweiliger Landestracht feilgeboten. Da gab's den deutschen Bierseidel, den australischen Kanguruhlederstiefel, die indianische Pferdedecke oder die dänische Klöppelei, Schottenröcke im britischen Pavillion und belgische Pralinen. Die familiäre Atmosphäre unterschied sich sehr angenehm von vergleichbaren Veranstaltungen in Aachen oder Düsseldorf.Ein plötzlich aufkommender Sturm mit orkanartiken Windböen erschreckte die Besucher kurzfristig, da plötzlich harmlose Sonnenschirme, Plastikmöbel und Pappgeschirr zu Geschossen wurden und Äste von den Bäumen abbrachen. Aber nach einer Viertelstunde war dieser Spuk wieder vorbei. Wir hatten uns unterdessen in eine VIP-Lounge am Parkur geflüchtet, da wir der Standhaftigkeit der Pavillions nicht trauten, und auf diese Weise noch die heutige Siegerehrung mitbekommen.
September 05, 2006
Kilometer-Junkies
Ganz spontan haben wir das lange Labour-Day Wochenende für einen unserer berüchtigten kilometer-fressenden Ausflüge genutzt und uns 'mal eben' auf einen 1.600km Round-Trip begeben. Über den Icefield-Parkway, ging es zunächst vorbei an den Columbia Icefields nach Jasper.
Dort war jedoch 'der Bär los', was uns dazu veranlasste, nach einem ruhigeren Plätzchen Ausschau zu halten. Auf dem Yellowhead Trail gen Westen, haben wir dann Mount Robson, mit 3.954 m der höchste Berg in den Kanadischen Rockies, bei strahlendem Sonnenschein erlebt. Das gibt es wohl nur wenige Tage im Jahr, wie wir erfahren haben.
Im Dorf der Vergessenen - Valemount - haben wir dann einen Zwischenstopp eingelegt, bevor es uns weiter zum Wells Gray Provincial Park zog. Wells Gray ist und bleibt einer unserer Favoriten, schon allein wegen der Wasserfälle und der Bären-Garantie.
Helmcken Falls
Weiter ging es südwestlich Richtung Kamloops, doch dort fanden wir es zu heiß (32°C) und trocken, so dass wir über den Highway No 1 zurück gen Osten bis Salmon Arm durchgefahren sind. Gern hätten wir uns dort einfach ein Hausboot gemietet und wären noch ein paar Tage durch die Shushwap Region geschippert, aber... keine Zeit.
In diese Ecke wird es uns wohl noch öfter ziehen. Die Seen-Landschaft, das milde Klima (hier wird sogar Wein angebaut) und die Möglichkeiten für Naturbeobachtungen - hier Osprey (Fischadler) - haben uns neugierig gemacht. Heute früh, vor dem großen Rückreiseverkehr, fuhren wir dann über die übliche Strecke Revelstoke - Golden - Banff zurück... nichts besonderes halt ;-)
August 27, 2006
Alte Schätze
Beim Entmisten unseres Computers sind wir auf diese alten Tagebuchnotizen gestoßen. Es beschreibt Zeit und Aktivitäten von der Entscheidungsphase bis zum Erhalt der Visa. Wen's interessiert: Hier klicken.
August 24, 2006
Feuerwerk made in Germany
Gute Verbindungen haben uns zu Freikarten für die Feuerwerks-Show www.globalfest.ca am vergangenen Sonntag verholfen. (Danke, Rose!) Verschiedene Nationen präsentieren hier zehn Tage lang pyrotechnische und kulturelle Spezialitäten (Roland bekam sein italienisches Eis!). Natürlich haben wir das Team Deutschland kräftig unterstützen wollen, und das sollte mit dem Erheben zur Nationalhymne beginnen. Aber was dann gespielt wurde, war nicht etwa die uns bekannte etwas langweilige Melodie aus 'Einigkeit und Recht...', sondern eine uns völlig unbekannte Musik. Und wie das hier so in Kanada ist, wird taktvoll über diesen Faux Pas hinweg gesehen und mit dem Programm einfach kommentarlos weitergemacht. Das Feuerwerk begann ganz klassisch mit Wagners 'Also sprach...', ging dann in Techno-Klänge von Hypnotic Grooves über, bei dem gänsehauterzeugend der Erlkönig rezitiert wurde. Später gab es dann Funkenregen zu Country Rock und Pop. 'One moment in time' von Whitney Houston markierte dann - etwas schmalzig - das große Finale. Ein sehenswertes Spektakel!
Sonja, Oma Vogel, Rose, Sonja
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August 20, 2006
Was wir aus Deutschland vermissen
Dieses Thema wurde kürzlich in einem Immigranten-Forum angesprochen und hat uns ebenfalls in Grübeln gebracht...
Das Wetter ist schön, und die Sehnsucht nach einem Straßencafé, an dem mal kein Starbucks oder Second Cup Logo prangt, kommt auf. Oder noch besser: nach einer guten italienischen Eisdiele, am besten in einer netten Fußgängerzone.
Auch wenn hier in Calgary inzwischen so gut wie alle Lebensmittel-Bedürfnisse im Supermarkt oder in Deli-Läden gestillt werden können (z.B. http://www.edelweissimports.com/), fehlt uns Teewurst und ordentlicher Kuchen, z.B. Quark-Käsekuchen (wie kürzlich bei Frau V. genossen), Bienenstich und Schweineohren mit Schokoguss. Wenn wir schon beim Essen sind, Mom's kulinarische Experimente im Familienkreis und Fejoada à la Christa vermissen wir besonders. Außerdem die kleinen Fastfood-Sünden wie 'echte' Pizza, Döner, Currywurst.
Uns nervt, dass man im Restaurant einfach nicht gemütlich sitzen bleiben kann. Es wird immer schon abgeräumt, sogar, während der andere noch beim Essen ist.
Gute Tageszeitungen und vor allem die Vielfalt an Zeitschriften.
Kaffeeklatsch (gibt's da eigentlich ein englisches Wort für?) mit der besten Freundin oder ein zünftiger Herrenabend.
Energiesparmaßnahmen, Naturschutz, Müllvermeidungs- und Wiederverwertungskonzepte. Der Kanadier scheint mit Umweltbewusstsein am ehesten zu verknüpfen, welche motorisierten Sportarten er wohl im Wald und auf den Seen ausüben kann... ;-)
OK, wir wissen, das sind nur Kleinigkeiten. Dennoch freuen wir uns schon auf den nächsten Besuch als Touristen in unserer Heimat. Ja, als Touristen, denn unser Lebensmittelpunkt ist heute in Kanada, und die Liste der Dinge, die wir eher NICHT vermissen, würde den Rahmen dieses Eintrags sprengen ;-)
Das Wetter ist schön, und die Sehnsucht nach einem Straßencafé, an dem mal kein Starbucks oder Second Cup Logo prangt, kommt auf. Oder noch besser: nach einer guten italienischen Eisdiele, am besten in einer netten Fußgängerzone.
Auch wenn hier in Calgary inzwischen so gut wie alle Lebensmittel-Bedürfnisse im Supermarkt oder in Deli-Läden gestillt werden können (z.B. http://www.edelweissimports.com/), fehlt uns Teewurst und ordentlicher Kuchen, z.B. Quark-Käsekuchen (wie kürzlich bei Frau V. genossen), Bienenstich und Schweineohren mit Schokoguss. Wenn wir schon beim Essen sind, Mom's kulinarische Experimente im Familienkreis und Fejoada à la Christa vermissen wir besonders. Außerdem die kleinen Fastfood-Sünden wie 'echte' Pizza, Döner, Currywurst.
Uns nervt, dass man im Restaurant einfach nicht gemütlich sitzen bleiben kann. Es wird immer schon abgeräumt, sogar, während der andere noch beim Essen ist.
Gute Tageszeitungen und vor allem die Vielfalt an Zeitschriften.
Kaffeeklatsch (gibt's da eigentlich ein englisches Wort für?) mit der besten Freundin oder ein zünftiger Herrenabend.
Energiesparmaßnahmen, Naturschutz, Müllvermeidungs- und Wiederverwertungskonzepte. Der Kanadier scheint mit Umweltbewusstsein am ehesten zu verknüpfen, welche motorisierten Sportarten er wohl im Wald und auf den Seen ausüben kann... ;-)
OK, wir wissen, das sind nur Kleinigkeiten. Dennoch freuen wir uns schon auf den nächsten Besuch als Touristen in unserer Heimat. Ja, als Touristen, denn unser Lebensmittelpunkt ist heute in Kanada, und die Liste der Dinge, die wir eher NICHT vermissen, würde den Rahmen dieses Eintrags sprengen ;-)
August 14, 2006
Fast wie in Vancouver
Heute haben wir uns auf Scout-Tour begeben, da wir auf der Suche nach einem Picknick-Platz für die bevorstehende Grill-Runde mit unserer Expat-Gruppe sind. Im North Glenmore Park haben wir nicht nur einige geeignete Grillstellen mit genügend Sitzplätzen entdeckt, sondern sind zufällig über das Drachenboot-Festival gestolpert, welches heute auf dem Glenmore Reservoir stattfindet. Insgesamt hat uns die Atmosphäre und das Szenario sehr an unsere Aufenthalte in Vancouver erinnert, an den Stanley Park und das Drachenbootrennen im False Creek. Seufz, und wieder mal kommt der Wunsch nach Urlaub auf... nicht, dass wir gestresst wären, nur reiselustig...
August 12, 2006
Das Große Fressen
... oder Taste of Calgary. Gestern trafen wir uns im Rahmen unserer Expat-Gruppe Downtown am Eau Claire Market, um dem internationalen Restaurant- und Weinprobe-Festival beizuwohnen. Man erwarb Verzehr-Tickets und konnte diese an verschiedenen Ständen in kleine kulinarische Erlebnisse aus aller Welt (u.a. China, Japan, Mexiko, Vietnam, Karibik) verwandeln. Besonders aber hat es uns beim Türken und beim Mongolen geschmeckt. Hier werden wir wohl die dazugehörigen Restaurants noch ausgiebiger testen müssen. Für uns neu war übrigens beim Bier-Test das Warsteiner Dunkel, hat aber nicht schlecht geschmeckt. Ein Wolkenbruch hat zwar kurzfristig unsere Bier- und Cocktailrunde 'verwässert', aber das hat der Stimmung keinen Abbruch getan.
August 08, 2006
Civic Holiday
Der erste Montag im August ist (wieder einmal) arbeitsfrei. Beim Versuch, etwas über den Ursprung des heutigen Civic Holiday herauszufinden, sind wir jedoch nicht sehr erfolgreich gewesen. Nur soviel: es handelt sich nicht etwa um einen gesetzlich festgelegten Feiertag, d.h. wenn der Arbeitgeber es anordnet, hat der Arbeitnehmer zur Arbeit zu erscheinen. Wir haben aber nette Arbeitgeber und dürfen somit das lange Wochenende genießen ;-) Doch warum existiert dieser Feiertag? In Alberta wird dieser als Heritage Day begangen, d.h. wohl, dass wir der ersten Immigranten gedenken sollen oder so. In den meisten anderen Provinzen wird dieser Heritage Day übrigens am 3. Montag im Februar gefeiert, aber da wir Albertaner uns dieses nicht so einfach vorschreiben lassen, haben wir diesen Tag zum Family Day erklärt, damit wir den Heritage Day im Sommer feiern können. Es existiert aber auch die Meinung, dass es sich um einen 'Nur so' Feiertag handelt, schließlich es Sommer, die Schulen und andere öffentliche Einrichtungen haben geschlossen, warum soll man sich da nicht einfach ein langes Wochenende gönnen...
August 06, 2006
Die Schattenseiten des Booms
Selbst auf die Gefahr hin, dass wir uns wiederholen, aber es ist nicht alles rosig im Sonnenstaat Alberta. Im heutigen Calgary Herald wurden die aktuellen kanadischen Arbeitsmarktzahlen veröffentlicht, und die lesen sich auf den ersten Blick grandios:
Arbeitslosenquoten per Provinz:
Nfld. and Labrador 14.6%
Prince Edward Island 11.2%
New Brunswick 8.9%
Nova Scotia 8.3%
Quebec 8.1%
Ontario 6.5%
Saskatchewan 4.7%
Manitoba 4.7%
British Columbia 4.7%Alberta 3.6%
Das sieht ja zunächst einmal wirklich gut aus für Alberta und sein Zugpferd Calgary. Im selben Bericht wird aber auch darauf eingegangen, dass es mittlerweile einige Probleme gibt:
1. Der Arbeitskräftemangel hat zu einer Verschlechterung des Services, speziell im Hotel- und Gastronomiebereich geführt. Hotels bekommen kein Personal mehr für einfache Tätigkeiten wie Zimmermädchen, Köche und Kellner. Für Löhne von 12$/h will hier einfach niemand mehr arbeiten, wenn man in der Öl- und Gasindustrie das Doppelte verdienen kann. Auch wir gehen schon erheblich seltener in Restaurants, weil die Qualität im Laufe des letzten Jahres erheblich abgenommen hat.
2. Die Wohnungsknappheit und die explodierenden Mietpreise machen es fast unmöglich, neue Mitarbeiter aus Ostkanada oder Übersee zu rekrutieren. Für 15 bis 18$/h kann man sich hier halt kaum eine Wohnung leisten, die 1000$ im Monat kostet (und nebenbei vielleicht noch eine Familie ernähren). Im Hotelgewerbe ist man deshalb dazu übergegangen, neuen Mitarbeitern eigene Hotelzimmer anzubieten, die dann natürlich nicht mehr an Touristen vergeben werden können, was dann wiederum denn Profit verringert.
3. Die Jugend spielt völlig verrückt. Anstatt eine Mindestschulausbildung zu absolvieren, beenden viele junge Leute die Schule ohne Abschluss, um für 50.000$ im Jahr in den Ölfeldern zu arbeiten. Natürlich kaufen sie sich auch gleich einen Pick-Up Truck auf Pump. Dies wird wie ein Bumerang zurück schießen, wenn sich hier die allgemeine wirtschaftliche Lage erst einmal abgekühlt hat!
4. Bei den ersten nicht-Öl-und-Gas-produzierenden Unternehmen hat die Abwanderung schon begonnen. So hat der größte Kunde von Rolands Firma in Ontario eine neue Fabrik aufgebaut und begonnen, Produktionskapazitäten von Edmonton nach Ontario zu verlegen. Rolands Firma wird auf Dauer auch nichts anderes übrig bleiben, als die einfache Produktion in andere preiswerter produzierende Provinzen oder direkt offshore (nach China?) zu verlagern. In Calgary würde dann neben Forschung und Entwicklung nur noch die Fertigung komplizierterer Produkte verbleiben.
Auf Dauer wird Alberta also ausschließlich auf Öl und Gas bauen. Diese Strategie mag aufgehen, solange genügend Ölreserven aus nord-albertanischem Sand zu gewinnen sind, der Ölpreis auf diesem Niveau bleibt, Amerika und Asien so energiehungrig bleiben und in Nahost täglich Bomben hoch gehen. Aber in 100 Jahren, wenn Autos auf Wasserstoffbasis oder mit Sonnenenergie fahren, kann Alberta dann durchaus aussehen wie ein postapokalyptisches Hochhausmeer ohne Menschen darin…
Arbeitslosenquoten per Provinz:
Nfld. and Labrador 14.6%
Prince Edward Island 11.2%
New Brunswick 8.9%
Nova Scotia 8.3%
Quebec 8.1%
Ontario 6.5%
Saskatchewan 4.7%
Manitoba 4.7%
British Columbia 4.7%Alberta 3.6%
Das sieht ja zunächst einmal wirklich gut aus für Alberta und sein Zugpferd Calgary. Im selben Bericht wird aber auch darauf eingegangen, dass es mittlerweile einige Probleme gibt:
1. Der Arbeitskräftemangel hat zu einer Verschlechterung des Services, speziell im Hotel- und Gastronomiebereich geführt. Hotels bekommen kein Personal mehr für einfache Tätigkeiten wie Zimmermädchen, Köche und Kellner. Für Löhne von 12$/h will hier einfach niemand mehr arbeiten, wenn man in der Öl- und Gasindustrie das Doppelte verdienen kann. Auch wir gehen schon erheblich seltener in Restaurants, weil die Qualität im Laufe des letzten Jahres erheblich abgenommen hat.
2. Die Wohnungsknappheit und die explodierenden Mietpreise machen es fast unmöglich, neue Mitarbeiter aus Ostkanada oder Übersee zu rekrutieren. Für 15 bis 18$/h kann man sich hier halt kaum eine Wohnung leisten, die 1000$ im Monat kostet (und nebenbei vielleicht noch eine Familie ernähren). Im Hotelgewerbe ist man deshalb dazu übergegangen, neuen Mitarbeitern eigene Hotelzimmer anzubieten, die dann natürlich nicht mehr an Touristen vergeben werden können, was dann wiederum denn Profit verringert.
3. Die Jugend spielt völlig verrückt. Anstatt eine Mindestschulausbildung zu absolvieren, beenden viele junge Leute die Schule ohne Abschluss, um für 50.000$ im Jahr in den Ölfeldern zu arbeiten. Natürlich kaufen sie sich auch gleich einen Pick-Up Truck auf Pump. Dies wird wie ein Bumerang zurück schießen, wenn sich hier die allgemeine wirtschaftliche Lage erst einmal abgekühlt hat!
4. Bei den ersten nicht-Öl-und-Gas-produzierenden Unternehmen hat die Abwanderung schon begonnen. So hat der größte Kunde von Rolands Firma in Ontario eine neue Fabrik aufgebaut und begonnen, Produktionskapazitäten von Edmonton nach Ontario zu verlegen. Rolands Firma wird auf Dauer auch nichts anderes übrig bleiben, als die einfache Produktion in andere preiswerter produzierende Provinzen oder direkt offshore (nach China?) zu verlagern. In Calgary würde dann neben Forschung und Entwicklung nur noch die Fertigung komplizierterer Produkte verbleiben.
Auf Dauer wird Alberta also ausschließlich auf Öl und Gas bauen. Diese Strategie mag aufgehen, solange genügend Ölreserven aus nord-albertanischem Sand zu gewinnen sind, der Ölpreis auf diesem Niveau bleibt, Amerika und Asien so energiehungrig bleiben und in Nahost täglich Bomben hoch gehen. Aber in 100 Jahren, wenn Autos auf Wasserstoffbasis oder mit Sonnenenergie fahren, kann Alberta dann durchaus aussehen wie ein postapokalyptisches Hochhausmeer ohne Menschen darin…
July 31, 2006
Pow Wow
Dieses Wochenende hatten wir Besuch in unserem „Ferien-Appartement“ von einem alten Kollegen aus Düsseldorfer Zeiten. Günther, der selber Anfang der Siebziger für ein paar Jahre in Edmonton gelebt hatte, hatte mit seinen Erzählungen über seine Zeit in Kanada einen nicht unerheblichen Einfluss auf unsere Entscheidung, nach Kanada zu immigieren. Nachdem er im letzten Jahr pensioniert worden war, hat er diesen Sommer für einen ausgedehnten Kanada-Trip genutzt. Seine aktuelle Etappe führte ihn nach Calgary. Wir haben uns sehr gefreut, ihn für ein paar Tage beherbergen zu dürfen!
Den Samstag haben wir zu einem Besuch bei unseren neuen „Nachbarn“, der Tsuu-T'ina Nation genutzt. Die First Nations veranstalten nämlich gerade ihr jährliches Pow Wow (Zusammenkunft), um Ihre Tradition und Kultur zu feiern. Freundlicherweise erlauben sie auch uns Weißen, als Gäste daran teil zu nehmen. Das Gelände war vollgepackt mit Trailern, Zelten und traditionellen Tipis. Natürlich gab es auch eine 'Fressmeile', Kinder-Hüpfburgen, Souvenir-Shops und Rodeo-Veranstaltungen.
Im Zentrum stand ein Rundhaus, in welchem das eigentliche Ereignis stattfand. Indianer aller Altersklassen, darunter erstaunlich viele junge Leute, waren in wunderschöne bunte Gewänder gehüllt, mit großartigen Federschmücken ausgestattet, und hatten teilweise sogar eine (etwas beängstigende) Gesichtsbemalung. In voller Montur führten sie, in Altersklassen eingeteilt, indianische Tänze auf. Begleitet und geführt wurden sie dabei durch rhythmische Trommelmusik und den typischen Gesang, der sich für unsere europäische Ohren zunächst wie wildes Geschrei anhörte. Durch die wirbelnden Körper und bunten Farben der Kostüme wurde man unweigerlich in den Bann dieser Musik geschlagen. Ein Ältestenrat bewertete die Darstellungen und führte die Siegerehrungen durch. Im Kreis um die Tanzfläche herum saßen hunderte von Menschen (hauptsächlich First Nations), schauten begeistert zu, feuerten ihre Favoriten an und spendeten viel Applaus. Die Atmosphäre war sehr fremdartig, der Gesang verursachte uns Gänsehaut, und die Würde und der Stolz dieses Volkes hat uns schwer beeindruckt. Ein großartiges und farbenfrohes Erlebnis! Den Sinn vieler dieser Tänze, Gesänge und Rituale haben wir Second Nations leider nicht verstanden, aber wir haben uns gefreut, dabei gewesen sein zu dürfen. Bilder hier
Den Samstag haben wir zu einem Besuch bei unseren neuen „Nachbarn“, der Tsuu-T'ina Nation genutzt. Die First Nations veranstalten nämlich gerade ihr jährliches Pow Wow (Zusammenkunft), um Ihre Tradition und Kultur zu feiern. Freundlicherweise erlauben sie auch uns Weißen, als Gäste daran teil zu nehmen. Das Gelände war vollgepackt mit Trailern, Zelten und traditionellen Tipis. Natürlich gab es auch eine 'Fressmeile', Kinder-Hüpfburgen, Souvenir-Shops und Rodeo-Veranstaltungen.
Im Zentrum stand ein Rundhaus, in welchem das eigentliche Ereignis stattfand. Indianer aller Altersklassen, darunter erstaunlich viele junge Leute, waren in wunderschöne bunte Gewänder gehüllt, mit großartigen Federschmücken ausgestattet, und hatten teilweise sogar eine (etwas beängstigende) Gesichtsbemalung. In voller Montur führten sie, in Altersklassen eingeteilt, indianische Tänze auf. Begleitet und geführt wurden sie dabei durch rhythmische Trommelmusik und den typischen Gesang, der sich für unsere europäische Ohren zunächst wie wildes Geschrei anhörte. Durch die wirbelnden Körper und bunten Farben der Kostüme wurde man unweigerlich in den Bann dieser Musik geschlagen. Ein Ältestenrat bewertete die Darstellungen und führte die Siegerehrungen durch. Im Kreis um die Tanzfläche herum saßen hunderte von Menschen (hauptsächlich First Nations), schauten begeistert zu, feuerten ihre Favoriten an und spendeten viel Applaus. Die Atmosphäre war sehr fremdartig, der Gesang verursachte uns Gänsehaut, und die Würde und der Stolz dieses Volkes hat uns schwer beeindruckt. Ein großartiges und farbenfrohes Erlebnis! Den Sinn vieler dieser Tänze, Gesänge und Rituale haben wir Second Nations leider nicht verstanden, aber wir haben uns gefreut, dabei gewesen sein zu dürfen. Bilder hier
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