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November 03, 2012

Der Aufschrei der Empörung...

... bleibt im Halse stecken.
Der heutige Artikel in der Vancouver Sun berichtet, dass eine Umfrage ergeben hat, dass Vancouver die unfreundlichste Stadt Kanada's sei, grundsätzlich freundlich, aber gemessen an der berühmten kanadischen Freundlichkeit eben am unteren Ende der Messlatte.

Für uns hören sich die genannten negativen Argumente erst einmal nach den typischen Problemen des Großstadtlebens an:

Es sei schwieriger als anderswo, Freundschaften (besonders ausserhalb des eigenen ethnischen Umfelds) zu schliessen. Man kennt seine Nachbarn nicht. Die Lebenshaltungkosten seien zu teuer und es dauerte länger einen (gut bezahlten) Job zu finden. Ach ja, und das Wetter...

Dennoch, verglichen mit unseren Erfahrungen in Calgary, haben auch wir feststellen können, dass hier im Lower Mainland ein anderer Wind weht, angefangen bei unfreundlichen Verkehrsteilnehmern. Hier wird gedrängelt, gern der Sicherheitsabstand für einen Spurwechsel genutzt (selbstverständlich ohne zu blinken) und Fussgänger leben gefährlich, selbst wenn sie bei Grün über die Straße gehen (alles mehrfach am eigenen Leib erlebt).

Allerdings können wir wiederum nur von gleichermassen positiven Erfahrungen mit Dienstleistern, Versicherungen oder Behörden berichten.

Und ja, wir haben weniger Sozialkontakte hier. Während wir in Calgary neben Kanadiern Menschen aus Ost- und Westeuropa, dem Nahen Osten und Vorderasien zu unserem Bekanntenkreis zählen durften (und auch heute noch diese Kontakte pflegen), besteht unser Kreis in Vancouver fast ausschliesslich aus einer Handvoll Bekannten/Freunden aus dem eigenen ethnischen Umfeld.

Wir kennen einen Teil unserer Nachbarn, man trifft sich auf dem Gang und sagt hallo, aber man weiss die Namen nicht. Das hat den älteren Herrn gegenüber aber nicht gestört, als er Roland bei einem technischen Problem um Hilfe bat (und Roland kam, sah und reparierte). Dafür kennen wir diejenigen, die sich mit uns bei der Eigentümerversammlung engagieren mit Namen, aber zu einer Bekanntschaft reicht das dann doch nicht.

Bestätigen können wir, dass die Lebenshaltungskosten hier extrem höher sind, und dass bei niedrigeren Einkünften. Der Wohnungsmarkt ist halt besonders durch ausländische Nachfrage künstlich aufgebläht. So mussten wir für eine annähernd gleiche Wohnqualität in BC etwa 30% mehr zahlen. Von den Kosten für Nahrungsmittel, Autoversicherungen und den Provinzsteuern wollen wir gar nicht erst anfangen.

Und das Wetter? Uns war bewusst, dass wir einen langen Winter mit Schnee und Eiseskälte gegen monatelangen Regen bei moderaten Temperaturen eintauschen würden. Beides ist nicht ideal, beides hat Vor- und Nachteile. Nur bei Regen können wir eben immer noch spazieren gehen, das macht man bei minus 30 Grad und Windchill eher nicht mehr.

Vancouver ist eines der lebenswertesten Städte der Welt und die Lage zwischen Ozean und Bergen trägt sicherlich viel zu dieser Bewertung bei, aber es ist und bleibt eine Großstadt, mit eben diesen genannten Problemen.

Ist darum Calgary besser? Oder Vancouver? Wir finden beide Städte äusserst lebenswert. Calgary eröffnet definitiv bessere berufliche Möglichkeiten mit grundsätzlich höheren Einkommensaussichten zu günstigeren Lebenshaltungskosten und niedrigeren Steuern. Besonders für Immigranten ist Calgary materiell und finanziell gesehen die bessere Stadt für den Neuanfang, und für den der Berge und Schnee mag, sowieso der perfekte Ort.

Vancouver hingegen bietet durch seine einmalige Lage eine landschaftliche Vielfalt die seinesgleichen sucht, und das bei für kanadische Verhältnisse gemässigtem Klima. Dafür lässt sich die Provinz British Columbia jedoch fürstlich bezahlen. Wer Gegend und Natur pur will, kommt hier aber noch mehr als in Alberta auf seine Kosten.

Wer eine Karriere sucht... eher nicht. Dank irrationaler Gewerkschafts-aktivitäten ist das produzierende Gewerbe inzwischen fast vollständig in die Prärieprovinzen abgewandert. Damit reduziert sich die Auswahl der potentiellen Arbeitgeber auf Behörden, Versicherungen, Dienstleistung oder Handel... (gähn!), und so pendelt Roland eben immer noch zwischen Vancouver und Calgary hin und her.

October 28, 2012

Earthquake in Western BC

Today shortly after 8PM my husband noticed a slight movement of the blinds, and suspected the heat of the radiators causing it. Seconds later my iPhone app signaled an earthquake warning, but it does this all the time as it reports major geological events from around the world. However, something made him look at my phone, to which he usually never pays attention, and he discovered this:
Then, we got a news flash from a German broadcasting app, and the first emails coming in to ask if we were ok. It was surreal to find that no Canadian broadcaster seemed to find this worth reporting instantly. We turned on the TV but couldn't find a channel where the current events were reported, so we focused on surfing the net for information.
While US Geological Service reported a magnitude of 7.7, Earthquake Canada stated 7.1. Not sure which one is right, I trust it's the USGS. It's a major quake and it will likely cause a Tsunami.

Google meanwhile issued a tsunami warning for the North Western part of British Columbia. Another warning could be found on the website of the Canadian Weather Office. The region that is going to be affected is a relatively sparsely populated area but yet there are people out there, and I hope that the warnings will reach them and that they will be able to find higher grounds in time.

It doesn't look like the Vancouver area will be affected by any flooding, but maybe we will experience some higher tides.

In the meantime news keep trickling in from all over Canada (and finally at 10:39 - 2 1/2 hours after the main event the Vancouver Sun seemed to have woken up, too!). No injuries or damages have been reported so far, and I hope it will stay that way.

I am going to watch this for a while as I won't be able to sleep anyway:
Emergency Info for BC with warnings and advisories in effect. Here is the tweet.

Tsunami Travel Map - Source

Erdbeben vor der kanadischen Westküste

Heute kurz nach acht Uhr, wir saßen gerade mit Hagen und Petra beim Abendessen, bemerkte Roland, dass sich die Jalousien leicht bewegten, dachte aber, dass läge an der warmen Heizungsluft. Sekunden danach meldete Sonja's iPhone app eine Erdbebenwarnung, und Roland, der sonst nie auf Sonja's Mobiltelefon schaut, entdeckte diese Meldung:
Wiederum kurze Zeit danach gab es eine Eilmeldung auf der Tagesschau App auf Rolands iPhone und die ersten emails trafen bei uns ein, ob es uns gut ginge.

Wir hatten inzwischen den Fernseher eingeschaltet, konnten aber keinen kanadischen Sender ausmachen, der von diesem Ereignis berichtete, also surften wir das Netz, um weitere Informationen zu finden.
Das US Geological Service meldete Magnitude 7.7, Earthquake Canada hingegen Stärke 7.1. USGS hat wahrscheinlich Recht (Inzwischen hat Earthquake Canada seine Meldung auch angepasst.)

Google hat inwischen eine Tsunami Warnung für den Nordwesten von British Columbia ausgegeben. Auch auf der Webseite des Canadian Weather Office finden wir mehr Informationen zu einer möglichen Flut. Obwohl die betroffene Region relativ dünn besiedelt ist, hoffen wir, dass die Warnungen die Leute erreichen, und sich diese in höher gelegene Gebiete begeben können.

Vancouver liegt in Zone E dieses Events, und es sieht bisher nicht so aus, als wenn unsere Gegend etwas von dem Tsunami merken wird. Vielleicht wird der Tidenhub sich etwas verändern, wie wir es im März letzten Jahres nach dem schweren Erdbeben vor Japan während unseres Urlaubes auf Maui haben beobachten können.

Derzeit füllen sich die online Nachrichten mit aktualisierten Meldungen, und es sieht so aus, als wenn bisher keine Personen- oder Sachschäden verzeichnet werden. Hoffentlich bleibt das so.

Wir werden inzwischen weiter die Kurznachrichten verfolgen, da wir für's erste nicht schlafen können. Emergency Info for BC.

Tsunami Travel Map, Quelle 

Nachtrag: Am frühen Morgen gab es Entwarnung für alle Küstenregionen.