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May 07, 2006

Kanada senkt die Steuern

...aber das Leben wird teurer... Während in good old Germany die Mehrwertsteuererhöhung von 16 auf 19% beschlossen wurde, hat sich die neue Regierung Kanadas den Plan ihres Vorgängers zunutze gemacht und ein 20 Billionen Dollar Budget für SteuerSENKUNGEN zur Verfügung gestellt. So soll u.a. die Mehrwertsteuer (GST = Goods/Services Tax) von 7 auf 6% gesenkt werden. Das hört sich insgesamt schon sehr niedrig an (vor allem im Vergleich zu zukünftigen 19% in DE), aber man darf nicht vergessen, dass die meisten Provinzen bis zu 8% Provinzsteuern aufschlagen. Wir haben jedoch das Glück, dass Alberta keine sogenannte PST erhebt.
Weiterhin soll der Eingangssteuersatz (lowest tax rate, derzeit 15.5%) um weitere 0,5% gesenkt werden. Geringverdiener und Familien mit Kleinkindern sollen Steuervorteile erhalten, und Unternehmen werden zur Wirtschaftsförderung (als wenn Kanada das derzeit brauchen würde...) mit Steuerbegünstigungen bedacht.
Details zu diesem Thema gibt es auf http://www.fin.gc.ca/budget06/pdf/briefe.pdf
Ein Negativeffekt des albertanischen Wirtschaftswachstums und der hohen Zuwanderungsrate ist leider die Kostenexplosion in manchen Bereichen. So kostete 1 Liter Benzin 2005 noch 0.84$, heute zahlen wir 1.10$, obwohl wir in Alberta sozusagen 'an der Quelle' sitzen... Mieter erhalten unrealistische Mieterhöhungen, die sie a) bezahlen können oder b) für sie den 'Rauswurf' bedeuten. Viele Eigentümer wollen auf diese Weise ihre Mieter zügig loswerden, um die Wohneinheit renovieren zu lassen und für hohen Gewinn zu verkaufen. Denn die durchschnittlichen Verkaufspreise für Immobilien sind im Vergleich zum Vorjahr um fast 29% für Einfamilienhäuser und 21.5% für Eigentumswohnungen gestiegen. Trotzdem geht Wohnraum in Calgary 'weg wie warme Semmeln'. Wohnraum wird immer knapper und die gut verdienenden Albertaner scheinen derzeit jeden geforderten Preis zahlen zu können. (Quelle Rockiesman und www.creb.com/public/hbuyer/hb-stats-residential.htm )
Die Playoff-Season in Calgary ist schon wieder vorbei, da die Calgary Flames das entscheidende siebte Spiel gegen die Anaheim Mighty Ducks sang- und klanglos mit 0:3 verloren haben. Über die gesamte erste Playoff-Runde war bei den Flames keine Leidenschaft und kein Herz zu erkennen, deshalb geht das frühe Ausscheiden voll in Ordnung. Das normale Leben kann also wieder einkehren, und tausende Flames-Fähnchen, die an fast jedem Auto flatterten, können bis zum nächsten Jahr wieder eingemottet werden. Als Albertaner fiebern wir nun mit den Edmonton Oilers mit, die zunächst mit Ach und Krach die Finalserie erreichten und dann dort mit einer großartigen Leistung die Detroit Red Wings (den "FC Bayern" der NHL) aus dem Wettbewerb warfen.
Hier noch ein Newsflash von unserem englischen Ex-Kollegen oder auch 'Adoptivsohn' Cliff (für alle, die ihn kennen). Er hat gerade die medizinische Untersuchung erfolgreich hinter sich gebracht und wird in wenigen Tagen sein Visum für Kanada erhalten. Wir erwarten ihn also nach Ablauf seines Arbeitsvertrages im Juli, rechtzeitig zur Stampede. Dann können wir auch mal wieder "ordentliches" Englisch hören und lernen... denn viel dazugelernt haben wir seit unserer Ankunft im vergangenen Jahr leider nicht mehr.

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