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December 24, 2007

Rückblick auf 2007

An unseren Blog-Einträgen erkennt man es schon: Der Alltag ist in unser Einwandererleben eingekehrt. Wir sind weder umgezogen, noch haben wir den Arbeitgeber gewechselt, es gibt keine Sprachbarrieren mehr und wir haben uns einen soliden Freundeskreis augebaut. Kurzum, wir fühlen uns wohl in unserer neuen Heimat und sind auch ein wenig stolz auf das, was wir in den vergangenen zweieinhalb Jahren geschafft haben.

Wir haben das grosse Glück gehabt, beruflich unseren Platz in diesem noch ungebrochenen Wirtschaftsboom zu finden, denn auf Arbeitskräfte im kaufmännischen Bereich hat Kanada nun mal nicht gerade gewartet. Obwohl das Punktesystem der kanadischen Immigrationspolitik es gerade Kandidaten mit akademischem Hintergrund die Einwanderung einfach macht, gesucht und gebraucht werden hier jedoch hauptsächlich Handwerker, und wir freuen uns besonders über die vielen Erfolgsstories, die uns hier berichtet werden.

Auch in diesem Jahr hatten wir wieder wunderbare Begegnungen mit anderen Einwanderern und einigen Besuchern aus Deutschland. Ganz besonders haben wir uns aber über den Besuch unserer Mütter gefreut, und darüber, dass beide so begeistert von unserer neuen Heimat, unserer Wohnung und der kanadischen Landschaft sind.

Ein weiteres Highlight des Jahres war unsere erste "richtige" Urlaubsreise, auf der wir zwei Wochen lang ein Stück Nordwestamerika erkundet haben. Bekanntermassen können wir ja nicht mit den von Deutschland gewohnten sechs Wochen bezahlten Urlaub rechnen, sondern müssen mit 10 bis 15 Tagen Jahresurlaub kalkulieren. Es ist halt für uns immer noch ungewohnt, den Urlaub auch "unbezahlt" zu geniessen. Da sieht man doch mal, wie gut man es doch in Deutschland hatte. ;-)

Leider waren wir auch Zeugen einiger Schicksalsschläge im Freundesreis. Bei Cliff mussten wir miterleben, was für ein grausames Ende ein Abenteuer im Schnee nehmen kann. Der monatelange Krankenhausaufenthalt und die Operation hat ihn nicht nur ein paar Zehen gekostet, sondern sein Leben verändert. Nach monatelanger Rekonvaleszenz ist er (wohl entgültig) nach England zurück gekehrt.
Wir haben Norbert in den letzten Monaten seiner Erkrankung begleitet und konnten doch nur hilflos mit ansehen, wie ein vitaler, lebensfroher Mensch schliesslich vom Krebs besiegt wurde. In seinem Gedenken werden wir mit Hilfe einiger Freunde seine "Deutsche in Calgary"-Gruppe weiter führen.
Auch ist uns das Schicksal einer befreundeten Einwandererfamilie nahe gegangen, deren Beziehung trotz erfolgreichem Start und gelungener Integration die extreme Belastung der Immigration nicht ausgehalten hat, und deren Schicksal in Kanada nun erstmal unbestimmt ist.

Bis auf kleinere Wehwehchen (die lieben Zähne) sind wir von Krankheiten recht verschont geblieben und hoffen, dass es weiterhin so bleibt, da wir von der (lokalen) ärztlichen Kompetenz und medizinischen Versorgung immer noch nicht so recht überzeugt sind. Also bleiben wir gesund und vor allem auch unfallfrei! Trotz dem wir Calgary immer noch für die Hauptstadt der schlechtesten AutofahrerInnen Kanadas halten, sind wir bis auf einen minimalen Parkunfall (so ein blöder Pickup-Fahrer hat uns beim Rücksetzen die Stossstange leicht zerkratzt) unfallfrei durch's Jahr gefahren.

Frohes Neues Jahr, Happy New Year und Bonne Année!

3 comments:

  1. An solchen Blogeinträgen merkt man deutlich, wie die Zeit vergeht. Im 2007 wusste ich zwar noch nicht mal, was ein Blog ist, aber Bilder von damals hätte ich auch noch. Lange her ...
    LG Werner und Loki

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    1. Hallo Werner, ich hätte auch nie gedacht, dass mein Blog mal 20 Jahre "läuft". Das war immer nur als Auswanderertagebuch geplant, dann wurde es ein Rückwandertagebuch und nun einfach ein Abenteuertagebuch ;-). LG SonjaM

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  2. Ja verflixt, da ist man mal nur noch am Handy unterwegs, kauft sich ein neues Motorrad, und vergisst komplett im Blog zu berichten. Und man liest auch nicht mehr in seiner Leseliste. Ich hatte Euch doch immer noch in D verortet, den Schwarzwald und Europa mit Eurem Bulli unsicher machend....tztztz...ich wünsche Euch auf jeden Fall eine weiterhin tolle Zeit in Canada und hoffe das Ihr Euer Ziel erreicht habt. Viele Grüße, Marcus

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