Im Moment gibt es nicht wirklich viel Neues zu berichten. Letzte Woche ist es kurzfristig mal wirklich kalt geworden, wir hatten am Donnerstag eine Höchsttemperatur von -22°C und einen Wind Chill von bis -40°C! Wir hatten also innerhalb weniger Tage einen Temparatursturz von über 30 Grad! Aber das Ganze dauerte nur einen Tag, danach ging es schon wieder rapide bergauf: mittlerweile haben wir es tagsüber etwa 0°C, nachts geht es auf -10°C runter. Also alles recht gemäßigt.
Gestern haben wir mal wieder eine Tour in die Rockies gemacht. Wir haben den Johnston Canyon besucht, was zu einem größeren Abenteuer wurde als erwartet, denn obwohl es einen perfekt ausgebauten Weg in den Canyon gibt, war dieser fast komplett vereist. Roland hat sich trotz seiner perfekten Körperbeherrschung zweimal auf seinen Hintern gesetzt... Wir sind dann diesmal auch nur zu den Lower Falls gegangen (für gut einen km haben wir 20 Minuten gebraucht!). Einen gefrorenen Wasserfall sieht man nicht jeden Tag! Bis zum nächsten Mal werden wir uns Spikes kaufen und dann gehen wir auch bis zu den Upper Falls.
Anschließend sind wir dem Ruf des Westens gefolgt und ein bißchen durch British Columbia gekurvt. Auf dem Weg nach Radium Hot Springs kamen wir durch große zerstörte Waldgebiete, in denen vor drei Jahren heftige Brände getobt hatten. Traurig, aber auch das ist Natur... Radium Hot Springs selber ist kaum einer Erwähnung wert, gäbe es dort nicht die heißen Quellen zum Baden. Aber dafür kann man auch nach Banff fahren. Auf dem weiteren Weg nach Norden (Richtung Golden) haben wir dann einen tatsächlichen, waschechten Wolf gesehen, der über den vereisten Columbia River streunte. Wow! Leider viiiieeel zu weit weg, um ein Foto zu machen, Ihr müsst uns das also auch so glauben.
Wir haben übrigens gerade wieder mal ein langes Wochenende (heute ist Family Day), und das hat Sonjas Firma zum Umzug in das neue Gebäude genutzt. Es gibt dort jetzt eine große, gut beleuchtete Halle für die Arbeiter, und der arme Kerl, der bisher bei Minus-Temperaturen draußen an den Trailern arbeiten musste, kann das nun in Zukunft in einer beheizten Halle tun. Sonja hat ein riesiges Büro mit Blick auf die Berge... zumindest solange niemand ein Gebäude auf die andere Straßenseite setzt. Jetzt fehlen nur noch die Möbel, denn irgendwie hat der Lieferant trotz aller Versprechungen den Termin nicht halten können. Das passt zu unseren bisherigen Erfahrungen von kanadischem Kundenservice: Man wird freundlichst und höflichst bedient, aber wenn es an Termine geht, wird es schon schwierig...
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