Unser monatliches Expat-Treffen fand an diesem Wochenende aus besonderem Anlass in Canmore statt. Unsere diesmal 12köpfige Truppe deutscher Auswanderer hatte sich für eine Hundeschlittentour zusammen gefunden. Organisiert wurde das Ganze von unserem 'Lead Dog' Norbert und durchgeführt durch das Team. Per Shuttle Bus ging es über eine Serpentinenstraße zum ca. 15 km entfernten Spray Lake, wo die Schlittenhunde auf die abenteuerhungrigen Touristen warteten. Die Schlittenhunde waren von ganz verschiedenem Charakter. Während einige sofort zum Kuscheln und Streicheln einluden, gaben andere ein deutlich hörbares Knurren von sich, wenn man ihnen zu nahe kam. Allen gemeinsam war jedoch, dass sie kaum erwarten konnten, endlich los zu rennen. Zunächst gab es eine kurze Einführung in die Sprache der Schlittenhunde und die Technik des Schlittens.
Hike Up! ist das Start-Kommando, auf das die Hunde so ungeduldig jaulend warten. Und wir haben gelernt: der Befehl Mush! existiert offensichtlich nur in Kinofilmen à la Disney. Whoaaaaaaaaah! ist ein besonders wichtiges Kommando, dem Schlittenhunde nur sehr ungern nachkommen, denn es heißt: Stop! Normalerweise muss man mittels Bremsen (bitte beide Füße benutzen) diesem Kommando Nachdruck verleihen.
Dann ging es endlich los. Zwei Musher (Roland und Norbert) versuchten, auf den Kufen zu balancieren und sich nicht gegenseitig herunter zu werfen (Es kann nur einen geben!), während Sonja es sich im Schlitten gemütlich gemacht hatte. Wichtig ist, dass man die Hunde zwischendurch motiviert, ihnen gut zuredet und an Steigungen die Last abnimmt, d.h. absteigt und den Schlitten mit schiebt. Etwas, dass unsere beiden etwas konditionsschwachen Musher (Ich dachte, die Hunde machen hier die Arbeit…!?!) auf immerhin 1600 m Höhe schnell aus der Puste brachte. So musste Sonja den Job des Hunde-Anfeuerns übernehmen. Es ging durch eine wunderbare Winterlandschaft und über den zugefrorenen See, und das Berg-Panorama war atemberaubend. Von gelegentlichen Abwürfen auf unwegsamen Gelände und zwei Umfällen abgesehen sind wir nach fast zwei Stunden wieder heil am Ausgangspunkt angekommen. Dort gab es zum Abschied heißen Apfelcidre mit Schoko-Keksen am Lagerfeuer und Musher-Latein. Ein unvergessliches und empfehlenswertes Erlebnis! Fotos gibt's hier. Für Interessierte: Hier gibt es Informationen rund um den Schlittenhunde-Sport und das berühmte Iditarod-Rennen in Alaska.

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