Kurzentschlossen haben wir uns etwas - unbezahlten - Urlaub gegönnt und uns zunächst nach Süden in den Waterton Nationalpark aufgemacht, der im Süden an den Glacier National Park in den USA angrenzt. Der Park ist im Sommer ein beliebtes Reiseziel für Besucher von beiden Seiten der Grenze, jetzt war der Grenzübergang aber noch geschlossen und dementsprechend war nicht viel los.
Eine der üblichen Heritage Sites auf dem Weg zum Cameron Lake weist auf die erste Ölbohrung in Kanada Ende des 19. Jahrhunderts hin. Für uns war der See und die Tierwelt jedoch die größte Attraktion. Der starke Wind hatte das Wasser aufgepeitscht und Sonja hat sich dementsprechend fast wie am Meer gefühlt. Wir haben Cariboo Herden vorbeiziehen sehen, einen Fuchs auf der Pirsch (nach Pikas) erwischt und unzählige Vögel beobachtet. |
Unsere Tour führte uns weiter über den Crowsnest Highway nach Westen, und schon drückte Roland das Gaspedal durch (der berühmte BC-Virus, der einen so lange Richtung Westen fahren lässt, bis man am Pazifik-Strand von Tofino angelangt ist...). Nein, wir werden nicht nach Vancouver fahren, dafür reicht die Zeit doch nicht! Stattdessen machten wir einen Abstecher nach Kimberley, einem pseudo-bayrischen Örtchen und Kanadas wenig geschmackvoller Beitrag zu 'Sehenswürdigkeiten, die das Land nicht braucht'. Die deutsche Gaststube im Gelsenkirchener Barock kommt mit einer mittelmäßigen Küche daher, die Fußgängerzone ist eine exakte Kopie der Innenstadt von Hilden (incl. der geschlossenen und leerstehenden Geschäfte, nur die italienische Eisdiele fehlt), und zur Krönung fängt es auch noch an zu regnen. Das haben wir wirklich nicht vermisst...
Leider hat es schon seit 'Grenzübergang' BC ziemlich heftig geregnet, aber: wow, ist das GRÜN hier. Das Kootenay Gebiet war uns aus vergangenen Touren noch bekannt, so haben wieder die kostenlosen Fähren genutzt. Jetzt war auch Sonja wieder happy, da Wasser unterm Kiel. Weil wir uns an dem grünen Gras nicht satt sehen konnten, haben wir auf einem Golfplatz, bzw. im Golfhotel daneben übernachtet (Kootenay Lakeview Lodge, klasse Zimmer, gute Küche, faire Preise). Dann ging es nach Norden, eine Stippvisite in Kaslo, hallo "SS Moyie". Und es beginnt tatsächlich zu schneien. Wo bleibt der Frühling? In Revelstoke haben wir den üblichen Rundgang gemacht, hallo "Grizzly Book and Serendipity Shop". Immer wieder nett, das Örtchen, aber die Züge waren so laut und der Revelstoke Nationalpark noch geschlossen, so dass wir hier auf die Übernachtung verzichtet haben.
Also ging es nach Osten über den Rogers Pass (beinahe hätten wir Schneeketten gebraucht). In Golden haben wir es uns dann in der Alpine Meadows Lodge gemütlich gemacht (einem gepflegten B&B mit ausgezeichnetem Frühstück) und haben im Ort nach langer Enthaltsamkeit im "Apostoles" echtes griechisches Essen genossen. In Golden lohnt ein Blick 'hinter die Kulissen', denn der vordergründig häßliche Ort im wunderschönen Tal des Columbia Rivers verfügt über ein gutes Ski-Gebiet, viele Wanderwege und bietet eine Menge Alternativen, die wunderbare Landschaft aktiv zu genießen. Unser Tripp nähert sich leider viel zu schnell dem Ende, ein Abstecher zum Emerald Lake, der noch im Winterschlaf liegt, dann der Versuch, den Icefield Parkway zu bewältigen. Leider wurden wir von einem Whiteout (Schneesturm mit Null Sicht) überrascht und mussten umdrehen.Zuletzt ging es noch zum Lake Louise, japanische Touristen jagen. Nein, natürlich nicht! Der See ist selbst im Winter ein attraktives Reiseziel und kommt auch schneebedeckt malerisch daher. Nach vier Tagen und knapp 1.700 km sind wir wieder zuhause im wolkenlosen, schneefreien, warmen Calgary und machen es uns bei 10°C plus am Nachmittag mit einer Tasse importierten Vanilletees auf der heimischen Terrasse gemütlich. Fazit: Vor unserer nächsten Tour nach BC werden wir genauestens die lokalen Wettervorhersagen checken!












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