Nachdem Igor, dessen Familie gerade auf dem Weg in den weissrussischen Heimaturlaub ist, uns am Samstag einige seiner Lieblingsshops gezeigt hat (Italian Supermarket mit grandioser Pizza, Polish Store mit klasse Wurst), sind wir am Canada Day dem Ruf der Natur gefolgt und haben uns auf eine Umrundung des Upper Kananaskis Lake aufgemacht. Ja, das ist der See, der unserem englischen Freund Cliff beinahe das Leben gekostet hätte! Aber an einen Sommertag bei 20˚C, mit etwa 16 Stunden Tageslicht, erschien uns die Gefahr, uns im Schnee zu verlieren, als relativ gering...
Der Weg hat eine Länge von etwa 15 km auf einer Höhe von etwa 1800m und führt über Stock und Stein durch Wald, am See entlang, und auch ein Stück durch Geröll. Verglichen mit dem durchschnittlichen deutschen Wanderweg ist er sicherlich ziemlich schwierig, aber in unserem Wanderreiseführer erhielt er die Bewertung "moderat". Für uns bedeutet das allerdings: Muskelkater und Blasen! Einige wunderschöne Flussüberquerungen und See- und Bergblicke sorgten aber für mehr als eine Entschädigung.
Wir haben auch eine Idee, wo Cliff damals seine Nacht verbracht haben könnte. Wenn wir richtig liegen, hat er damals immerhin etwa die Hälfte der Umrundung geschafft. Zum einen ärgern wir uns immer noch über seine Arroganz, bei minus 25˚C und Tiefschnee eine solche Umrundung zu starten, zum anderen haben wir aber tiefen Respekt davor, dass er mit erfrorenen Zehen den halben Weg wieder zurück gelaufen ist. Trotzdem: what a moron!
Zurück am Parkplatz wurde uns übrigens von einer Grizzly-Begegnung (Mutter und Kind) erzählt, die eine Familie am selben Morgen am anderen Ende des Sees gehabt hat. Wir sind keinen Grizzlys begegnet und sind da auch ganz froh darüber!




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