August 08, 2020

A Walkabout in the Swiss Wilderness - Ein Spaziergang in der Schweizer Wildnis

 
Switzerland and wilderness is the same sentence sound like an oxymoron, because the country is even more orderly than Germany even. The region around the young river Rhine however offers a pasture landscape and nature preserves and conserved a bit of its natural scenery.
 
Schweiz und Wildnis im gleichen Satz hört sich wie ein Oxymoron an, schließlich hat dort alles - noch mehr als in Deutschland - seine Ordnung, aber die Region am jungen Rhein mit seiner Auenlandschaft und den Naturreservaten hat sich tatsächlich eine gewisse Natürlichkeit bewahren können. 
 

I took the train to Konstanz at Lake Constance, it rained cats and dogs, but I went on a quick sightseeing tour anyway (involving a stop for Sushi!). 

Auf jeden Fall ging es zunächst einmal mit dem Zug nach Konstanz am Bodensee. Es regnete in Strömen, eine Stadtbesichtung und ein wohlverdienter Snack (Sushi!) war trotzdem drin. 

Beer anyone?
Birthplace of the European Hiking Trail
Statue of Imperia
Sexy thing

Konstanz survived WWII unharmed by pretending it was Switzerland. Instead of obscuring at night, they left the streetlights on, the allied forces thought the city below was part of Kreuzlingen, the Swiss neighbour city in the Thurgau district and didn't drop the bomb here.

Konstanz überlebte den 2. Weltkrieg unbeschadet, indem es keine Verdunklung anordnete. Die Alliierten hielten den Ort daher für einen Teil der Schweiz, denn Kreuzlingen im Kanton Thurgau liegt gleich nebenan, und warfen keine Bomben ab.

The 1st section involved crossing the Swiss-German border and following the signposts No. 60 or hiking trail Via Rhenana on the south side of the lower lake. 

Etappe 1: Am nächsten Tag ging ich einfach mal so über die Schweizer Grenze, danach folgte ich den Wegweisern Nr. 60, dem Wanderweg Via Rhenana, am südlichen Ufer des Untersees. 

The farmland was ready for harvest, for the first time I saw courgette blossoms and the smell of cabbage accompanied me all the way to Stein am Rhein, my first overnight stop. 

Die Felder waren erntereif, zum ersten Mal sah ich Zucchini Blüten. Der Geruch von Kohl verfolgte mich bis zu meinem ersten Etappenziel in Stein am Rhein. 

It got hot and humid as the day progressed and at the end I couldn't manage to escape the heavy rain shower.

Über den Tag war es immer schwüler geworden, am Nachmittag erwischte mich dann doch noch ein heftiger Regenguss. 

Gear explosion
The rain was going to stay for the next day, so I kept my visit in the village short, also because we had recently been here, and in much better weather conditions.

Der Regen sollte bis zum nächsten Tag anhalten, so wurde es nur ein kurzer Rundgang in Stein am Rhein. Aber wir hatten den Ort ja erst kürzlich besucht, so ersparte ich mir eine weitere Besichtigung bei dem Schietwetter.

A river bank path determined the 2nd section of my journey. It was still wet but the trail turned into a much more interesting single trail through a nature preserve.  There wasn't any other wandering soul around. The river slowly meandered through green scenery, it rained constantly. It wasn't until late evening that the downpour stopped.

Die 2. Etappe führte den Rheinuferweg entlang, es war immer noch nass, die Wegführung wurde interessanter und pfadiger, es ging durch ein Naturreservat. Mir begegnete nicht eine andere Wanderseele. Der Rhein floss träge dahin, es regnete. Erst am Abend lockerte es wieder auf. 

I found an accommodation in Neuhausen near the Rhine waterfall and arranged for a spontaneous equipment explosion, in order to get it all dried up over night.   

In Neuhausen am Rheinfall nahm ich mir ein Zimmer und veranstaltete eine spontane Explosion meiner Ausrüstung, damit sie wieder bis zum nächsten Morgen trocknen konnte.

certainly not interested in the scenery

I had visited the waterfall before and I will visit again, it's a magnet and in the evening I had the tourist attraction all to myself.   

Selbst wenn man den Rheinfall gesehen hat, muss man wieder hin. Am Abend hatte ich diese Touristenattraktion fast ganz für mich allein.

Ready for action

Section No. 3 began with another visit of the falls, this time spectacularly illuminated by the morning sun.   

Etappe Nr. 3 fing an, wie sie am Abend zuvor endete, mit dem Rheinfall, der sich bei schönstem Sonnenschein präsentierte.

I followed the river's course on single trails, there was no elevation to speak of, however the slippery roots, mud and pebbles were quite the balancing challenge.   

Auf kleinsten Pfaden ging es nun am Rhein entlang. Auch wenn es keine nennenswerten Höhenmeter zu bewältigen gab, wurde der Weg zum Balanceakt, da vom Vortag noch schlammig und mit rutschigen Steinen und Wurzeln übersäht.

Huge slug
Tasty raspberry+blackberry
In need of a bushwacker
Rheinau monastery

I stopped in Rheinau for refreshment, checked my options, then took the bus back to Schaffhausen and the train to Eglisau in order to skip half a section. I simply couldn't find a room for the night, so I moved on from there. 

In Rheinau gab es eine wohl verdiente Erfrischung. Nach kurzer Recherche ging es danach ging es mit Bus und Bahn zunächst nach Schaffhausen zurück und dann nach Eglisau, da ich für mein vormals geplantes Etappenziel einfach keine Unterkunft finden konnte. 

 

From the village of Eglisau I marched on to Kaiserstuhl, my stop for the night. Every once in a while I came across leftover bunkers from WWII, I passed bridges leading across the river and across the Swiss-German border and came through wild meadow land. 

Von Eglisau aus steuerte ich mein neues Tagesziel Kaiserstuhl an. Immer wieder kam ich an Bunkern vorbei, an grenzüberschreitenden Brücken und an wilden Auenlandschaften.

I only met one other long distance hiker while on the trail, a gentleman hiking towards the source of river Rhine, he certainly had some miles to go and elevation to gain.   

Ein einziger Langstreckenwanderer kam mir entgegen. Er war auf dem Weg zur Rheinquelle. Da hat er sich was vorgenommen.

On the 4th and last section of my trek I was headed towards the village of Albbruck. Therefore I changed waterside and country at Koblenz (yes, also Switzerland has a town named Koblenz). After a well deserved refreshment in form of a shandy, called Panache, I crossed the border and nobody took notice.

Die 4. und letzte Etappe meiner Tour hatte die Stadt Albbruck auf dem Plan. Dafür wechselte ich bei Koblenz (Ja, auch die Schweiz hat einen Ort diesen Namens.) die Rheinseite und das Land. Wieder ging es - ohne groß beachtet zu werden - über die Grenze, aber zuvor genehmigte ich mir noch ein Panache (das schweizer Äquivalent zum Radler).

A waterhole and more fruit
Roman tower ruin

Waldshut-Tiengen was terribly busy with traffic and people. I wasn't used to so much noise and action and moved on out of town quickly.   

In Waldshut-Tiengen war mir zu viel los. So viele Leute und Verkehr auf einmal war ich gar nicht mehr gewöhnt, und so machte ich schnell, dass ich weiter kam.

It became a hot and dusty walk fully exposed and mostly on gravel roads, the sun burned down on me, my feet were burning, too, the E-Bike riders got on my nerves and I was constantly thirsty. Highlight of the day NOT was the nuclear power plant Leibstadt on the other side of the Rhine in Switzerland.   

Es wurde ein heißer, staubiger Tag, der Rest des Wegs führte fast ausschließlich auf Schotterwegen entlang, die Sonne brannte mir auf den Kopf, mir brannten die Füße, mich nervten die E-Bike Fahrer und dauernd hatte ich Durst. Besondere "Sehenswürdigkeit" war das Kernkraftwerk Leibstadt auf der Schweizer Seite.

But at the end of the day all was well with the world again, the accommodation was cosy and I got a tasty chanterelle rucola pizza and a shandy in the adjacent beergarden.   

Entschädigt wurde ich für die Anstrengungen des Tages im Bahnhöfle in Albbruck, wo ein gemütliches Zimmer, und im daneben gelegenen Biergarten eine Pfifferling-Rucola Pizza und ein Radler auf mich warteten.

In total I racked up a hiking distance of 115 km / 72 mi over the course of four days (August 3rd to 6th, 2020). Not too shabby. The forecast for the next days however promised temperatures around 38°C / 100°F which was way too hot for me to continue my trek. So next morning I decided to take the train from whence I came and was home after three hours and two transfers.   

Insgesamt kam ich auf eine Wanderstrecke von 115 km in vier Tagen (3. bis 6. August 2020). Nicht so schlecht. Die nächsten Tage würden jedoch allesamt fast 40°C werden, das wurde mir dann doch zu heiß zum Wandern. Am darauffolgenden Tag entschied ich mich dann, abzubrechen. Nach zweimaligem Umsteigen war ich dann innerhalb von drei Stunden wieder daheim. 

Conclusion: The trail and the hike through the Swiss wilderness was pretty awesome but it lacked the novelty aspect, probably owed by the fact that we had already visited this region several times (by bicycle and by camper van) before.   

Fazit: Mir fehlte bei dieser Wanderung diesmal ein wenig der Reiz des Neuen, das mag aber vielleicht auch daran gelegen haben, dass ich diese Gegend bereits mehrfach (per Fahrrad und im Bulli) besucht habe. Schön war's trotzdem in der Schweizer Wildnis.

18 comments:

  1. wow, 115km, Respekt. Die Fotos sind wie immer umwerfend, und ich freu mich fuer Dich, dass wenigstens Tag 3 und 4 dann trocken waren. Die Temperaturen danach wuerd ich allerdings dann auch nicht haben wollen beim wandern (hatten wir grad im Goblin Valley, und danke auch - lol). Die beiden ersten Fotos der 3. Etappe sind ein totales Highlight.

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    1. Ich laufe lieber im Regen als bei fast 40°C im Schatten. Aber am schlimmsten ist Wärme in Kombination mit hoher Luftfeuchtigkeit, das mag ich gar nicht. Für mich müsste es diese heißen Temperaturen gar nicht geben...

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    2. ich erinnere mich immer wieder mit Schrecken, als wir mal im Juni 4 Tage in New Orleans waren. Ich haette im Stundentakt meine Shirts wechseln koennen, es war sooo drueckend. Am 2. Tag kam ein heftiger Regenguss, ueberall grosse Pfuetzen und meine Schuhe sind durchgeweicht gewesen. Ich hatte sie in die pralle Sonne draussen auf den Hotelbalkon gestellt und die waren am Abreisetag immer noch feucht. Das brauche ich auch nicht wieder :-). Aber stimmt schon, bei 25-28 Grad ist bei mir auch allgemein Schluss mit wohlfuehlen, egal fuer welche Taetigkeit.

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    3. Schwül warm braucht wohl keiner wirklich, aber ich fürchte, auch in DE müssen wir uns in manchen Regionen auf solch ein Wetter einstellen...

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  2. Wow what an awesome trail and marvelous series of pics! I liked your caption for that black Scooter. :)

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  3. Just magnificent Sonja! Looks like you're doing it really tough :-). Incidentally, courgette flowers dipped in tempura batter and fried are absolutely delicious. There is no charge for this culinary tip!

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    1. Sounds delicious, Geoff, thanks. I wasn't aware that you can actually eat the flowers too.

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  4. Sensationell schoene Fotos...vorallem die von den Rheinfaellen haben wirklich etwas Mystisches !
    Und auch wenn diese Wanderung fuer Dich keine wirkliche Herausforderung mehr bereit hielt...fuer mich war's wieder total schoen 'mit Dir" auf die Reise zu gehen und....sehr informatiiv!!
    Die Geschichte von Konstanz und warum die nicht bombardiert worden waren, war mir voellig neu!
    Danke also auch dafuer !!
    Wuensche Dir dann einen guten Start in die neue Woche und lass Dich vom Leben nicht unterkriegen ;-)

    glg von ueber'm Teich
    ela

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    1. Dankeschön, liebe Ela. Ich bin auch immer wieder überrascht, was man noch über seine eigene Heimat lernen kann. Für mich war diese Geschichte über Konstanz genauso neu. Herzliche Grüße zurück, Sonja

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  5. Da bist du aber zügig unterwegs gewesen auf vielen bekannten Wegen. Vielen Dank für die schönen Erinnerungsfotos.
    Dass du Kreuzlingen in den Kanton Aargau versetzt hast, da sind die Thurgauer bestimmt nicht einverstanden ;-). Dafür liegt Leibstadt im Kanton Aargau.
    Sehnsuchtsgrüsse, Anita

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    1. Danke für den Hinweis, liebe Anita, wie konnte ich nur. Hoffentlich bekomme ich jetzt nicht eine Einreisesperre ;-)

      Ich habe den Fauxpas selbstverständlich sofort korrigiert.

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  6. I find things very muddled these days with coronavirus precautions. Buses? Trains? In those bastions of conformity and sober consideration of D and CH? In the US ignoring the virus would be normal as it seems we

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    1. Hi Michael, public transportation is fairly well organized: Tickets are being purchased by app - no ticket station or teller contact necessary. Face masks are mandatory at stations and while traveling, and overcrowding is prevented by limited seat availability.

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  7. Wonderful photos of the hike. Thank you for the tour!

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  8. Danke für den tollen Bericht mit den vielen Bildern. Viele Orte kommen mir sehr bekannt vor. Ich habe im Jahr 2013 diesen Weg bis nach Basel begangen mit dem Timi, allerdings in viel kleineren Portionen. Wir haben 13 Etappen gemacht. Ein grosser Teil davon siehst du in meinem Blog im November 2013. Schade, dass dir das Wetter nicht so richtig mitgespielt hat.
    Gruss vom Werner und Timi

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    1. Hallo Werner, hab' mir schon gedacht, dass Du diesen Weg wahrscheinlich schon gegangen bist. Der Regen war gar nicht so schlimm, aber die Hitze hat mich schon ziemlich belastet. LG Sonja

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