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August 08, 2005

Arbeiten und Wochenende

Roland hat jetzt auch angefangen zu arbeiten, und zwar bei einem Hersteller von Profilen für Fensterrahmen und Gartenzäune. Das Unternehmen hat den Hauptsitz in Calgary und weitere Produktionsstätten in Indiana und dem Staat New York. Außerdem gehört es zu einer Firmengruppe mit Sitz in Houston, Texas. Es werden wohl von Zeit zu Zeit Reisen in die USA anstehen, das meiste wird jedoch über Telefonkonferenzen geklärt werden.
Die Firma suchte einen Material- und Produktionsplaner mit SAP-Kenntnissen, da eine umfassende SAP-Einführung ansteht, die Job-Bezeichnung ist 'Operations Analyst'. Roland konnte bei dem Potential einfach nicht widerstehen und musste deshalb Shell leider eine Absage erteilen, von denen auch ein Angebot vorlag. Zudem liegen unsere Arbeitsplätze etwa zehn Minuten voneinander entfernt. Wir können also sogar gemeinsam zur Arbeit fahren! Mal wieder ein logistisches Meisterstück!
Wenn man arbeitet, macht das Wochenende erst richtig Spaß. 

Samstag sind wir daher mal wieder in unsere lokale Lieblingsgegend gefahren, das Kananaskis Country. Hier bei handelt es sich um die Foothills der Rockies, mit wunderschönen Tälern und sehr wenig Tourismus. Denn es ist Hochsaison, und überall sieht man Leih-Wohnmobile. Aber dort, wo es uns hinzieht, treffen wir nur auf einige Kanadier. Wir haben dort einen traumhaften Platz am Elbow River gefunden, mitten im Grünen, am Fluss, mit Picknickbänken, Feuerplätzen und Toiletten. Die Kanadier haben das einfach drauf.
Anschließend sind wir dann eine Strecke durch die Berge gefahren, die nur für ein paar Wochen im Jahr geöffnet ist (eine alte Baumfällerstraße). Die Gegend ist so wunderschön, daß die Worte fehlen, sie zu beschreiben! Unser Toyota ist bisher absolut schotterstraßenfest, und Roland hat viel Spaß beim Schlittern. Wir ernten allerdings regelmäßig erstaunte Blicke von den Fahrern der uns entgegen kommenden 4 Wheel Drives und SUV's, die anscheinend gar nicht glauben können, daß man KEIN Off Road Fahrzeug braucht, um solche Strecken zu fahren (Stephan in Schweden würde nur müde lächeln...) Bilder hier!
Abends hat Roland dann noch die Sportschau geguckt (dem Internet und shift.tv sei Dank!). Glückwünsche nach Köln zum ersten Saisonsieg! Mit Football und Baseball konnten wir uns noch nicht anfreunden, und Hockey startet ja erst in ein paar Wochen. Da haben wir uns schon sehr auf den Bundesligastart gefreut. Hier werden ab und zu Bundesligaspiele in voller Länge übertragen, allerdings zeitversetzt. Aber immerhin!
Da nach wochenlangem Sonnenschein für die nächsten Tage mal wieder ein paar Regenfälle angekündigt sind, muss Roland heute noch ein bißchen den Rasen düngen. Trotz regelmäßiger Bewässerungen sieht er doch ein etwas mitgenommen aus. Außerdem probieren wir gerade Rezepte von chefkoch.de zum Brötchen backen aus. Yummy!


Diese Woche haben wir uns (von Sonjas erstem Gehalt) ein Sofa bestellt. Bis es geliefert wird, sollen allerdings noch 12-14 Wochen vergehen. Wenn wir Glück haben, sitzen wir zu Thanksgiving (schon wieder ein Feiertag!) auf dem neuen Stück!

July 26, 2005

Lakritze,Teewurst und Shakespeare

Auf Empfehlung unserer Landsleute, die wir auf der Stampede kennengelernt hatten, haben wir heute ein frisches deutsches Sauerteigbrot in der Rustic Sourdough Bakery besorgt. RICHTIGES GRAUBROT. Danach sind wir noch zu http://edelweissimports.com/ und werden direkt im Hamburger Dialekt begrüßt. Hier finden wir fast alles, was der heimwehkranke Magen und das Feinschmeckerherz begehrt.
Etliche Dollars ärmer, aber mit Schwarzbrot, Ritter Sport, Marzipan, Katjes Gums, Lakritze und frischem Aufschnitt incl. Teewurst im Gepäck, verlassen wir den Laden wieder.
 
Bereits nach zwei Wochen "gehört" Sonja die Company! Der Boss fährt in Urlaub. Mal sehen, ob die Firma noch Kunden hat, wenn er wieder da ist… schließlich ist frau ja bisher gelernte Ein- und nicht Verkäuferin.
 
Nach verschiedenen Job-Interviews hat Roland sich nun für eine Aufgabe bei einem Mittelstandsunternehmen entschieden. Bis Mittwoch soll der Vertrag (wieso kriegt Roland eigentlich einen Vertrag?) fertig sein und im August geht's los… mit einem Feiertag, denn der 1.8. ist Heritage Day. Jetzt arbeiten wir beide für KANADISCHE (!!!) Firmen.
 
Am Samstag haben wir in Kultur gemacht und das Festival "Shakespeare in the Park" besucht! Man gab "Much Ado About Nothing", ein Stück, dass wir glücklicherweise aus dem Brannagh-Film kannten. Außerdem hatte Roland die gute Idee, den Text aus dem Internet zu ziehen, sonst hätten wir nun wirklich überhaupt nichts verstanden, denn neben der nicht ganz einfachen Sprache gab es einen fast orkanartigen Sturm, der die Worte zum Teil vom Winde verwehen ließ... So konnten wir der ganzen Sache dann doch einigermaßen folgen!

July 12, 2005

Der erste Arbeitstag!

6 Uhr aufstehen! Seufz, wie konnte das passieren? Viertel nach 7 im Büro. Um halb 8 ist der Kaffee fertig. Nach einer Betriebsführung und einem Schnellkurs in Mess- und Regeltechnik lerne ich die Kollegen kennen. Gemerkt habe ich mir nur die Namen Doug (mein Boss), Greg (sein Partner), Steve (Produktionsleiter) und Susan (Administration), mit denen ich das Büro teile. Alle anderen zwölf sind in der Produktion/Montage beschäftigt und irgendwie an mir vorbeigerauscht. Dann die ersten Gehversuche im EDV-System, natürlich unter Supervision! Nach kurzer Zeit überzeuge ich meinen Chef davon, dass ich alleine weitermachen kann. Bis auf weiteres kümmere ich mich also um Verkauf, Materialplanung und Einkauf incl. Datenpflege. Vorübergehend helfe ich auch im Lager, Wareneingang und Versand aus. Hier ist allerdings geplant, schnellstmöglich (und das kann hierbei den Kündigungsfristen heißen 'übernächste Woche') noch einen männlichen Kollegen einzustellen.
Fazit: An sich klare Prozesse und Aufgabenverteilung. Im Zweifel hat der Chef alle Vorgänge im Kopf, da er den Ein- und Verkauf bisher selbst betreut hat. Leider ist daher aber nur wenig dokumentiert. Ein überausgepflegtes Chaos also.
4 Uhr ist Feierabend. Und die der Boss sagt: See you tomorrow, eh!? Die erste Hürde ist also geschafft und ich habe den Fuß in der Tür.