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December 24, 2005

Rückblick auf 2006

Januar: Winter in Kanada, und die Heizung funktioniert nicht.

Februar: Politisches... auch nicht anders als anderswo.

März: Hundeschlittenfahrt und Cross-Country Ski fahren

April: Kurztrip in die Rockies und nach BC

Mai: Kündigung unseres Mietvertrages In Hidden Valley.

Juni: Besuch von Mom in Calgary mit vielen Tagesausflügen

Juli: Fußballweltmeister! Umzug nach Discovery Ridge

August: Es ist heiß. Tagesausflüge und Sommerfeste

September: Und schon schneit es wieder!

Oktober: Chris, unser Ex-Kollege aus Sanitec-Zeiten ist nun auch in Calgary gelandet.

November: Treffen mit Freunden, ein Sommerfest im Schnee, und Chris erfriert fast auf einer Wanderung im Kananaskis.

Dezember: Urlaub in Deutschland, Wiedersehen mit Familie und Freunden

Jahresabschlussbericht 2005

Das Jahr 2005 dauert in Kanada nur noch wenige Stunden, und in Deutschland ist es mittlerweile bereits 2006. Für uns der richtige Zeitpunkt für eine kleine Jahresbilanz...
Kanada hat es mit uns bisher wirklich gut gemeint. Von Anfang an hat so ziemlich alles auf Anhieb geklappt, angefangen mit der ungewöhnlich schnellen Bestätigung unseres Immigrationsantrages, der problemlosen Beantragung aller Dokumente, über den Kauf unseres Autos bis zu unserer Jobsuche, die etwas verhalten begann, sich dann aber wunderbar entwickelte! Uns ist bewusst, dass dies nicht selbstverständlich ist, denn die diversen Auswandererforen sind voll mit Menschen, die deutlich mehr Probleme in Kanada haben und kaum Fuß fassen können. Man denke nur an Ärzte, deren vergleichsweise sicherlich bessere europäische Ausbildung hier einfach nicht anerkannt wird, im Gegensatz zur südafrikanischen... Und das bei einem gleichzeitigem akuten Ärztemangel mit teilweise jahrelanger Warteliste für eine Operation!
Aber wir sind überzeugt, dass und die gute Vorbereitung auch sehr geholfen hat. Unsere Entscheidung gegen Vancouver und für Calgary war als erster Schritt ins Land mit Sicherheit die richtige, denn hier liegen die Jobs momentan wirklich auf der Straße. Der Ölpreis steigt und steigt, und das erhöht die Attraktivität des in Nordalberta reichlich vorhandenen Ölsands, aus dem nur mit relativ hohen Kosten Öl zu gewinnen ist. Unsere englisch geschriebenen und auf die amerikanischen Gepflogenheiten angepassten Zeugnisse sind hier offensichtlich sehr gut angenommen worden. An dieser Stelle nochmals vielen Dank an alle Ex-Chefs, Kollegen und Business Partner, die uns da so wunderbar unterstützt hatten! Und nicht zuletzt hatten wir keine Erwartungen, hier das Land von Milch und Honig vorzufinden, stattdessen haben wir uns auf bis ein Jahr Arbeitslosigkeit eingestellt. Ist ja dann glücklicherweise anders gekommen...
Dinge, die uns in Deutschland selbstverständlich waren, und die wir hier nicht oder völlig anders vorfanden, gibt es Dutzende, wir haben ja schon davon berichtet. Dafür ist das Leben hier einfach entspannter, die Menschen freundlicher und die Natur (wenn man die Großstadt denn mal verlässt) einfach überwältigend! Und so viel Sonnenschein und blauen Himmel wie hier haben wir noch nie erlebt! Wenn der Wetterbericht von einer Niederschlagswahrscheinlichkeit von 70% spricht, kann man immer noch unbesorgt den Schirm zuhause lassen, erst bei 90% könnte es feucht werden...
Wir haben ein paar Freunde hier gefunden, auch wenn es bisher ein eher kleiner Bekanntenkreis ist, denn eigentlich sind die Kanadier, ähnlich wie die Amerikaner, doch etwas oberflächlich. Großes Auto, großes Haus, große Garage, großer Grill... Dennoch, die Freunde, die wir hier gefunden haben, sind Menschen aus Fleisch und Blut und oft Immigranten, wie wir. Sehr schön ist auch unser monatliches Treffen mit anderen deutschen Einwanderern, bei denen wir immer wunderbar über deutsche und kanadische Eigentümlichkeiten ablästern können. Unser Dank gilt hier ganz besonders den Organisatoren Norbert und Sylvia!
2006 wird für uns hauptsächlich ein "arbeitsreiches" Jahr werden. Rolands Company startet SAP am Dienstag (Montag ist frei, da Neujahr ja auf einem Sonntag liegt!) und Sonja ist mittlerweile schon das Rückgrat ihres Unternehmens... Wir werden hoffentlich im Herbst unsere neue Wohnung beziehen, die a) nicht aus Holz, sondern aus Beton gebaut ist und b) in einem der wenigen Wälder der Präriestadt Calgary liegt. Außerdem hoffen wir, ein paar Besucher aus Deutschland willkommen zu heißen und ihnen die Schönheit der Rockies zeigen zu können. 
Wir wünschen ein Frohes Neues Jahr 2006!

December 23, 2005

Vorweihnachten

Unsere Vorweihnachtszeit ist erfreulich stressfrei verlaufen. Da es zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten in Calgary gibt, verteilten sich die Menschenmassen gleichmäßig über die ganze Stadt. Ohne Parkplatznot und Drängelei konnten wir so unsere wenigen Weihnachtseinkäufe blitzschnell erledigen. Nur die Zufahrt zu den Parkplätzen wurde dadurch erschwert, dass Verkehrspolizei dort regeln wollte, wo es gar keinen Bedarf gab. Das hat wahrscheinlich länger gedauert, als wenn der sonst übliche Vierwege-Stop (einer nach dem anderen, wer zuerst kommt, fährt zuerst...) gegolten hätte. Im Einkaufscenter selber bildete sich die einzige Menschenschlange, als quengelnde Kinder von ihren Eltern auf den Schoß eines Weihnachtsmannes genötigt wurden.
Erheblich mehr Zeit und Nerven hat uns die Suche nach einem ECHTEN Weihnachtsbaum gekostet. Nachdem wir fast das ganze Umland nach geeigneten Kandidaten abgesucht hatten, wurden wir quasi vor unserer Haustür fündig: beim Co-op um die Ecke. Unser Baum ist ein Import aus Nova Scotia, das ist ja nur ein paar tausend km entfernt und hier gibt's ja auch keine Wälder... Den Christbaumschmuck haben wir bei IKEA erstanden. Bei unseren Kollegen rief unser Wunsch nach einem echten Baum nur Verwunderung hervor. Er nadelt ja schließlich und außerdem muss man die Beleuchtung und den Schmuck erst anbringen! Bei einem künstlichen Baum baut man nur ein paar Teile zusammen, steckt den Stecker in die Steckdose und los geht's! Für die Technik-Freaks gibt es auch programmierbare Blinklichter und Fernbedienungen. 
Kürzlich waren wir bei Rolands Chef zu einer Weihnachtsparty eingeladen. Kurios daran war die präzise Zeitangabe, nämlich in der Zeit von 16 bis 19 Uhr. Dort angekommen begingen wir unseren ersten Faux Pas: jeder Gast lief auf Socken herum, auch die Gastgeber, nur wir haben dieses erst später festgestellt und uns dann klammheimlich unseres Schuhwerkes entledigt. So war jeder festlich gekleidet, aber auf Socken. Dazu Live Klaviermusik und Buffet. Den zweiten Fehltritt hat sich Roland geleistet, als er sich den vermeintlichen Töchtern der Gastgeber vorstellen wollte. Es stellte sich jedoch heraus, dass es sich um Nachbarstöcher handelte, die als Bedienung angeheuert waren. Die eigenen Kinder leben nämlich in Texas und in China. Übrigens hat das Haus von Rolands Chef eine Größe von ca. 250 qm, und das für nur zwei Personen...
Überhaupt nicht weihnachtlich verhält sich momentan unser Wetter. Der Chinook hat unseren Schnee gefressen... und jetzt werden wir unseren Heiligabend wahrscheinlich bei 10 Grad Celsius plus(!) verbringen. Das hätten wir sicher auch in Deutschland haben können...
Damit wir das Fest einigermaßen stilecht begehen können, haben wir uns ein Fondueset gegönnt und Gäste (Pam, Jane und Norbert) eingeladen.
Weihnachtliche Grüße aus Calgary!