Unsere Vorweihnachtszeit ist erfreulich stressfrei verlaufen. Da es zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten in Calgary gibt, verteilten sich die Menschenmassen gleichmäßig über die ganze Stadt. Ohne Parkplatznot und Drängelei konnten wir so unsere wenigen Weihnachtseinkäufe blitzschnell erledigen. Nur die Zufahrt zu den Parkplätzen wurde dadurch erschwert, dass Verkehrspolizei dort regeln wollte, wo es gar keinen Bedarf gab. Das hat wahrscheinlich länger gedauert, als wenn der sonst übliche Vierwege-Stop (einer nach dem anderen, wer zuerst kommt, fährt zuerst...) gegolten hätte. Im Einkaufscenter selber bildete sich die einzige Menschenschlange, als quengelnde Kinder von ihren Eltern auf den Schoß eines Weihnachtsmannes genötigt wurden.
Erheblich mehr Zeit und Nerven hat uns die Suche nach einem ECHTEN Weihnachtsbaum gekostet. Nachdem wir fast das ganze Umland nach geeigneten Kandidaten abgesucht hatten, wurden wir quasi vor unserer Haustür fündig: beim Co-op um die Ecke. Unser Baum ist ein Import aus Nova Scotia, das ist ja nur ein paar tausend km entfernt und hier gibt's ja auch keine Wälder... Den Christbaumschmuck haben wir bei IKEA erstanden. Bei unseren Kollegen rief unser Wunsch nach einem echten Baum nur Verwunderung hervor. Er nadelt ja schließlich und außerdem muss man die Beleuchtung und den Schmuck erst anbringen! Bei einem künstlichen Baum baut man nur ein paar Teile zusammen, steckt den Stecker in die Steckdose und los geht's! Für die Technik-Freaks gibt es auch programmierbare Blinklichter und Fernbedienungen.
Kürzlich waren wir bei Rolands Chef zu einer Weihnachtsparty eingeladen. Kurios daran war die präzise Zeitangabe, nämlich in der Zeit von 16 bis 19 Uhr. Dort angekommen begingen wir unseren ersten Faux Pas: jeder Gast lief auf Socken herum, auch die Gastgeber, nur wir haben dieses erst später festgestellt und uns dann klammheimlich unseres Schuhwerkes entledigt. So war jeder festlich gekleidet, aber auf Socken. Dazu Live Klaviermusik und Buffet. Den zweiten Fehltritt hat sich Roland geleistet, als er sich den vermeintlichen Töchtern der Gastgeber vorstellen wollte. Es stellte sich jedoch heraus, dass es sich um Nachbarstöcher handelte, die als Bedienung angeheuert waren. Die eigenen Kinder leben nämlich in Texas und in China. Übrigens hat das Haus von Rolands Chef eine Größe von ca. 250 qm, und das für nur zwei Personen...
Überhaupt nicht weihnachtlich verhält sich momentan unser Wetter. Der Chinook hat unseren Schnee gefressen... und jetzt werden wir unseren Heiligabend wahrscheinlich bei 10 Grad Celsius plus(!) verbringen. Das hätten wir sicher auch in Deutschland haben können...
Damit wir das Fest einigermaßen stilecht begehen können, haben wir uns ein Fondueset gegönnt und Gäste (Pam, Jane und Norbert) eingeladen.
Weihnachtliche Grüße aus Calgary!
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