Nachdem wir in den letzten Tagen pausenlos T-Shirt-Wetter hatten, ist es seit heute doch deutlich kühler und extrem windig geworden, und gerade eben haben wir den ersten Niederschlag seit unserer Ankunft vor gut einer Woche... als Schnee! Durch den Sturm fällt der Schnee waagerecht, und wir sind froh, dass wir heute nicht mehr hinaus müssen. Wie es sich bei diesem Wetter natürlich gehört, haben wir gleich den Kamin angemacht!
Heute haben wir uns besonders umweltbewusst gefühlt, denn wir haben unser Altpapier entsorgt! Das ist gar nicht mal so selbstverständlich, denn Mülltrennung ist hier nicht so populär. Da mit jedem IKEA-Besuch unser Papp-Abfall höher und höher wurde, haben wir irgendwann den Kofferraum unseres Mietwagens vollgepackt und uns auf die Suche nach einer Recycling-Stelle gemacht. Nach zwei Tagen Suche ist es uns heute endlich gelungen, eine offizielle Entsorgungsstelle ausfindig zu machen, und so haben wir voller Freude unsere Pappe entsorgt! Einmal deutsch, immer deutsch...
Mittlerweile haben wir auch die Suche nach einem Auto gestartet. Obwohl man hier vergleichsweise günstig Neuwagen kaufen kann (ein toll ausgestatter Dodge Caravan für sieben Personen kostet neu in etwa soviel wie in Deutschland ein Smart), wollen wir uns trotzdem erst einmal nach einem gebrauchten Auto umschauen. Sonja möchte ja einen SUV (also so etwas wie einen Jeep, preiswert in der Anschaffung!), aber Roland's Realitätssinn mag keine 16l/100km. Mal schauen...

Am Donnerstag hatten wir eine Matratze bestellt, normale Lieferzeit eine Woche, für uns EIN TAG. Alois aus Österreich hat das für uns realisiert. THANX, AL!
Am Freitag sind wir dann ins Haus eingezogen und haben zwecks Einrichtung desselben, IKEA leer gekauft. Ingo, Iris und ihre Freunde haben jetzt ein neues Zuhause bei uns gefunden. Nach 20 Jahren war die Montage Aufbau-Erfahrung pure Routine. Birgitt werden manche Teile aus dem Möbelprogramm seltsam bekannt vorkommen…
Wir sind jetzt auch wieder am Netz! Heute wurde das Internet freigeschaltet, JA, hier kommen die Monteure auch am Samstag! Versucht das mal in Deutschland zu bekommen. Der Service hier ist einfach genial. Roland hat dann noch den Fernseher angeschlossen, die Freischaltung erfolgte per Telefonanruf. Wir empfangen nun also ca. 150 Programme, auch wenn wir nicht wirklich wissen, was wir damit anfangen sollen, nur etwa zehn davon scheinen wirklich sinnvoll zu sein.
Damit wir wieder wie gewohnt auf dem Sofa ohne Kabel surfen, ist Roland noch kurz zu Future Shop ’reingesprungen und hat passendes W-LAN Equipment besorgt. Und es funktioniert mal wieder hervorragend, erste Internet-Telefonie mit Frank und den Eltern hat schon statt gefunden.
Übrigens, wer es schon immer wissen wollte: Der Liter Normalbenzin kostet hier 0,85CAN$, d.h. ca 0,55€.
Haben wir schon erwähnt? Es ist heiß hier! Tagsüber 22°C und pausenlos Sonnenschein!
Heute haben wir ein Riesenprogramm gehabt. Da unser Hotel Downtown liegt, konnten wir sämtliche Behördengänge zu Fuss erledigen. Am Vormittag haben wir im Harry Hays Building die Social Insurance Number (SIN) beantragt, dann uns bei Alberta Healthcare für die Krankenversicherung angemeldet. Mit der Alberta Healthcare ist man ab dem ersten Tag krankenversichert. Nicht abgedeckt sind aber zahnärztliche Behandlungen. Eine Zusatzversicherung bietet meist der Arbeitgeber im Rahmen der Benefits (z.B. Blue Cross, SunLife, GreatWestLife) an. Falls man nicht sicher ist, ob man in Kanada bleibt, ist eine Anwartschaft bei der deutschen Pflichtkrankenkasse zu empfehlen.
Danach haben wir bei der Bank unseres Vertrauens ein Konto eröffnet, alles mit Hilfe von Sonjas You Wanna See It I've Got It-Ordner. Auch haben wir (mit etwas Schwierigkeiten) eine Kreditkarte beantragen können. Zwar kann man an jeder ATM (Geldautomat) mit der EC-Karte vom deutschen Bankkonto Bargeld abheben, die Kreditkarte dient aber dazu, eine Kredithistorie aufzubauen (für den späteren Erwerb von Eigentum oder Leasing). Gegen Hinterlegung einer Kaution (wird nach einem Jahr rückerstattet) erhält man eine Kreditkarte mit begrenztem Limit.
Anschließend haben wir bei der Registry unseren Führerschein umgetauscht, dann vor dem Irish Pub in der Sonne gesessen und Kilkenny getrunken, und danach zu Shaw getorkelt, wo wir einen Internetanschluss beantragt haben. Sollte nur ein paar Tage dauern.
Abends hatten wir Sehnsucht nach Europa und sind zu IKEA gefahren. Dort haben wir uns zwei Handys gekauft (?!) und uns schon einmal mit dem üblichen IKEA-Kleinkram wie Ole, Björn und Rena eingedeckt.
Alle nötigen Adressen haben wir über die im Hotelzimmer ausgelegten Gelben Seiten oder über die Rezeption heraus bekommen.