Pages

September 20, 2016

Happiness is... the wind in your face


At the North Sea, a marginal sea of the Atlantic ocean, the coast is still wild and untamed. That's what I really like with the western seaside of Denmark. The wind is mostly a westerly, sometimes it comes with a gentle touch, and sometimes it's a furious gale. We got some of the latter, the air was moist with ocean spray, and we could taste the salty breeze on our lips. I could watch and listen to the waves crashing against the beach for hours, but we had some cycling business to do.

Hier ist die Nordsee, das Nebenmeer des Atlantiks, immer noch ungezähmt. Das mag ich so sehr an der dänischen Küste. Der Wind kommt meistens aus westlicher Richtung, manchmal als sanfter Hauch, dann aber wieder als wütender Sturm. Wir hatten etwas mehr vom letzteren, die Luft war feucht von der Gischt und wir konnten das Salz auf unseren Lippen schmecken. Ich hätte ja dem Wellenrauschen stundenlang zuschauen und zuhören können, aber wir waren ja zum Fahrradfahren hergekommen.


I have to admit that - given my not so optimal shape and condition - I was pretty upset with myself when I found out how difficult pedal biking against the westerly was, despite the fact that our surroundings were basically no-hill-land. In addition the wind seemed to be mocking me by constantly blowing sand in my face. Sand, that would get stuck in my hair, between my teeth, in my clothing and my shoes even. The wind also shoved some of the stuff on the otherwise nicely paved bicycle path for good measure, to make moving forward even more difficult. Cursing under my breath I grabbed my handlebar, ducked under the gale and pedalled hard but to no avail. Not too long I was about ready to bury my trusty pedal horse somewhere in the dunes and leave it there to rot when an epiphany dawned on me...

Ich muss zugeben, dass ich bei meiner derzeit nicht optimalen körperlichen Verfassung ziemlich wütend auf mich selbst war, als ich herausfand, wie anstrengend das Fahrradfahren gegen den Westwind werden würde. Dabei waren wir doch extra ins flache Land gefahren, damit wir bequem radeln konnten. Der Wind schien mich zu verspotten, in dem er mir auch noch Sand ins Gesicht wehte, Sand, der sich in meinen Haaren festsetzte, zwischen den Zähnen knirschte, und den ich in meiner Kleidung und meinen Schuhen wieder fand. Und zu guter Letzt blies er den Sand auch noch auf den sonst schön geraden, geteerten Fahrradweg, damit es ja nicht einfacher würde. In mich hinein fluchend bückte ich mich über den Lenker, die Hände fest an den Griffen und trat in die Pedale... vergeblich. Ich kam einfach nicht voran. Nicht viel später war ich soweit, mein treues Stahlross für immer irgendwo in den Dünen zu vergraben, als ich eine Art Eingebung hatte...


"If you surrender to the wind, you can ride it." Toni Morrison
Sinngemäß: "Wenn Du Dich dem Wind ergibst, kannst Du ihn auch reiten."


So, I put my ambitions aside for now and forever, and abandoned my high hopes of circling the hundred kilometres long Ringköbing Fjord loop in one day. I quitted recording my efforts in mileage and hours. And I surrendered to the wind, put my bike in lower gear and just rode, slowly but steadily, moving at the pace the head wind would allow. No records were broken that day, but I got my workout nevertheless, and the huge mountain of pasta combined with a glass of red wine at dinner was well deserved. At the end of the day I found myself laughing at the wind.

Also verabschiedete ich mich von meinen Hoffnungen und Erwartungen, den hundert Kilometer Ringköbing Fjord Rundweg in einem Tag fahren zu wollen. Ab sofort hörte ich damit auf, meine Erfolge in Entfernungen und Stunden zu messen. Ich ergab mich also dem Wind, schaltete ein paar Gänge 'runter und radelte langsam aber stetig weiter, gerade so wie es mir eben der Gegenwind erlauben würde. Ich brach keine neuen persönlichen Rekorde, aber war trotzdem ausgepowert, so dass ich mir am Abend frei von jeglichen Gewissensbissen eine riesige Portion Pasta mit einem Glas Rotwein gönnte. Am Ende des Tages war ich es, der dem Wind ins Gesicht lachte.

September 18, 2016

Happiness is... white sand between your toes

Speeding is not an option in Denmark, ever. First of all speed limits are enforced by radar controls, plus most Danish drivers seem to be content driving slower than said speed limits. In addition they practice painstakingly slow turns, we never found out why. They just seem to be so much more relaxed in traffic than Germans are, or ever will be. Furthermore, no major motorway is leading into the direction we were headed, just a plain straight but well maintained two lane blacktop running up the west coast.

Geschwindigkeitsüberschreitungen sind in Dänemark fast nicht möglich. Zunächst sind da die Geschwindigkeitsbegrenzungen und damit einher gehende Radarkontrollen, aber darüber hinaus scheinen die Dänen auch völlig damit zufrieden zu sein, langsamer als nötig unterwegs zu sein. Außerdem neigen sie dazu, gerade schmerzhaft langsam um die Kurven fahren zu wollen. Irgendwie sind sie alle so viel entspannter im Straßenverkehr, als wir Deutschen es jemals sind oder sein werden. Nebenbei gibt es auch gar keine Autobahn in die Richtung, in die wir wollen. Nur eine simple gerade Bundesstraße in ausgesprochen gutem Zustand führt an der Westküste entlang. 


You patient must be, young Padawan, on vacation you are, hmmm, not on the run. With this in mind we continued meandering north, finally arriving at Hvide Sande, a fishing harbour in the Holmsland Dunes, located between Ringköbing Fjord and North Sea, around 5 p.m. 

Geduldig Du musst sein, junger Padawan, in Urlaub Du bist, hmmm, nicht auf der Flucht. Mit diesen Gedanken setzten wir unsere Fahrt in den Norden fort und kamen schließlich gegen 17 Uhr in Hvide Sande an, einem in den Holmsland Dünen zwischen dem Ringköbing Fjord und der Nordsee gelegenen Fischereihafen.


Alas, we found the first campground reception already closed (lukket) for the day, so we moved on to the next place arriving just in time for a late check-in. The receptionist invited us to pick any place we liked, and to let him know the next day, while he continued to close up. The young lad spoke an English with the sweetest Danish accent. The Campground was fairly empty this time of the year, so we claimed a spot nearby the facilities, because the weather man had forecasted some rain for the night, and we didn't want to bring back too much dirt and soggy clothes into our motor home.

Leider war die Rezeption am ersten Campingplatz, den wir anfuhren, bereits geschlossen (lukket), also fuhren wir zum nächsten, und kamen gerade noch rechtzeitig an, bevor dieser auch dicht gemacht wurde. Am Empfang wurden wir von einem jungen Mann in Englisch mit einem süßen dänischen Akzent begrüßt. Er bot an, dass wir einfach einen Platz aussuchen und am darauf folgenden Tag Bescheid geben sollen, während er abschloss. Viel los war hier nicht mehr, also nahmen wir einen Flecken in der Nähe der Wasch- und Kochecke in Beschlag, auch weil die Wettervorhersage Regen prophezeit hatte und wir nicht unnötig Schmutz und Feuchtigkeit in unser motorisiertes Heim bringen wollten.


Hvide Sande must mean white sands, because there was a lot of it around here. After dinner we went out for a long walk in the dunes, and along the surprisingly clean and well maintained beach. Pure solitude surrounded us. Here a man trying his luck with a fishing rod, there a couple playing with their dog. Climbing the steep trail in the dunes was both, relaxing and strenuous, and the cool, soft white sand between our toes had an almost therapeutic feel to it. Instead of rain we were rewarded with a fiery sunset at the end of a perfect day, coloured in that very special light only the proximity to an ocean is able to produce.

Hvide Sande bedeutet wohl weißer Sand, denn davon gab es hier in der Tat eine ganze Menge. Nach dem Abendessen machten wir einen langen Spaziergang in den Dünen und am überraschend sauberen und gepflegten Sandstand entlang. Einsamkeit umgab uns. Hier war noch ein Angler, der sein Glück versuchte, dort ein Paar, welches mit seinem Hund spielte. Das Dünenklettern erforderte einiges an Kondition und war anstrengend und entspannend zugleich. Der kühle, weiche, weiße Sand zwischen den Zehen war reinste Therapie. Statt Regen erwartete uns zum Abschluss des Tages ein feuriger Sonnenuntergang in einem besonderen Licht, wie es nur die Nähe zum Ozean zu erzeugen vermag.


This night we fell fast asleep to the cadence of waves crashing against the shore, the wind howling through the dunes, and rain drops knocking against the metal hull of your four wheeled shelter. Life is good!

Umgeben vom rhythmischen Rauschen der Brandung, dem heulenden Wind in den Dünen und den Regentropfen, die gegen die metallene Hülle unseres Reisemobils klopften, fielen wir in dieser Nacht schnell in einen traumlosen Schlaf. Das Leben kann so schön sein.

September 16, 2016

CamperVan-ing

Our weapon of choice: Karmann Dexter 600 GO

Back in the 90's camping was a non-expensive getaway opportunity, the destination was France or Spain, and my then means of transportation a 500cc thumper. The weather was usually great, and the campgrounds were really cheap and simple, but often enough came with a caveat (from cockroaches to insanitary or broken down facilities, I am not going into details here). So, naturally as soon as funds became a non-issue I gladly upgraded to comfort and 3+ star hotels as soon as I could afford it.

Damals in den 90ern war Camping für mich so ziemlich die einzige preiswerte Option, um in den Urlaub zu fahren. Meist ging es dann mit dem 500er Eintopf nach Frankreich oder Spanien. Das Wetter war dort normalerweise sehr gut und die Campingplätze billig, allerdings oft mit dem Nachteil verbunden, dass die Örtlichkeiten eher einfach waren. Ich möchte dem geneigten Leser hier die Details ersparen, aber von Kakerlaken bis nicht funktionierenden Anlagen oder unzureichenden hygienischen Zuständen war alles dabei. Es war daher sicherlich verständlich, dass ich auf 3+ Sterne Hotels "umsattelte", sobald ich es mir leisten konnte. Das tat ich dann auch.

France 1996

Then there was Canada: Due to the long distances, and the lack of accommodation opportunities in between, the new millennium had me seen traveling in huge (a.k.a. Trump: yoooge!) camper vans with all the bells and whistles with regards to on-board facilities. We camped completely self-sufficient in national parks, cooked on camp fires, and showered on board, as well as stood on excellently serviced campgrounds, and always surrounded by marvellous scenery. These travels laid the foundation for our immigration to Canada.

Dann waren da die Urlaube in Kanada. Es galt, lange Strecken zu fahren und nicht immer war gerade ein Hotelzimmer oder ein B&B an den Stellen zur Hand, an denen man sich niederlassen wollte. Also wurde mit dem neuen Millennium auch eine neue Camping-Ära eingeläutet. Wir mieteten uns Wohnmobile mit allem Drum und Dran, damit wir unabhängig campen konnten. Auf diese Weise übernachteten wir oft in Nationalparks, kochten auf Lagerfeuern, duschten an Bord oder genehmigten uns auch mal den einen oder anderen schönen Campground inmitten noch schönerer Landschaft. Kein Wunder also, dass wir schließlich so angefixt waren, dass wir auswanderten.

Alberta/BC 2002
Alberta/BC 2003
Yukon/Alaska 2004

Back to now: Our choice fell on a rather small camper van with a length of six meters (6,50m bikes included) in order to be able to drive fast(er) on the autobahn, and be manoeuvrable in tight spots. We did not need all the comfort of a big recreational vehicle. The weather forecast was perfect, and we had a handful luxury campgrounds lined up along the way. They provided us with complete facilities including kitchen, washing machines, and clean and mostly new or freshly renovated private bathrooms. Prices varied between 17€ and 35€ depending on the location, and rebates through the camping card, valid in most EU countries, and on many campgrounds.

Wieder im Hier und Jetzt fiel unsere Wahl auf den mit 6m bzw. 6m50 langen (wenn man die Fahrräder mitrechnet) kleinen Campervan, damit wir sowohl schnell(er) unterwegs, als auch wendig in schwierigerem Terrain sein konnten. Wir brauchten ja auch kein Luxusmobil, hatten wir uns doch entsprechend ausgestattete Luxus-Campingplätze ausgesucht, die sowohl Koch- und Waschgelegenheiten, als auch neue und saubere z.T. auch private Waschräume anboten. Die Preise variierten hierbei zwischen 17€ und 35€ abhängig vom Ort und von den Rabatten, die ggfs. bei Vorlage des Camping Passes gewährt wurden, der übrigens in fast auf allen Campingplätzen im EU Raum gültig ist.

One major advantage of traveling outside high season was the free choice of a favourite lot on a campground. Usually this spot in Krik at the North Sea in Denmark, would be occupied by four RV's, but we had it all to ourselves. 

Ein Riesenvorteil war nebenbei, dass wir außerhalb der Saison unterwegs waren, und wir uns die Stellplätze meist selbst aussuchen durften. Hier in Krik an der Nordsee in Dänemark parken normalerweise vier Wohnwagen, wir hatten aber das ganze Grundstück nur für uns alleine.


Privacy isn't something that comes natural with most campgrounds close to cities. This one in Roskilde is basically a huge lawn with hookups for electricity and/or fresh water.

Privatsphäre gibt es eher selten, wenn man in Stadtnähe parkt. Hier in Roskilde handelt es sich schlichtweg um eine Wiese, auf der Elektro- und manchmal auch Wasseranschlüsse verlegt wurden.


The vehicle with bicycle rack, ready to roll:
So sieht das Fahrzeug aus, wenn es los geht:


The inside / der Innenraum
Happy Camper at dinner time
Happy Camper at breakfast

Grey water is being released by moving a lever. This can be done at a car wash or at a dedicated station on site,

Das Brauchwasser wird mittels Umlegen eines Hebels abgelassen. Das kann man entweder an der Autowaschanlage oder am Campingplatz direkt machen,


while black water is being collected in a small removable box filled with chemicals, and dumped at a special facility at the campground. It is in fact quite easy to clean and maintain.

während der Fäkalientank separat in einem kleinen Fach untergebracht ist, das herausgezogen werden kann, damit dieser an der entsprechenden Entsorgungsstation am Campingplatz entleert und neu mit Chemikalie gefüllt werden kann. Das ist tatsächlich eine recht einfache und saubere Angelegenheit.


We liked this vehicle for:
- its compact size - easy to manoeuvre
- no speed limit (unlike vehicles >3.5 tons)
- a bed large enough for the man
- the under bed storage room
- the gas mileage
- the every day suitability

Gut fanden wir bei diesem Modell:
- die kompakte Größe, es war leicht zu manövrieren
- keine Geschwindigkeitsbegrenzungen im Gegensatz zu den Fahrzeugen >3,5 to
- das Bett war lang genug für den Mann
- eine Menge Stauraum unter dem Bett
- der Diesel-Verbrauch
- die Alltagstauglichkeit

We didn't like:
- the compact size: not enough headspace and bathroom too small for people >1.90m
- a loud motor (FIAT Ducato) and permanent wind noises though the roof hatches at higher speeds 
- no opposite seats while eating

Was wir nicht so gut fanden:
- die kompakte Größe: die Decke war einfach zu niedrig und das Bad zu klein für einen Menschen größer 1,90m
- der Motor von dem FIAT Ducato war sehr laut und die Fahrgeräusche durch die nicht 100% schließenden Deckenluken nervig.
- dass man sich nicht beim Essen gegenüber sitzen konnte

A misty morning in Northern Germany
Camping overlooking the Baltic Sea