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December 09, 2005

Kanadische Kuriositäten - zweiter Teil

Vom Wohnen, Bankgeschäften, Verkehr und Lokalpolitik haben wir ja bereits Ende Oktober berichtet…
Umzug - Kürzlich haben wir unserer Freundin Jane beim Umzug und Renovieren geholfen. Umzüge sind erstaunlich preiswert hier. Ein Grund dafür ist, dass die Geräte alle in der alten Wohnung verbleiben, da die neue Wohnung selbstverständlich komplett mit 'appliances' wie Kühlschrank, Herd, Spül- und Waschmaschine ausgestattet ist. Eine weitere clevere Idee sind die - oft begehbaren - Einbau-Kleiderschränke. So spart man hier nicht nur beim Umzug, sondern direkt bei der Investition als solches.
Wetter - Gerade noch bei -20°C geschnattert, den Windchill-Faktor (gefühlte Temperatur) mitgerechnet sogar -26°C, bringt uns der Chinook nun am Wochenende +11°C. 30 Grad Temperaturunterschied in zwei Tagen, das muss der Körper erst mal verkraften. Wetterfühlige haben dann leider oft unter Migräne zu leiden. Nach den kalten Temperaturen möchte man bei minus 5°C fast im T-Shirt herumlaufen, so warm fühlt sich das an!
Sprache - Seit neuem wissen wir, Kanadisch ist eine eigenständige Sprache. Viele Vokabeln, die wir aus unserem britischen Englischunterricht kennen, existieren hier einfach nicht oder wurden vor Jahrzehnten substituiert. Ein Beispiel: flat für Wohnung heißt hier apartment oder condo.
Eishockey - Vor unserer Tür fängt es an: auf dem Spielfeld werden die Feuerwehrschläuche ausgerollt, Wasser marsch, und ein Tag später ist die Eisbahn fertig. Natürlich sagt man nicht Eishockey, sondern Hockey, weil, dass es auf dem Eis gespielt wird, ist doch jedem klar ;-)
Umweltschutz - Oder: Wie kommt der Pröll in die Garage? Obwohl man inzwischen den Sinn von Mülltrennung, -vermeidung und Recycling erkannt hat, wird das Konzept in Alberta nur halbherzig umgesetzt. Wir sind z.B. immer noch auf der Suche nach einer Rückgabestelle für Mehrweg-Plastikflaschen, welche sich inzwischen in unserer Garage stapeln. Außerdem heißt es hier nicht Müllkippe, sondern politisch korrekt 'Landfill'. Man gräbt ein Loch, füllt Müll hinein und schüttet es wieder zu. Als Vorbild bei neuen Entsorgungskonzepten wird übrigens immer wieder Deutschland genannt.
Energiesparen - in Alberta? Wir haben's doch, daher darf das Haus ruhig schlecht isoliert sein und der Truck sich seine 25 Liter auf 100km genehmigen. Solar- und Windenergie werden nur zögerlich von der Regierung angegangen und bisher nur auf Einzelanfragen gesponsert, obwohl diese in der durchaus windigen, aber auf jeden Fall sonnenreichsten Provinz Kanadas eine saubere Alternative wären. Hier ist Deutschland wiederum um ein bis zwei Jahrzehnte voraus. Es gibt ihn noch, den Technologie-Vorsprung. Go! Germany! Go!

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