We only get one run at life so might as well have fun on the way. (Geoff James)
August 09, 2007
Ein Abend beim Zahnarzt
Roland hatte mal wieder Zahnping, und da unser Hauszahnarzt derzeit wahrscheinlich in der Karibik weilt, musste eine Alternative her. Die Zahnklinik im benachbarten Shopping-Center hatte tatsächlich noch einen Termin frei, um halb neun ABENDS! Nicht ganz so modern wie bei unserem Dentist, aber wer wird sich da beschweren. Der gute Mann musste wegen der Notversorgung des Zahnes sogar noch eine halbe Überstunde machen, wofür Roland sich ausgiebig bedankte. Es wird wohl mal wieder eine Wurzelbehandlung werden, aber da der Arzt fast in den Zahn hineingefallen wäre, meinte er, Roland sollte sich besser an einen Spezialisten wenden. Er hat uns auch einen Arzt empfohlen, allerdings mit mindestens zwei Monaten Wartezeit. Bis dahin müsste unser Zahnarzt dann aber eigentlich auch wieder da sein...
August 06, 2007
Ab in den Norden zum Slave Lake
Da wir schon so weit im Norden waren und Montag mal wieder Feiertag ist, haben wir uns kurzentschlossen einfach weiter nördlich gehalten und sind zum Slave Lake hinauf gefahren. Wenn man Edmonton Richtung Norden verlässt, lässt man geschätzte 95% der Bevölkerung Albertas hinter sich, es wird also sehr einsam. Die Gegend verwandelt sich von Farmland in ausgedehntes Waldgebiet und wird immer wilder. Es fahren ausschliesslich amerikanische Automarken herum, vorwiegend natürlich Pickups, sodass wir mit unserem Audi wahrscheinlich aufgefallen sind wie bunte Hunde. Einige der Orte, vor allem Westlock, waren überraschend sauber und hübsch, da können wir uns im Süden eine Scheibe von abschneiden!
Sonja war zwischendurch der Meinung, dass es eine gute Idee wäre, einmal eine Nebenstrasse zu benutzen. Landschaftlich gesehen hatte sie auch Recht damit, denn es ging eine wunderschöne Strecke an einem urtümlichen Fluss entlang, aber dank des vorangegangenen Regens war die Sandstrasse ein einziger Schlick. Der Audi war voll in seinem Element, Roland wurde es manchmal aber ein bisschen zu rutschig! Der Slave Lake selbst, mit 1.168 qkm immerhin doppelt so gross wie der Bodensee, war zu unserer Überraschung touristisch so gut wie gar nicht erschlossen. Die Hotels im Ort Slave Lake waren offensichtlich auf Business ausgelegt (Holzwirtschaft und Gas), es gab nur einmal den einen oder anderen Campingplatz, von dem aus man sein Boot ins Wasser lassen konnte. Ein paar wirklich schöne Häuser am See, und das war es auch schon! Der Rest war wilde Natur, hier und dort durchbrochen von Rodungen. Sonja wollte am liebsten nicht mehr weg, erst Rolands Hinweis auf acht Monate Winter brachte sie wieder in die Realität zurück. Mit Ausnahme des Yukons war dies übrigens der nördlichste Ort, an dem wir uns bislang in Kanada befunden haben.
Zurück ging es weiter westlich durch die bewaldete Hügellandschaft der Swan Hills, dann über Rocky Mountain House und Cochrane nach Hause. Insgesamt hat unser Auto an diesem Tag 900 km gemacht, und nun steht er völlig verdreckt in der Garage und ruht sich aus. Zeit für eine ausgiebige Wagenwäsche!
August 05, 2007
Bei Meiers in Edmonton
Meiers hatten eingeladen zu einem Treffen von Deutschen in Edmonton, und obwohl wir uns ja eigentlich nicht direkt zu dieser Kategorie zählen können, durften wir auch kommen. Es wurde ein sehr schöner Tag mit vielen neuen Bekanntschaften! Das Wetter spielte nicht so ganz mit, denn nach Wochen des Sonnenscheins ging genau zum Anschmeissen des Grills ein ausgiebeiger Regenguss über uns nieder, aber insgesamt haben wir da noch so gerade Glück gehabt; den Rest der Zeit blieb es trocken.
Familie Meier wohnt mit Katze und zwei Hunden so richtig auf dem Land, etwa eine Stunde nördlich von Edmonton, auf einem Grundstück, dessen Grösse in Calgary für acht Einfamilienhäuser reichen würde. Die Hunde sind natürlich immer draussen und haben ein entsprechendes Winterfell, dass sie teilweise immer noch mit sich herum trugen und das wir jetzt in unserer Waschmaschine wieder finden... Die Gegend ist hügelig und leicht bewaldet und gefiel uns sehr gut. Allerdings muss Martin jeden Tag 45 Minuten bis zur Arbeit in Nord-Edmonton fahren, das ist für kanadische Verhältnisse eine wahnsinnig weite Anfahrt.
Abends gab es bei sternenklaren Himmel ein schönes Lagerfeuer, um das wir uns alle herumscharten, denn es wird doch ein bisschen kühl nachts in Edmonton! Für Nordlichter hat es diesmal leider nicht gereicht, aber das soll es dort schon regelmässig zu sehen geben. Immerhin hat Roland eine Sternschnuppe gesehen. Wir bedanken uns vielmals für die tolle Organisation und die Einladung!
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