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November 03, 2016

Where is home and how can I get there?

David's recent post 'A place to call...' on his blog Life on two wheels got me thinking about that place... called home. While others seem to have a clear understanding of what and where home is, for me this question is difficult to answer. I don't have a home in the specific sense that most others might associate it with it. My home is my current address, where my stuff is, where I go to after work, and where I eat and sleep. I did not develop any emotional attachment to this place, or any other place for that matter. Home in the abstract context of belonging somewhere, roots, a place to return to, means nothing to me. It doesn't exist.

Inspiriert durch David's Blog Eintrag über den Ort den wir Zuhause oder Heimat nennen, überlegte ich mir, was der Begriff Heimat für mich bedeutet. Während dies für die meisten völlig klar zu sein scheint, ist es für mich nur schwer zu beantworten. Ich habe keine Heimat. Mein Zuhause ist, wo ich wohne, mein Zeug aufbewahre, wo ich nach der Arbeit hingehe, wo ich esse und schlafe. Mehr nicht. Ich habe keine emotionale Beziehung zu diesem Ort, und auch zu keinem anderen. Heimat und die damit assoziierte Bedeutung von Zugehörigkeit, Wurzeln oder Rückzugsort bedeuten mir nichts. Für mich gibt es so etwas nicht.

The village

In the Black Forest village I live in today I find a lot of people who were born and raised here. Sometimes they go away for a short period of their lives but they always come back. They marry someone local, build a house, raise a family, and, this goes without saying, they still have the same old friends since kindergarten, and eventually they will be buried in their native soil. They know they belong. I don't get it, and I do not belong. Because if necessity, or job, or the plain desire to go somewhere else should demand breaking camp, I would gladly and without hesitation pack my bundle and leave, nothing is holding me back, and I wouldn't miss a thing. Once again I would be left with the question where this mysterious place called home might be, and why I can't seem to find a way to get there.

In dem Schwarzwalddorf, in dem ich derzeit lebe, gibt es erstaunlich viele Menschen, die hier geboren und aufgewachsen sind. Manchmal verlassen sie für eine kurze Zeit ihr Zuhause, aber sie kommen immer zurück, dann heiraten jemanden aus der Gegend, bauen ihr Haus, gründen eine Familie, haben selbstverständlich immer noch die gleichen Freunde wie im Kindergarten und werden schließlich auch hier begraben werden. Sie wissen, sie gehören hierhin. Ich verstehe nur, dass ich nicht hierhin gehöre. Denn sollte es die Notwendigkeit, die Arbeit oder einfach das Bedürfnis erfordern, hier die Zelte abzubrechen, würde ich freudig und ohne Zögern mein Bündel schnüren und weiter ziehen. Keine Wurzeln halten mich zurück, und ich werde von hier nichts vermissen. Am Ende bleibe ich dann wieder einmal mit der Frage zurück, wo denn für mich dieser geheimnisvolle Ort Heimat sein könnte, und warum ich nicht dorthin finden kann. 

Mushroom Parade in the Black Forest

Coming to think of it, it might be somehow related to my upbringing. My parents had moved around a while before they settled in what I would call a typical blue collar town. I was born in northern Germany close to the Danish border, and my siblings in other parts of the country. I grew up in said working class city, went to school there, made a handful of good friends. I guess I was happy, but I also remember having early thoughts about stretching boundaries, getting out of there, escaping.
And not to worry, I didn't go through any major traumatic experience related to any loss or uprooting. Our family had a strong bond, and still has, despite the distance. I was a fairly good study, had piano lessons, played football (soccer) and volleyball, and made it on the school's swim team and the choir. Some of my teachers saw people skills in me, and helped me how to help others. I became a tutor, a mentor, a class rep, and I easily got along with the popular and the shy ones, the nerds and the jocks. Everything in school life and adolescence was a piece of cake for me, but yet it didn't give me any sense of belonging, or filled me with the desire to get rooted.
Eventually school was over. Now career building and money making became my major focus. I opted for a profession that would enable me to travel a lot, and boy, did I get around. I left town to settle in a big city with an international airport, and my work allowed me to see many places outside Germany early on: Paris, London, Helsinki, Warsaw, Barcelona, Milan just to name a few. I made new friends, found the love of my life, and at some point in time growing a family was on the radar, alas, some plans didn't work out the way we wish it would. It's part of life, not all dreams and wishes come true.

Das mag daran liegen, wie ich aufgewachsen bin. Meine Eltern waren einige Male umgezogen bis sie sich schließlich in einer typischen Arbeiterstadt in NRW nieder ließen. Während ich in Norddeutschland, nicht allzu weit weg von der dänischen Grenze geboren wurde, kamen meine Geschwister im Rheinland zur Welt. Ich wuchs in besagter Arbeiterstadt auf, ging dort zur Schule und hatte einige gute Freunde. Ich denke, ich war glücklich, aber erinnere mich auch, dass ich bereits früh Fluchtgedanken hegte, ich wollte da 'raus, entkommen, Grenzen austesten.
Keine Sorge, es lag nicht an irgend einem traumatischen Kindheitserlebnis. Unsere Familie war und ist immer noch eng miteinander verbunden, obwohl uns die Entfernung trennt. Ich war eine recht gute Schülerin, lernte Klavierspielen, spielte Fußball und Volleyball, war in der Schwimmmannschaft und im Schulchor. Manche Lehrer merkten, dass ich eine "soziale Ader" hatte und halfen mir, zu helfen, wo ich konnte. So gab ich Nachhilfe, betreute benachteiligte MitschülerInnen, war mal Klassensprecherin und kam mit allen gut zurecht, den Populären und den Schüchternen, den Sonderlingen und den Sportskanonen. Kindheit, Schule und Heranwachsen war einfach für mich, alles passte, aber ich fühlte mich trotzdem nicht dazugehörig und schlug keine Wurzeln.
Dann war die Schulzeit vorbei und Karriere und Geldverdienen standen im Vordergrund. Ich hatte mir einen Beruf ausgesucht, der mir das Reisen ermöglichen würde, und das tat ich auch, oft und mit Vergnügen. Ich zog in eine Großstadt mit einem internationalen Flughafen und meine Arbeit brachte mich schnell an ferne Orte außerhalb Deutschlands wie Paris, London, Helsinki, Warschau, Barcelona, Mailand, nur um mal ein paar zu nennen. Ich lernte neue Leute kennen, fand schließlich die Liebe meines Lebens und irgendwann stand auch die Familienplanung auf dem Programm, welche aber dann nicht so verlief, wie wir es uns gewünscht hatten. So spielt das Leben, nicht alle Wünsche und Träume werden wahr.


As it does, life went on. Eventually the repeat business trips all over Europe started to wear me out, once a pleasure it now became a chore, I felt like in a straightjacket. Then, on my first visit to Canada back in 1998 something happened to me, I found greener pasture, and many new places to visit on the other side of the ocean. So we moved overseas, and the rest is history. Life in Canada was different in a good way, but yet another place that didn't become homey. We moved four times within eight years, twice in Alberta, and twice in BC, and the place I loved the most was living close to the Burrard Inlet, in an apartment with water views and mountain views. Believe me, I had a hard time leaving, and when we did, I felt like swallowed by a big black hole. Up to now I am still drawn to that place... could it be? Did I find home and let it slip away? Or is this sense of loss simply associated with missing the proximity and access to an ocean? As a Northerner I have saltwater in my veins, you know... Ever since, I have thought about returning to Canada's west coast many times. But in the meantime this place has changed significantly. The flat is sold, the economy not too well, friends have moved on, and it just wouldn't be the same, or would it?

Das Leben ging weiter. Die wiederholten Geschäftsreisen durch Europa fingen an, mich anzustrengen, was einst ein Vergnügen war, wurde nun zur Last. Ich fühlte mich wie in einer Zwangsjacke. Da war es nur natürlich, dass beim ersten Besuch in Kanada 1998 etwas mit mir passierte. Das Gras war grüner auf der anderen Seite, und es gab dort so viele neue Orte zu besichtigen. Also zogen wir nach Übersee, und der Rest ist Geschichte. Doch eine Heimat hatte ich auch dort immer noch nicht gefunden.
Innerhalb von acht Jahren zogen wir viermal um, zweimal in Alberta und zweimal in BC, und das erste vage Gefühl von Heimat vermeinte ich zu verspüren, als wir in unserer Wohnung am Burrard Inlet lebten, mit Blick auf das Wasser und die Berge. Glaubt mir, noch nie ist es mir so schwer gefallen, von einem Ort wegzuziehen. Und als wir es taten, fiel ich erst einmal in ein Loch. Seither fühle ich mich immer noch dorthin zurück gezogen. Konnte es sein... hatte ich vielleicht doch ein Zuhause gefunden und es wieder verloren? Oder ist es einfach nur die Nähe zum Meer, die ich vermisse? Schließlich habe ich ja als Fischkopp Salzwasser in den Adern. Jedenfalls musste ich seitdem oft an eine Rückkehr an Kanadas Westküste denken, doch zwischenzeitlich hat sich dort auch vieles verändert. Das Apartment ist verkauft, die Arbeitsaussichten schlechter, Freunde sind weiter gezogen, also würde es wohl nicht mehr dasselbe sein, oder?


Well, in the meantime, while continuing to work on understanding the concept of home, and how to find it, maybe something like this could pass as the time until I get there  ;-)

Doch solange ich mit der Suche nach dem Konzept Heimat und dem Weg dahin beschäftigt bin, hätte ich nichts dagegen, mit etwas dieser Art meine Zeit zu vertreiben, bis ich dort angekommen bin  ;-)

as seen on the trade fair: one can dream...

And I would be curious to learn what the meaning of home is for you...
Und natürlich würde ich zu gern wissen, was Heimat für Euch bedeutet...

October 26, 2016

The Road to Recovery


Almost four weeks ago I left the care of the hospital all stitched up and - for starters - nicely sedated. All will be well in time, they told me. However, I wasn't prepared for the fact that they had hit the reset button on my body. The mere morning routine with getting up, taking a shower and getting dressed lead me to the brink of exhaustion, I was too tired to eat breakfast even, and went back to take another nap. Eventually I had lunch, and took a little walk around the block. After this there was a bit of reading, and binge watching Star Trek, where admittedly I slept through most of the episodes. Two weeks went by without being able (and being allowed) to do much, but I kept the walking routine going. Then my mom visited, and pampered me back to health. She cooked our favourite meals, took care of the household and provided me good company. She became my walking buddy, too, which was good for both of us, and meanwhile I am able to walk three miles a day. Thanks to her support I felt stable enough to get back to part time working from home by mid of the third week. I am still hurting, but meanwhile my brain seems to be back to functioning normal. The healing process is a bitch, but at least I got the opportunity to collect some seasonal eye candy.

Vor knapp vier Wochen wurde ich aus dem Krankenhaus entlassen und bekam noch ein paar Schmerzmittel mit auf den Weg. Alles wird gut, sagte man mir. Allerdings hat mich niemand darauf vorbereitet, dass mein gesamter Organismus zurück auf Start gesetzt wurde. Allein die morgendliche Routine Aufstehen, Waschen, Anziehen kosteten mich so viel Kraft, dass ich sogar zu müde zum Frühstücken war. Stattdessen ging ich wieder zurück ins Bett. Irgendwann gab es dann Mittagessen und ich machte einen kleinen Spaziergang. Danach las ich ein wenig und schaute mir etliche Episoden Star Trek an, wobei ich zugegebenermaßen die meisten Folgen verschlafen habe. So vergingen zwei Wochen, ohne das ich viel machen konnte (und durfte), nur die tägliche Runde behielt ich bei. Unterdessen kam meine Mom zu Besuch und verwöhnte mich nach Strich und Faden. Sie kochte unsere Lieblingsgerichte, schmiss den gesamten Haushalt und leistete mir Gesellschaft. Auch begleitete sie mich auf meinen Spaziergängen, was uns beiden gut tat. So schaffe ich inzwischen schon wieder fünf bis sechs Kilometer am Stück. Dank ihrer Unterstützung fühle ich mich seit Mitte der dritten Woche wieder kräftig genug, stundenweise von zuhause zu arbeiten. Ich habe immer noch Schmerzen, aber wenigstens scheint mein Hirn wieder einigermaßen zu funktionieren. Der Heilungsprozess ist schon nervig, aber auf diese Weise habe ich immer wieder die Gelegenheit, ein paar herbstliche Schnappschüsse einzufangen.

October 23, 2016

Wir konnte es nur dazu kommen? Meilensteine von der Auswanderung bis zur Rückwanderung auf einen Blick

Manche (inklusive unserer Familienmitglieder und Freunde) fragen immer noch und immer wieder, wie es seinerzeit überhaupt zu der "Schnapsidee" Auswanderung kommen konnte und was danach so passierte. Also haben wir für alle, die es interessieren mag, noch einmal auf einen Blick die wichtigen Ereignisse unserer Kanada-Immigration bis zur Rückkehr nach Deutschland zusammen getragen.

1995_09 Roland erkundet den Westen mit dem Wohnmobil.
1996_09 Roland bereist den Osten, ebenfalls im Camper.
Irgendwann besorgt er sich eines der damals wenigen Auswanderer-Handbücher.
1998_06 Sonja erfährt mit Freundin Birgitt im Juni die Provinzen Ontario und Quebec.
1998_07 Roland besucht mit Freund Frank die Stadt Toronto.
1999_10 Unsere erste gemeinsame Kanada-Reise führt nach Montreal.
2002_06 Zusammen geht es im WoMo von Calgary nach Vancouver.
2003_09 Wieder sind wir in Alberta und British Columbia unterwegs.
Inzwischen wird die Passmarke für die Immigration auf 67 Punkte herab gesenkt. 
2003_10 Der IELTS Sprachtest ist bestanden und die Bewerbung auf Permanent Residence abgeschickt.
2003_11 Wir erhalten eine File-Nr.
2004_06 Urlaubszeit: Bei dieser Camper-Reise stehen Yukon und Alaska auf dem Programm.
2004_07 Medizinische Untersuchung
2004_09 Weil es so schön ist, geht es noch einmal mit Freundin Birgitt in BC auf Tour.
2004_10 Wir senden die Pässe an die kanadische Botschaft und erhalten diese kurz darauf mit dem Einwanderungs-Visa zurück. Darauf hin kündigen wir unsere Jobs und beginnen mit der Haushaltsauflösung.
2005_01 Der One-Way Flug nach Calgary ist gebucht.
2005_02 Wir haben einen Mietvertrag für ein Haus unterschrieben.
2005_03 Unser Umzugsgut wird verladen.
2005_04 Unsere Webseite geht online.
Am 14. April 2005 ist unser letzter Arbeitstag.
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Am 18. April 2005 wandern wir als Permanent Residents (PR) nach Kanada ein.
Am 19. April erledigen wir die erforderlichen Behördengänge und beantragen unsere Sozialversicherungsnummern (SIN), melden uns bei der Krankenversicherung an, eröffnen ein Bankkonto, tauschen die Führerscheine um, bestellen Internetanschluss und besorgen uns Mobiltelefone. Und das alles an einem Tag. In Deutschland... unmöglich!!!
Am 14. Mai wird unser Umzugsgut angeliefert.
Am 18. Mai erhalten wir unsere PR-Cards und die kanadischen Führerscheine.
Am 20. Mai ist die SIN Karte inzwischen auch eingetroffen.
Seit 11. Juli arbeitet Sonja wieder.
Seit 2. August arbeitet auch Roland wieder.
Am 8. Oktober unterschreiben wir den Kaufvertrag für eine Eigentumswohnung (geplante Fertigstellung ist September 2006).
2006_07 Wir ziehen bereits in unser neues Heim.
2008_09 Urlaub im Osten Kanadas: Nova Scotia, Newfoundland, PEI, New Brunswick
2008_10 Ein neuer Job für Sonja
2008_12 Beantragung eines neuen deutschen Reisepasses bei der dt. Botschaft in Vancouver
2009_04 Von der Rezession erwischt: Sonja wird zum ersten Mal in ihrem Leben arbeitslos.
2009_06 Antrag auf Beibehaltung der deutschen Staatsbürgerschaft
2009_11 Erhalt der Beibehaltungsurkunden, Antrag auf Erneuerung der PR und Antrag auf kanadische Staatsbürgerschaft, Sonja hat eine neue Arbeitsstelle.
2009_12 Sonjas Job führt sie temporär nach Winnipeg, Manitoba.
2010_03 Wieder ein neuer Auftrag für Sonja, diesmal in Burnaby, BC. Die neuen PR Ausweise sind angekommen.
2010_05 Wir ziehen nach Port Moody, Roland bleibt aber bei seinem Arbeitgeber und pendelt regelmäßig zwischen Westküste und Prärie hin und her.
2011_01 Kauf einer Eigentumswohnung in Port Moody
Am 3. Februar 2011 werden wir Kanadier!
Am 22. Februar erhalten wir unsere kanadischen Reisepässe.
Am 2. Mai dürfen wir zum ersten Mal in Kanada wählen.
2012_12 Aus familiären Gründen entscheiden wir uns für eine Rückkehr nach Deutschland.
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2013_03 Unser Umzugsgut ist Richtung Deutschland unterwegs.
2013_06 Wir ziehen in den Schwarzwald.
2015_09 Sonjas Motorrad-Rundreise durch den Osten Kanadas
2016_03 Sonjas neuer kanadischer Reisepass hat nun eine Gültigkeit von 10 Jahren.