Roland war für eine Woche geschäftlich in den USA, genauer gesagt im Staat New York. Seine Firma hat dort ein Produktionswerk, das er sich einmal genauer anschauen sollte. Die Gelegenheit war günstig, denn seine IT-Kollegen Igor (Weissrusse) und Chris (waschechter Kanadier) hatten dort einige dringende Dinge zu erledigen (wie zum Beispiel alle Computer auf den neuen Termin zur Umstellung auf Sommerzeit einzurichten), und so sind die drei gemeinsam Richtung Osten geflogen. Es ging über Toronto zum New Yorker Flughafen La Guardia in Queens.
Die Zollabfertigung für die USA wird sinnvollerweise schon auf kanadischen Boden durchgeführt, und so kam Roland erstmals in den Genuss, seine Fingerabdrücke beider Zeigefinger und sowie sein Lichtbild abzugeben. Das Ganze dauert nur Sekunden, wird aber interessanterweise nicht benötigt, wenn man einen kanadischen Pass besitzt. Der Zollbeamte bestätigte: „Besorg Dir einen kanadischen Pass, und die Prozedur ist ein für alle mal vorbei!“
Nach insgesamt 10 Stunden Reise (incl. 2 Stunden verlängertem Aufenthalt in Toronto, da zunächst das Flugzeug ausgetauscht werden musste und dann alle Computer im Flughafen ausfielen) kamen wir dann endlich in La Guardia an, wo unser Mietwagen schon auf uns wartete. Die Fahrt ging Richtung Norden, vorbei an Ortschaften wie Pleasantville und Sleepy Hollow, in den District Dutchess, dessen Name sich von der ursprünglich holländischen Bevölkerung herleitet. Mittlerweile ist hier alles fest in italienischer Hand, was zu dem angenehmen Effekt einer grossen Anzahl hervorragender italienischer Restaurants führt.
Überhaupt Essen: Aus Redneck County kommend, wo es ausser Steak nur wenig kulinarische Genüsse gibt, haben Igor, Chris und Roland sich besonders in den ersten Tagen intensiv ausgelebt. Jeden Mittag und jeden Abend gab es ein neues, gutes Restaurant, manche waren einfach, manche etwas edler. Freundlicherweise haben die drei einen Chef, der sehr freizügig Reisespesen abzeichnet (das muss vor dreissig Jahren in Deutschland auch einmal so gewesen sein?!), und so konnte man das Ganze noch mehr geniessen. Roland hat auf der Reise bestimmt drei Kilo zugenommen und ernährt sich seitdem vorzugsweise von Obst und Salat...
Das Produktionswerk in Holmes liegt in einer wunderschönen Gegend im Norden des Staates New Yorks, die entfernt an das Bergische Land erinnert, aber mit mehr Seen: die Architektur ist fast europäisch, die Bewaldung sowieso, die Topographie hügelig bis bergig. Es ist schon interessant, dass man über tausende von Kilometern auf einen anderen Kontinent auswandert, und wenn man eine vertraute Gegen vorfindet, fühlt man sich gleich zuhause! Das Leben im Werk ist noch einmal ein bis zwei Gänge ruhiger als in der Produktionsstätte in Calgary, und das will schon etwas heissen (New York ist relativ stark gewerkschaftlich organisiert). So war die Woche dann nicht sehr stressbehaftet, auch wenn manche Abende etwas länger wurden, da so ein Windows-Sommerzeit-Update doch etwas länger dauert.
Am Wochenende hatten die drei dann noch die Gelegenheit, die City of New York zu besichtigen, und wie üblich wurden die Schuhsohlen ordentlich beansprucht. Metropolitan Museum of Art, Apple Store, Time Square, Greenwich Village, Little Italy, diverse Shops, und natürlich gute Restaurants. Das Wetter hat einigermassen mitgespielt, wir sind zumindest vom Regen verschont geblieben. Alles in allem eine schöne Woche, aber danach war Roland auch wieder froh, zuhause zu sein!
We only get one run at life so might as well have fun on the way. (Geoff James)
March 19, 2007
March 13, 2007
Medizinische Versorgung
Nicht erst seit gestern ist das Thema medizinische Versorgung in Calgary ein heisses Eisen und beunruhigt im besonderen uns deutsche Einwanderer, die wir eine gute und flächendeckende Versorgung von Deutschland gewöhnt waren: die Palette reicht von fehlenden (kompetenten!) Hausärzten bis hin zu fehlenden Krankenbetten und (jahre)langen OP-Wartezeiten.
Während Ex-Premier Klein das Problem erfolgreich ignoriert hatte (frei nach Ullalala Schmidt: “Bleiben Sie gesund! Anders wär nämlich schlecht...”), hat Alberta's neuer Premier Stelmach die Finanzierung eines neuen Krankenhauses durch Provinz-Mittel genehmigt. Endlich hat man das Gefühl, dass mal etwas Sinnvolles mit den Steuergeldern getan wird. Geplante Eröffnung soll bereits 2010 sein. Hoffentlich werden gleichermassen Anstrengungen unternommen, für medizinisches und Pflegepersonal zu sorgen... Man könnte beispielsweise die Zulassungen emigrierter Ärzte vereinfachen?!
Quelle: http://www.canada.com/calgaryherald/story.html?id=b3fd75ad-19bb-402a-bd3e-aaeff00cdda3&k=0
Während Ex-Premier Klein das Problem erfolgreich ignoriert hatte (frei nach Ullalala Schmidt: “Bleiben Sie gesund! Anders wär nämlich schlecht...”), hat Alberta's neuer Premier Stelmach die Finanzierung eines neuen Krankenhauses durch Provinz-Mittel genehmigt. Endlich hat man das Gefühl, dass mal etwas Sinnvolles mit den Steuergeldern getan wird. Geplante Eröffnung soll bereits 2010 sein. Hoffentlich werden gleichermassen Anstrengungen unternommen, für medizinisches und Pflegepersonal zu sorgen... Man könnte beispielsweise die Zulassungen emigrierter Ärzte vereinfachen?!
Quelle: http://www.canada.com/calgaryherald/story.html?id=b3fd75ad-19bb-402a-bd3e-aaeff00cdda3&k=0
March 12, 2007
Newsflash!
Oh Wunder, das Blatt unserer täglichen Belustigung hat - zum Thema hohe Benzinpreise - das Spritsparen entdeckt und bahnbrechende Feststellungen veröffentlicht.
Hier wird erklärt, dass ein direkter Zusammenhang zwischen Benzinverbrauch und Fahrverhalten besteht... ach was? So beeindrucken Expertentipps mit Ideen wie vorausschauender, ausgeglichener Fahrweise oder sogar Routenplanung - um Umwege oder Staus zu vermeiden. Wer kanadisches Fahrverhalten im täglichen Strassenverkehr beobachtet, weiss, dass dieses eine Fiktion bleiben wird.
Und alles, was das Leben des Kanadiers an sich erst lebenswert macht, soll vermieden werden: die geliebte Standheizung, damit das Auto schön warm ist, wenn man eine halbe Stunde später losfahren will; Breitreifen oder hochgebockte Trucks/SUVs - weg damit; Für Truckfahrer wird sogar eine Abdeckhaube empfohlen, um die Aerodynamik zu erhöhen. Nun, der Kenner weiss, ein Truck und Aerodynamik an sich schliessen sich gegenseitig aus. Und dann geht es an das Herzstück: Kein unnötiges Equipment mitschleppen, wie z.B. das Skidoo, Quad oder Dirt-Bikes, welche so unerlässlich für das Outdoorleben des Kanadiers sind. Denn diese benötigt man doch für ein paar Stunden am Wochenende, um sich mit seinen Buddies auf ein paar Six-Packs in der Natur zu treffen. Wäre dann auch lästig, diese unter der Woche wieder in der Garage zu verstauen, zumal dann ja keiner sehen würde, dass man über diese coolen Fortbewegungsmittel verfügt (nicht dass diese kein Benzin verbrauchen würden...).
Zuguterletzt, wahrscheinlich um die empörten Truck-Fahrer wieder zu besänftigen, gibt es dann noch ein paar moderate Ideen wie: Reifendruck regelmässig prüfen, Fenster beim Fahren geschlossen halten, oder Beleuchtung und Scheibenheizung ausmachen, wenn man sie nicht braucht.
Ergänzend zu einer regelmässigen Fahrzeugwartung fällt uns dazu nur noch ein: ein Königreich für TÜV und ASU!
Hier wird erklärt, dass ein direkter Zusammenhang zwischen Benzinverbrauch und Fahrverhalten besteht... ach was? So beeindrucken Expertentipps mit Ideen wie vorausschauender, ausgeglichener Fahrweise oder sogar Routenplanung - um Umwege oder Staus zu vermeiden. Wer kanadisches Fahrverhalten im täglichen Strassenverkehr beobachtet, weiss, dass dieses eine Fiktion bleiben wird.
Und alles, was das Leben des Kanadiers an sich erst lebenswert macht, soll vermieden werden: die geliebte Standheizung, damit das Auto schön warm ist, wenn man eine halbe Stunde später losfahren will; Breitreifen oder hochgebockte Trucks/SUVs - weg damit; Für Truckfahrer wird sogar eine Abdeckhaube empfohlen, um die Aerodynamik zu erhöhen. Nun, der Kenner weiss, ein Truck und Aerodynamik an sich schliessen sich gegenseitig aus. Und dann geht es an das Herzstück: Kein unnötiges Equipment mitschleppen, wie z.B. das Skidoo, Quad oder Dirt-Bikes, welche so unerlässlich für das Outdoorleben des Kanadiers sind. Denn diese benötigt man doch für ein paar Stunden am Wochenende, um sich mit seinen Buddies auf ein paar Six-Packs in der Natur zu treffen. Wäre dann auch lästig, diese unter der Woche wieder in der Garage zu verstauen, zumal dann ja keiner sehen würde, dass man über diese coolen Fortbewegungsmittel verfügt (nicht dass diese kein Benzin verbrauchen würden...).
Zuguterletzt, wahrscheinlich um die empörten Truck-Fahrer wieder zu besänftigen, gibt es dann noch ein paar moderate Ideen wie: Reifendruck regelmässig prüfen, Fenster beim Fahren geschlossen halten, oder Beleuchtung und Scheibenheizung ausmachen, wenn man sie nicht braucht.
Ergänzend zu einer regelmässigen Fahrzeugwartung fällt uns dazu nur noch ein: ein Königreich für TÜV und ASU!
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