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July 31, 2006

Pow Wow

Dieses Wochenende hatten wir Besuch in unserem „Ferien-Appartement“ von einem alten Kollegen aus Düsseldorfer Zeiten. Günther, der selber Anfang der Siebziger für ein paar Jahre in Edmonton gelebt hatte, hatte mit seinen Erzählungen über seine Zeit in Kanada einen nicht unerheblichen Einfluss auf unsere Entscheidung, nach Kanada zu immigieren. Nachdem er im letzten Jahr pensioniert worden war, hat er diesen Sommer für einen ausgedehnten Kanada-Trip genutzt. Seine aktuelle Etappe führte ihn nach Calgary. Wir haben uns sehr gefreut, ihn für ein paar Tage beherbergen zu dürfen!
Den Samstag haben wir zu einem Besuch bei unseren neuen „Nachbarn“, der Tsuu-T'ina Nation genutzt. Die First Nations veranstalten nämlich gerade ihr jährliches Pow Wow (Zusammenkunft), um Ihre Tradition und Kultur zu feiern. Freundlicherweise erlauben sie auch uns Weißen, als Gäste daran teil zu nehmen. Das Gelände war vollgepackt mit Trailern, Zelten und traditionellen Tipis. Natürlich gab es auch eine 'Fressmeile', Kinder-Hüpfburgen, Souvenir-Shops und Rodeo-Veranstaltungen.
Im Zentrum stand ein Rundhaus, in welchem das eigentliche Ereignis stattfand. Indianer aller Altersklassen, darunter erstaunlich viele junge Leute, waren in wunderschöne bunte Gewänder gehüllt, mit großartigen Federschmücken ausgestattet, und hatten teilweise sogar eine (etwas beängstigende) Gesichtsbemalung. In voller Montur führten sie, in Altersklassen eingeteilt, indianische Tänze auf. Begleitet und geführt wurden sie dabei durch rhythmische Trommelmusik und den typischen Gesang, der sich für unsere europäische Ohren zunächst wie wildes Geschrei anhörte. Durch die wirbelnden Körper und bunten Farben der Kostüme wurde man unweigerlich in den Bann dieser Musik geschlagen. Ein Ältestenrat bewertete die Darstellungen und führte die Siegerehrungen durch. Im Kreis um die Tanzfläche herum saßen hunderte von Menschen (hauptsächlich First Nations), schauten begeistert zu, feuerten ihre Favoriten an und spendeten viel Applaus. Die Atmosphäre war sehr fremdartig, der Gesang verursachte uns Gänsehaut, und die Würde und der Stolz dieses Volkes hat uns schwer beeindruckt. Ein großartiges und farbenfrohes Erlebnis! Den Sinn vieler dieser Tänze, Gesänge und Rituale haben wir Second Nations leider nicht verstanden, aber wir haben uns gefreut, dabei gewesen sein zu dürfen. Bilder hier

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