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April 24, 2012

Das albertanische Wahlwunder


Die Albertaner haben bei der gestrigen Provinzwahl mal wieder alle überrascht und die seit 41 Jahren in der Regierung stehenden Progressive Konservatives (PC) für weitere vier Jahre im Amt bestätigt.

In den letzten Wochen hatten sich einige dunkle Wolken am albertanischen Demokratiehimmel zusammen gebraut, und die hatten eher eine braune Färbung. Viele Albertaner hatten die Skandale und Skandälchen der völlig verfetteten Konservativen leid und liebäugelten - ausgerechnet - mit der noch viel weiter rechts stehenden Wild Rose Party. Deren Anführerin ist die sehr charismatische Danielle Smith, die die Albertaner komplett um ihren Finger gewickelt hatte; zumindest haben bis zur letzten Sekunde alle Wahlvorhersagen auf einen Erdrutschsieg der Wildrosen hingedeutet.

Dann kam der Knall: 61 von 87 Sitzen gingen an die alteingesessenen Konservativen, 'nur' 17 an die Wild Rose Party, und den Rest teilten Liberale und Neue Demokraten unter sich auf. Roland hat noch nie so viele leichenblasse Wahlforscher auf einen Haufen gesehen. Der immer und immer wiederkehrende Tenor: "wir haben ALLE daneben gelegen!"

Roland glaubt an vier Gründe für diese Überraschung:
1. Obwohl die Albertaner den Konservativen eins auswischen wollten, haben sie sich über die Wahlvorhersagen dann doch sehr erschreckt. So sind viele potentielle Wild Rose-Wähler am Ende doch wieder bei den PC geblieben.
2. In der letzten Woche vor der Wahl - den sicheren Sieg vor Augen - haben einige der Wild Rose-Kandidaten ein paar unvorsichtige Äusserungen von sich gegeben, die den Wählern bereits eine gute Idee der tatsächlichen Gesinnung dieser Leute gab.
3. Die Links- und Mittewähler in der Provinz scheinen taktisch gewählt zu haben und gaben ihre Stimme - entgegen ihrer Überzeugung - den Konservativen.
4. Am Ende wollen Albertaner per Definition dann doch keine Veränderungen.

Roland hatte im Büro vielfach vor der Wild Rose Party gewarnt (schliesslich haben wir Deutsche ja doch etwas aus der Geschichte gelernt) und ist jetzt wirklich erleichtert, dass Alberta noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen ist. Wir hoffen jetzt, dass die Wildrosen in den nächsten vier Jahren in der Opposition ihr wahres Gesicht zeigen und sich damit für die Zukunft unwählbar machen.

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