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July 01, 2012

Zum Canada Day

Was macht uns eigentlich zu Kanadiern? 

Als erstes müssen wir uns da fragen: Was macht uns denn neben dem Geburtsrecht überhaupt zu Deutschen? 
Mit unserer Ankunft in Kanada stellten wir fest, dass wir so ziemlich genau in das Klischee vom pünktlichen und Pflicht bewussten, gelegentlich bis zur Pedanterie organisierten, sicherheitsbedürftigen und eher pessimistischen Stereotyp passen. 

Doch dieser oft negativ belegte Stereotyp, plus unsere solide deutsche Schul- und Berufsausbildung (wir halten das deutsche Ausbildungssystem immer noch für eines der besten der Welt) haben beim Einstieg in das kanadische Leben sehr geholfen. 

Aber sind wir typisch deutsch? Wir waren wir noch nie auf dem Oktoberfest, laufen nicht in Dirndln oder Lederhosen herum, trinken kein Bier, unser Auto wird auch nur vom Regen gewaschen und wir verabscheuen Volksmusik. Wir sind keine Vereinsmeier (es sei denn der Motorradclub gilt als einer...) und Schützenfeste und Karneval waren uns immer schon ein Gräuel. 

Also sind wir doch eher Kanadier? Kanada bedeutet für uns multikulturelles Miteinander, Toleranz und Freundlichkeit. Gerade als Immigranten schätzen wir dieses besonders und leben es auch. Das Arbeitsleben ist angenehm unverkrampft, und wir genießen besonders das Leben nach der Arbeit, ob mit Ausflügen in die Natur oder beim Treffen mit Freunden oder bei einem entspannten Nachmittag auf dem Balkon. 

Allerdings mögen wir immer noch kein Hockey, können problemlos an Tim Hortons vorbei gehen, und brauchen Schnee nur in gemäßigten Portionen. 

However, we believe, we’ve got the best of both worlds, eh!?! Und das macht uns ganz klar zu Deutsch-Kanadiern. Dafür sind wir am Canada Day auch wieder ganz besonders dankbar.
 
Wieder mal im Regen unterwegs

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