Es gibt Menschen, die sind voller verpasster Gelegenheiten. Wir wollten nicht zu jenen gehören, die später einmal sagen “Ach, hätten wir doch...”. Kanada ist für uns die Realisierung eines Traums, ein Abenteuer, etwas, dass wir machen wollten, bevor wir zu alt oder krank oder unflexibel für Veränderungen werden. Acht Jahre Kanada. Wo ist nur die Zeit geblieben?
Am 18. April 2005 wanderten wir nach Calgary in Alberta ein. Dort waren wir willkommen, fanden schnell Arbeit und neue Freunde. Es gab die Badlands, die Prairies und die Rocky Mountains, einen Haufen Schnee, aber auch viel Sonnenschein.
Vor drei Jahren zog es uns dann weiter nach Port Moody in British Columbia. Das Wetter an der pazifischen Westküste ist im Gegensatz zum rauhen Klima in den Prairies vergleichsweise mild, und so tauschten wir Schnee und Kälte gegen wochenlangen Regen ein. Aber kann es etwas Schöneres geben, als die Berge und den Ozean direkt vor der Tür zu haben?
In Kanada haben wir zu unserer Work-Life Balance gefunden und staunen immer wieder auf's Neue über das, was uns Mutter Natur zu bieten hat. Wir lieben dieses Land, es ist uns zu einer zweiten Heimat geworden.
Aber nach acht Jahren vermissen wir die Nähe zur Familie und haben Heimweh nach europäischer Kultur und Landschaft. Ja, uns ist bewusst, dass wir ein Luxusproblem haben, oder besser: wir haben die Wahl, denn...
... wir ziehen einfach mal wieder um!
Bevor wir uns zu einer Rückkehr entschlossen, stand sogar Neuseeland mal zur Diskussion, wurde aber wegen der noch weiteren Entfernung zu Freunden und Familie dann doch wieder verworfen. Denn bei aller Liebe und Bewunderung für die fantastische Gegend, sie ersetzt doch auf Dauer Familie und Freunde nicht.
So machten wir eine Liste der Länder, die uns auch noch interessieren könnten. Dabei stellten wir fest, dass für uns der gesamte deutsche und englische Sprachraum, sowie Skandinavien oder Holland zum Leben und Arbeiten in Betracht kommen können.
Dem/der geneigten Leser/in wird vielleicht aufgefallen sein, dass wir im vergangenen Jahr verdächtig oft in Europa waren. Wir wollten ein Gefühl für eine Rückkehr entwickeln, und konnten sagen, es hat sich gut angefühlt.Auswanderung - Rückwanderung. Das hört sich doch alles sowieso viel zu entgültig an. Wir nennen es daher Weiterwanderung.
Zum Zwecke einer Neuorientierung werden wir erst einmal wieder in unsere alte Heimat umziehen, uns nach geeigneten Arbeitstellen umsehen und überraschen lassen, wohin es uns als nächstes verschlagen wird.
Am meisten freuen wir uns schon auf die wieder gewonnene Nähe zur Familie und zu Freunden, auf Straßencafes und Biergärten und auf Ausfahrten mit unseren Vespa’s, auf Museen, historische Architektur und Konzerte und darauf, dass wir innerhalb weniger Flugstunden in eine völlig andere Kultur 'eintauchen' können.
Der erste Schritt ist getan: Wir haben unsere Jobs gekündigt!
Wir sind dann mal weg! Das Ende? Nein, ein neuer Anfang. Denn, so unglaublich es klingen mag, jetzt heißt es:
Goodbye, Canada - Hallo, Europa!
Wer an unserer Auswanderungsgeschichte interessiert ist, ist eingeladen, sich auf eine Zeitreise in das Jahr 2003 begeben, wo alles anfing.