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April 15, 2009

Längst überfällig...





...ist der Bericht aus Deutschland. Alles grünt und blüht bereits und bietet unseren an weiss und grau gewöhnten Augen eine angenehme Abwechslung.
1.Stop Wuppertal

Diese Skyline dürfte bekannt sein.



Bei Tante Sigrid im Garten



Unterwegs mit Big und Ulli

Neben einiger Pflichttermine (Lyle Lovett Konzert, Friseur, Currywurst und italienisches Eis, Döner, Notar, Arzt) verbringen wir viel Zeit mit Familie und FreundInnen, und werden - wie immer - bestens kulinarisch verwöhnt. Leider erwischt Sonja dort dann auch die Grippe, so dass einige Tage Hausarrest angesagt sind, die unseren Terminplan etwas durcheinander werfen.

Bergische Impressionen


Roland's Mama mit Zweitwagen



Familienfoto
Auch dieses Mal kommt die Frage nach einer Rückkehr nach Deutschland auf, denn die Nähe zu Freunden und Familie ist halt unersetzlich. Aber dann hören wir dort von Kündigungen, von Mobbing und unbezahlten Überstunden, von Stress und Burn Out. Die Fussgängerzonen sind voller Menschenmassen und das Verkehrsaufkommen ist nach wie vor nervenaufreibend hoch. Die Medien setzen auf Zweckpessimismus, um die Existenzangst der Deutschen zu schüren, statt Vertrauen in die Zukunft zu schaffen. Der oft graue Himmel und die schwülwarme Luft drücken auf die Stimmung. Wir beginnen, die multikulturelle Vielfalt zu vermissen und sehnen uns nach dem gemächlichen Tempo Calgary's und der entspannten und positiven Einstellung der Kanadier, nach dem blauen Himmel Albertas und der klaren Luft. Nein, es ist zu früh, über eine Rückkehr nach Europa nachzudenken, aber wir kommen gern wieder "auf Urlaub" nach Deutschland und lassen uns dann nach Strich und Faden verwöhnen...
pixy

Mensch und Tier

Unzählige Tierliebhaber machen es vor: in den privat finanzierten Tierkliniken wird jetzt sogar Bestrahlung gegen Krebs angeboten. Die Wartezeiten in den Animal Hospitals ist kurz und der Service wird 24/7 angeboten. Die Menschen sind also offensichtlich bereit, viel Geld für ihre Haustiere auszugeben.
Uns stellt sich daher wieder mal die Frage, warum es hier immer noch nicht möglich ist, dass auch der menschliche Patient mehr für eine verlässliche und zeitnahe medizinische Versorgung ausgeben darf (es sei denn, für kosmetische/dentale Behandlung). Einen Spezialisten zu konsultieren, dauert in Calgary nach eigener Erfahrung etwa drei Monate oder länger, in Deutschland waren es nicht mal zwei Wochen... Gut ist, dass die USA im Ernstfall um die Ecke liegt, da genügt es, mit der Kreditkarte zu winken und man wird verarztet... schlecht ist allerdings, dass man in einem hochentwickelten Land wie Kanada überhaupt an ein solches Szenario denken muss.

Service Canada... Schlange stehen war gestern

Nach Sonja's Rückkehr aus der Heimat, wo es laut Berichten im Familien- und Freundeskreis auch nicht besser aussicht, beantragt sie nun offiziell Arbeitslosenunterstützung beim kanadischen Arbeitsamt. Da die bisherigen Arbeitgeber die Beiträge direkt online abgeführt hatten, hat sie die Möglichkeit, einen Zugangscode bei Service Canada anzufordern und den Antrag online zu auszufüllen. Diese PIN trifft tatsächlich innerhalb einer Woche ein.
Die vergangenen Urlaubswochen werden selbstverständlich als 'abwesend' eingetragen, also gibt es auch kein Geld. Da ihr Arbeitgeber netterweise noch das Urlaubsgeld ausgezahlt hatte, bekommt sie auch die nächsten zwei Wochen noch kein Geld, da dieses als 'Einkommen' mit zur Berechnungsgrundlage gezählt wird.

In Kürze erhält sie, ohne je einen Schritt ins Arbeitsamt gemacht zu haben, alle zwei Wochen ein kleines Arbeitslosengeld, welches abhängig vom Durchschnittseinkommen der letzten 26 Wochen berechnet wird. Alle zwei Wochen ist ein Online- oder Telefonreport fällig, bei dem die Bereitschaft zur Suche und Aufnahme einer neuen Tätigkeit, bzw. Nebeneinkünfte - falls vorhanden - abgefragt wird.

Die Beiträge zur kanadischen Arbeitslosenversicherung sind sehr gering. Hat man für ein Jahr erst einmal den Höchstbetrag eingezahlt, gibt es keine weiteren Gehaltesabzüge. Der Nachteil: Egal welchen Verdienst man vorher mal hatte, maximal werden nicht mehr als 400$ die Woche ausgezahlt. Nicht viel, wenn man z.B. davon eine Miete bezahlen und eine Familie ernähren muss. Anrecht auf Pogey (Canadian Slang für Arbeitslosenunterstützung) hat hier aber jede(r), der in die Versicherung eingezahlt hat, unabhängig vom Familienstand oder Einkünften des Partners.