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June 18, 2009

Auf den Spuren der Pioniere

Wasser war ja von je her Sonja's Element. Inspiriert durch verschiedene Kanureiseführer, historische Berichte über die Erforschung Kanadas (durch First Nations, Trapper und Voyageurs) und Erlebnisberichte, aber auch, weil es schon seit Jahren auf ihrer Bucket List (Wunschliste, bevor man den Löffel abgibt) steht, hat sie zusammen mit Jane einen dreitägigen Paddelkurs auf dem Glenmore Reservoir gebucht. Nach dem etwas wackeligen Einstieg, geht es erstmal freestyle vom Dock weg.

Dann bilden wir mit den Kanus ein Floss, damit uns Trainerin Martha (rechts) in die Geheimnisse des Paddelns einführen kann. Wir lernen zunächst etwas über Sicherheit und Ausrüstung (niemals ohne Schwimmweste!!!), und dann, wie man Draw, Pry, Forward, Back, J-, C- and Cross Bow Strokes ausführt, um das Wasserfahrzeug zu bewegen. Die Steuerung des Kanus übernimmt der (die) Hintermann(-frau). Das ist einfacher gesagt, als getan, besonders in Gegenwind und -strömung. Ganz schnell wird dann schon mal aus einer Linie ein Zickzackkurs.

Aber Sonja hat den Bogen schnell 'raus. Jane ist offensichtlich auch begeistert, ihr Job ist es, vorwärts zu paddeln, nach Hindernissen Ausschau zu halten und den Rhythmus anzugeben.

Wir bilden ein prima Team und werden für unseren Erfolg beim "Synchron-Paddeln" sogar gelobt.


Nun sind wir beide angefixt und haben uns prompt für die Mitgliedschaft im Calgary Canoe Club eingeschrieben. Samstag ist Paddlefest. Da werden wir noch ein bisschen nach Equipment shoppen (Knieschoner und ein Sitzkissen wären nett...), und ab Montag werden wir dann regelmässig auf's Wasser gehen.

June 16, 2009

Locker bleiben

Seit einiger Zeit leidet Sonja nun nicht mehr unter Rücken- bzw. Ischiasbeschwerden. Denn neben regelmässigen Besuchen im Fitness-Studio hat sie nun mit Freundin Jane das Kanufahren angefangen. Auch gehen die beiden mindestens zwei mal pro Woche walken.

Gleich in der Nähe befinden sich ein paar schöne Naherholungsgebiete, nur Minuten zu Fuss oder mit dem Auto entfernt: z.B. der North Glenmore Park, die Weaselhead Flats oder der Fishcreek Park.

Dort gibt es unzählige Vogelarten, darunter um diese Zeit auch viele Enten und Kanadagänse mit ihren Küken. Wir haben auch Biber oder Wasserratten beim Eierklau, Rehe beim Äsen und tanzende Schmetterlinge beobachtet. Man hat dort wohl auch schon Cougars, Bären und Elche gesichtet. Das Handbook of the Canadian Rockies hilft dabei, eine Tier- oder Pflanzenart zu bestimmen. Man lernt eben nie aus.

June 14, 2009

Masseinheiten-Chaos

Eines der letzten grossen Geheimnisse des nordamerikanischen Kontinents, das sich dem Europäer wahrscheinlich niemals vollständig erschliessen wird, ist die Handhabung von Masseinheiten. Obwohl Kanada sich bereits seit Jahrzehnten offiziell dem metrischen System angeschlossen hat, denken die meisten, speziell die Älteren, weiterhin imperial.

Kaum jemand benutzt Meter und Centimeter, fast alles wird in Feet (0.305m) und Inches (2.54cm) gemessen. Das Kilogramm wird meist zum imperialen Pfund (0.454kg), das zur weiteren Verwirrung mit lbs abgekürzt wird, ohne das jemand wüsste, warum (altrömisch für libra = Waage mit inkorrektem Plural-"s"). Ganz schlimm wird es, wenn man den Autoverkäufer nach dem Verbrauch eines Autos fragt: Miles per Gallon steht dafür, wieviel Meilen man mit einer Gallone Benzin (3.78l, da es sich hier um die amerikanischen Gallone handelt, die imperiale hat 20% mehr), also 20mpg = 11.8l/100km. Ach, und die Unze gibt es als flüssige und als Mengeneinheit.

Das wirkt sich natürlich auch auf Packungseinheiten aus, denn obwohl die meisten Produkte metrisch ausgezeichnet sind, wurden viel doch in den USA produziert, und verständlicherweise werden für den kleinen kanadischen Markt keine speziellen Packungsgrössen produziert. Man kann so manche schöne Stunde damit verbringen, zu raten, wo jetzt diese seltsame Verpackungsmenge her kommt: z.B. entsprechen 2.84 l auf Orangensäften einer 3/4 Gallone und 0.35 l auf Coladosen sind 12 Unzen (1 Gallone = 128 Unzen).

Vergleichsweise einfach ist die Umrechnung der Grundfläche einer Wohnung: die 1,000 Square Feet übersetzen sich in 92 Quadratmeter, man ist also mit einem Faktor 1:10 recht nahe dran. Man bemerke, das das Komma in 1,000 dem Punkt in den europäischen 1.000 entspricht...

Trotzdem gewöhnt man sich dran. Nach "nur" 4 Jahren ist uns dieses ganze Durcheinander einigermassen in Fleisch und Blut übergegangen. Ab und zu wird man dann aber doch kalt erwischt, wenn z.B. an der Fleischtheke der Preis für's Steak gross mit 15 $ beworben wird, dies dann aber der Pfundpreis ist, während das abgewogene Stück dann mit dem kg-Preis beklebt wird. Plötzlich ist das Ding dann doppelt so teuer!