Wie auch in deutschen Medien Spiegel, silicon.de) berichtet, hat der US-Geheimdienst zu Beginn dieses Jahres mehrere kanadische 25-Cent Münzen mit Elektronikchips entdeckt, die offensichtlich das Ausspionieren amerikanischer Bürger zum Ziel hatten. Zunächst war unklar, wie genau diese Chips arbeiteten und woraus genau sie bestanden. Klar war nur, dass sie – wie ein Streifen Tesa-Film - auf die Münzen aufgeklebt waren. Nanotechnologie? Es gab selbstverständlich sofort einen internationalen Spionagealarm mit den üblichen Verdächtigen China, Russland und natürlich Frankreich. Manche Experten waren allerdings der Meinung, dass Funktechnologie an einem Metallkörper kaum die zum Ausspionieren nötigen Funk-Reichweiten erreichen könnte, andere meinten, dass Geld ja wohl zu schnell den Besitzer wechseln würde, als dass man damit jemanden ausspionieren könnte. Uneinigkeit bestand auch darin, ob es sich hier um staatliche oder um Industriespionage handelte.Nach nur vier Monaten intensiver Geheimdienstrecherchen konnte der Fall nun gelöst werden. Bei den Spionagemünzen handelt es sich um die sogenannten “Poppy-Coins”, den ersten Münzen weltweit mit farbigen Aufdruck. Die Poppy (Mohnblume) ist das offizielle kanadische Symbol für die Erinnerung an die in Kriegen gefallenen Soldaten. Zu deren Ehren wurden im Jahr 2004 Sondermünzen mit einer farbigen Mohnblume bedruckt und von Tim Horton’s in Umlauf gebracht. Um diesen farbigen Aufdruck gegen zu schnelle Abnutzung zu schützen, wurde eine Art Tesafilmstreifen darüber geklebt. Und dieser liess sich nun mal sehr leicht mit Spionagewerkzeugen verwechseln... Bunte kanadische Münzen lösen in den USA einen Spionagealarm aus. Was sagt das über beide Länder aus?
PS: bereits im Januar hat ein Korrespondent des Handelsblatts die ganze Geschichte aufgeklärt, nämlich im letzten Absatz dieses Blogs.
No comments:
Post a Comment