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January 13, 2010

Berater-Alltag

Für die Anreise steht man entweder am Montag morgen um 4 Uhr morgens auf, um den ersten Flieger zum Zielort zu nehmen, oder reist bereits am Sonntag abend zuvor an. Das Frühstück nimmt man mit Kollegen ein, die man nicht nur den ganzen Tag sehen, sondern mit denen man wahrscheinlich auch wieder beim Abendessen zusammen sitzen wird. Man nennt das social life. Den Tag verbringt man in über- oder unterbeheizten, oft fensterlosen Räumen und versucht unter wenig ergonomischen Arbeitsbedingungen eine Lösung für den Kunden zu erarbeiten. Manche Klienten verfügen ueber eine Kaffeeküche, in der man sich mit Warm- und Kaltgetränken versorgen darf, empfohlen wird jedoch die Eigenversorgung für die Flüssigkeitszufuhr. Aus Zeitgründen und oft auch aus Mangel an Bedürfnissen und Phantasie der KollegInnen wird das Mittagessen bei einem der bekannten Fastfood-Ketten eingenommen.
Das Hotel liegt oft logistisch günstig in der Nähe eines Industriegebietes, so dass auch am Abend ausser den ‘üblichen Verdächtigen’ wenig kulinarische oder geschweige denn kulturelle Alternativen zur Verfügung stehen. Vorteilhaft ist, wenn man einen Supermarkt vorfindet, und sich so mit Joghurt, Milch, Saft und frischem Obst eindecken kann, damit man nicht in Gefahr gerät, in ein paar Wochen an Mangelerscheinungen zu erkranken.

Die Qualität der Unterkunft ist eher durchschnittlich. An durchgehenden Schlaf ist kaum zu denken, da man durch die Geräuschkulisse der Heizung immer wieder geweckt wird. Dieses kann man zwar abstellen, allerdings wird es dann bei mangelhafter Isolierung und zweistelligen Minusgraden schnell kalt im Zimmer.
Es gibt durchaus KollegInnen, die meine Ansichten teilen. Oft findet man uns bei Starbucks, wie wir uns bei einem Chai Latte oder Double-Double die Hände wärmen, und bei Muesli-Riegel oder Gemüsekuchen über den fragwürdigen Lebensstil dieser Berufskategorie philosophieren.

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