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September 26, 2015

Zurück am großen Fluss, bonjour Quebec!


23.9. Am nächsten Morgen schaue ich noch einmal nach, ob sich an der Situation etwas geändert hat, aber nein, es sieht sogar so aus, als wenn noch weniger Wasser die "Grand" Falls hinunter fließt... 23 Meter Gefälle und so un-spannend wie nur was.


Für die nächsten 200 km ist Highway angesagt. Aber der Verkehr hält sich in Grenzen und das Tempolimit (an das sich die New Brunswicker tatsächlich halten) liegt bei 110 km/h. Ganz unspektakular überfahre ich die Provinzgrenze nach Quebec.

Man merkt das daran, dass die Schilder plötzlich nicht mehr zweisprachig sind, sondern nur noch in Französisch und das Tempolimit ist aus unerfindlichen Gründen nur noch 100 km/h. Und da sich viele Quebecer für Franzosen halten, kümmert sie das wenig. Aber die Highway Patrol ist wachsam. Nur in Quebec habe ich so viel Polizeipräsenz gesehen. In den anderen Provinzen kann ich mich gar nicht erinnern, überhaupt Polizisten gesehen zu haben...


Die Ortsnamen kommen mir bekannt vor. Rivière du Loup? Da habe ich doch am 8. September mit der Fähre übergesetzt. Und was da so nach Meer aussieht, ist der St. Lorenz Strom.


Da ich ja bereits auf der Westseite des Flusses entlang gefahren bin, nehme ich mir für den Rückweg die Ostseite vor und folge der Route 132. Eine gute Entscheidung, denn es ist wunderschön dort. Farmen und Marschland wechseln sich ab. Es riecht sogar etwas "meerig" und man hat einen tollen Blick auf die Bergkette der Laurentiden.


Immer wieder werden Produkte aus lokaler Herstellung auf Farmersmärkten angeboten. Ich bekomme Hunger und kann nicht widerstehen. Mein Gluten freies Brot bekommt heute Besuch von zwei köstlichen Ziegenkäsesorten. Dazu gibts 'nen Kaffee und zwei-rädrige Gesellschaft (ein Pärchen auf Suzuki Burgman 400). Mahlzeit!


Vor Lévis (gegenüber von Quebec) setze ich mich wieder auf die Bahn, das ist einfacher, als sich durch die Stadt zu wurschteln. Hier ist der St. Lorenz so schmal, dass man per Brücke hinüber kommt und so bin ich wieder auf der Westseite angelangt. Es geht noch eine Weile flussaufwärts bis ich in Sainte-Anne-de-la-Pérade eine süße Auberge entdecke. Das ist ähnlich wie eine (Jugend-)Herberge, nicht alle Zimmer haben ein eigenes Bad (ich schon, ich war die einzige Gästin heute) und im Preis inbegriffen ist i.d.R. ein einfaches Frühstück (Toast, Heißgetränk, Cereals und Saft).


Das Gasthaus liegt am Fluss und der Supermarkt ist auch nur fünf Minuten zu Fuß entfernt. Ich habe noch Käse vom Mittag über und besorge mir dazu noch Obst und Getränke (ein halber Liter Wein darf es zur Feier des Tages schon sein). Mit der Einkaufstüte und meiner Kühltasche spaziere ich durchs Dorf, suche mir einen Platz am Wasser und genieße mein letztes Abendessen "in Freiheit".


Wieder eine längere, aber völlig entspannte Etappe. Morgen geht es dann endgültig heimwärts...

2 comments:

  1. Wiiiee?!! Geht es schon nach Hause? Och, menno! Grad hatte ich mich so schön an Deine täglichen Berichte gewöhnt!

    Bei dem Wasserfall war nicht zufällig irgendwo ein Knopf, bei dem man nach dem Wasserfallwärter läuten kann, oder ein Münzschlitz? Nicht, daß es ähnliches nicht wirklich gäbe. Ich erinnere da an den Lichtenhainer Wasserfall. Da kommt auch ein Mann mit Mütze und setzt den Wasserfall in Gang, wenn genug zahlende Leute da sind...

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    1. Ja nun, ich könnte zwar immer so weiter fahren, aber mein Budget und der Gatte würden Einspruch einlegen. Freut mich aber, dass Dir meine Reise gefallen hat.

      Das Visitor Center hatte leider geschlossen, sonst hätte ich sicher gefragt, wie man den Wasserfall in Gang setzt.

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