Wieder einmal führt Sonja ein von einem ihre Agenten arrangiertes Bewerbungsgespräch in die von Alberta's Energiekonzernen dominierten Häuserschluchten. Diesmal wird bei einem dieser besagten Konzerne ein Einkäufer als Backup und Springer für das vorhandene Team gesucht. Der Posten scheint erstmal relativ uninteressant und bietet weder Entwicklungsmöglichkeiten noch Lernpotential für Sonja, daher stellt sie den Interviewpartnern die Frage, was dieses Unternehmen eigentlich ausgerechnet von ihr will.
Es stellt sich heraus, dass der potentielle Stelleninhaber sich um die vorhandenen Junior-Einkäufer kümmern und durch fachliches Coaching und Systemtraining eine effizientere Arbeitsweise implementieren soll. Bei der Aufgabe handelt es sich um ein Pilotprojekt, welches bei Erfolg auch in anderen Niederlassungen eingeführt werden soll. Warum haben die das denn nicht klar in der Stellenbeschreibung definiert, wollte Sonja wissen. Der offizielle Grund ist, dass man primär einen Spezialisten mit Beschaffungs- und SAP-Erfahrung sucht, und keinen Berater oder Business Analysten, der schon mal etwas vom Einkauf gehört hat. (Nebenbei sind 'echte' Consultants ja auch viel teurer... denkt sich Sonja dabei.)
Sollte es ausgerechnet diesmal etwas werden mit dem Job, müsste sie mit einem wesentlichen Nachteil fertig werden: denn das Pendeln in die Innenstadt und zurück ist eine Qual. Dank Calgary's vorbildlicher öffentlicher Verkehrsplanung hat sie über eine Stunde gebraucht, bis sie wieder daheim war (Mit dem Auto braucht frau für die gleiche Strecke unter 20 Minuten.) Darüber hinaus steht frau an zugigen Haltestellen ohne Wartehäuschen, was bei derzeit einstelligen Plusgeraden zwar noch auszuhalten ist, aber ihrer beginnenden Erkältung nicht gerade gut getan hat.
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