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March 17, 2016

Das war ja einfach!


Fünf Jahre sind wir nun schon kanadische Staatsbürger, wie die Zeit vergeht... und der alte Pass ist tatsächlich inzwischen abgelaufen. Für den Canadian Expat muss der Reisepass beim Konsulat in Berlin beantragt werden. Dazu findet man auf der Seite der Kanadischen Botschaft alle nötigen Informationen. Wir dachten schon, na prima, dann besuchen wir eben Berlin. Aber falsch gedacht.

Zunächst wird man Bediener freundlich durch das Menü geführt und kommt zum entsprechenden Formular: dann heißt es 'runter laden, ausfüllen, unterschreiben, die Gebühren überweisen und zusammen mit dem alten Pass und zwei neuen Fotos per Einschreiben (mit Rückschein) nach Berlin schicken. So weit, so einfach. Die Bearbeitung dauert in der Regel zwanzig Werktage, in unserem Falle waren es aber nur dreizehn.

Abholen mussten wir das Dokument jedoch nicht persönlich. Er wurde per Einschreiben zugestellt. Der neue Ausweis gilt nun für zehn Jahre und verfügt über dreißig Seiten für viele Visa-Stempel, jede Doppelseite hat ein anderes kanadisches Motiv. Schön!

Tja, und wie so oft bei Service Canada muss man dafür kaum einen Schritt vor die Tür machen (vom Gang zum Postamt mal abgesehen). Behördengang light, nennt man das wohl. Was für ein toller Service!

March 13, 2016

Part of Germany is going to the Ballots

This time 13 million Germans are called to elect three new provincial governments. Don't worry, there won't be a boring excerpt of how the state electoral system works, it's complicated as it is, but it is always worth mentioning that the current poll system in place had been invented after WWII in order to prevent another Hitler from happening.


The people are supposed to vote within the state (a.k.a. province), in which they are registered. We live in Baden-Württemberg, which is one of the wealthiest places in Germany, despite (we like to think: because) of a minister president who is stemming from the Green Party.

When it comes to parties the options are quite different from America, where they have a choice between one rock and one hard place. In Germany we can make our pick out of a whole bucket of questionable gems, and since usually no party gets the necessary majority to reign alone, coalitions have to be built, and bipartisan decisions are the norm. In fact we find it quite interesting how the almighty power of the politicians is being kept in check, and balanced out by compromises and agreements. And surprisingly enough, they are still making progress.

Lately a trend towards right wing oriented parties is on the rise, condemning the stance on welcoming fugitives. Shame on them. It is not the fugitives, that we are worried about. Yes, it could have been planned and organised much better but it is far from being a financial disaster or social burden for the people, there's still enough tax payer's moneys to spend. It's that specific crowd of our own people and their ignorant, heartless, even brutal mindset, leaving us puzzled. Anyway, we'll see tonight, what the outcome will be, hoping for the best.

New Beginnings


The weatherman had promised balmy temperatures for today (factually it was no more than +7°C equaling 45!F). Anyway, I thought I'd take my chances to pick up the bike from my trusted mechanic. After tea and chitchat I bundled up, and left the workshop for the inaugural ride in 2016 on Rover, my fully serviced and technically (DEKRA) approved 2008 Harley Davidson Sportster 883. Mechanically the bike is in shipshape again, the only thing it needed - besides the obligatory two year vehicle approval sticker - was a new battery, so the bill turned out reasonably low.

The first miles on the bike felt awkward to say the least. I have not been on motorised two-wheels for almost three months now. Due to lack of appropriate weather, time and opportunity my last ride was running errands by Vespa on Christmas Eve, and I stopped riding the Sportster even sooner some time in November when the insurance ran out.

I made sure to manoeuvre carefully as there were still some icy patches luring in the shadows, and the cagers' abilities to recognise motorcycles as other road users were in lack of better words: underdeveloped. On the road I encountered a handful of other chilled-through-the-bone looking riders obviously having listened to the same weatherman, and testing the waters. The waving was mutually enthusiastic. The Sportster seemed glad to be on the move again, however, to my own surprise my first seasonal ride left me a bit inane.

After my epic trip through Eastern Canada, I found myself both, satisfied and satiated for a while, and then: yearning for more. You may well say: then just go, and and yes, you are right. Because I have some of the best roads of Europe conveniently laid out at my door step: the Vosges in France, Switzerland and the Alps, with hill and mountain twisties galore. But for me these options come along with a feeling of: been there done that. I don't aspire to repetition. And I have been all over the parts of Europe that tickled my interest, multiple times in fact, and more than often enough in my first motorcycle life in the nineties. Don't get me wrong, I don't say it's boring, I'd just like to express, that I crave for something different.

One of the main reasons bothering me about riding in Europe is the amount of other road users present at all times, while I desire solitude. Something you don't get that much in Europe. I miss the promise of the wide open road, the imagination that the very stretch of blacktop that I am riding on - for a moment - belongs to me, and me alone. In this regard I miss Canada, no let's make that North America. The hint of adventure, the excitement in the eye of the unexpected, the unplanned. The not-knowing where one might end up for the night. Just thinking about it makes my heart beat faster (that or I just got a case of hypertension).

Born and bred in Northern Germany, and likely endowed with a fair amount seafarer blood in my veins, maybe that's a viable explanation: I can't do anything against it. It's simply in my genes. So, let's wait and see where my wanderlust will take me this year...


***

Neuanfang
Die Wettervorhersage war viel versprechend. Es sollten sogar um die 11 Grad werden, aber mehr als 7°C wurden es dann doch irgendwie nicht. Ich nutzte die Gelegenheit trotzdem und fuhr zur Werkstatt, um mein Mopped abzuholen. Nach einer Tasse Tee und nettem Geplänkel wickelte ich mich warm ein und startete in meine erste Ausfahrt der Saison auf Rover, meiner 2008 Harley Davidson Sportster 883. Das Bike ist nun wieder in Hochform und war blitzblank geputzt (danke, Max). Außer einer Inspektion, neuer Batterie und dem obligatorischen TÜV, bzw. DEKRA Aufkleber hatte Rover nichts gebraucht, und daher hielt sich auch die Abrechnung in Grenzen.

Die ersten Kilometer fuhren sich irgendwie komisch. Seit fast drei Monaten war ich nicht mehr auf motorisierten Zweirädern unterwegs gewesen, zuletzt auf der Vespa am Heiligabend, und irgendwann im November war der letzte Ritt auf der Sporty, denn mein Rover ist ja ein Bruchstrich-Fahrzeug. Daher fuhr ich übervorsichtig, sowohl, weil gerade im Schatten noch Glatteis lauern konnte als auch, weil andere Verkehrsteilnehmer um diese Jahreszeit, sagen wir mal, eine noch unterentwickelte Wahrnehmung bezüglich Zweirädern besaßen. Unterwegs begegnete ich einer Handvoll anderer verfroren aussehender Motorradfahrer, die wohl derselben Wettervorhersage Glauben geschenkt hatten und meinten, es mal probieren zu müssen. Es wurde enthusiastisch gegrüßt und zurück gewunken. Die Sportster machte den Eindruck, als wenn sie glücklich war, wieder auf der Straße zu sein. Mich ließ der kurze Ausflug allerdings etwas unbefriedigt, quasi mit fadem Beigeschmack, zurück.

Nach meiner großartigen Reise durch Ostkanada im letzten September war ich sowohl zufrieden als auch satt... für eine Weile. Dann wollte ich mehr. Ihr könntet jetzt sagen, na dann fahr' doch. Und Ihr habt Recht, denn einige der besten Straßen Europas liegen bequem erreichbar vor meiner Tür, die Vogesen in Frankreich, die Alpen der Schweiz im Süden, mit unendlich vielen Kurven über Hügel und durch die Berge. Aber für mich heißt das nur mehr vom gleichen. Da war ich schon (mehrfach), das brauche ich nicht unbedingt noch einmal. Ich war halt schon oft in den Ecken Europas, die mich interessieren - schon in meinem ersten Mopped-Leben in den Neunzigern - und Wiederholung macht es nicht schöner für mich. Versteht mich bitte nicht falsch, ich sage nicht, dass es langweilig wäre, ich möchte damit nur ausdrücken, dass ich etwas anderes für mich will.

Eines der Nachteile an Motorrad-Reisen in Europa sehe ich in dem vergleichsweise hohen Verkehrsaufkommen. Überall ist schon jemand auf zwei oder mehr Rädern da. Man ist nie wirklich allein, und das fehlt mir oft, seit ich aus Kanada weg bin. Ich stelle mir dann die langen, weiten Highways Nordamerikas vor, auf denen ich stundenlang einsam unterwegs bin, begleitet nur vom Kitzel des Abenteuers, der unterschwelligen Aufregung, die mit dem Auf-sich-gestellt-sein daher kommt, auf Augenhöhe mit dem Unerwarteten, dem Ungeplanten. Für eine Weile gehört diese Straße nur mir allein und nur sie weiß, wo ich nachts schlafen werde. Klingt pathetisch? Egal, allein der Gedanke lässt mein Herz schneller schlagen (entweder das, oder ich leide gerade unter Bluthochdruck.).

Als Fischkopp, geboren im hohen Norden der Republik, habe ich wahrscheinlich eine gehörige Portion an Seefahrerblut in den Adern. Vielleicht ist das die Erklärung für meine Sehnsucht nach Weite und Endlosigkeit, und ich kann gar nichts dafür: es liegt in den Genen. Wir werden sehen, wohin mich die Reiselust in diesem Jahr verschlagen wird...