Also, 'rein in die Regenklamotten und aufgesattelt. Bin ich froh, dass die gute Betty so ein Mops ist, denn das Gewicht, welches ich sonst beim Rangieren oft verfluche, hält sie nun gut in der Spur. Eigentlich hatte ich damit gerechnet, dass die Sissy Bar Tasche bei Wind zum Problem werden würde, aber die Schrankwand am Heck spüre ich gar nicht. Ich springe noch kurz bei der Metro vorbei, um Obst, Schafskäse und Getränke zu bunkern.
Danach geht es (un)gemütlich auf der 132 entlang. Wenigstens kann ich hier in Ruhe "meinen Stiefel" fahren, denn die Autofahrer interessiert ja nicht, dass es nass und dementsprechend rutschig ist, aber ich beobachte, dass manche Wohnwagenanhänger auch ganz schön ins Schlingern geraten. Also Regen kann ich ja noch ab, aber diese böigen Winde dazu sind schon grenzwertig.
Als der Regen eine Pause macht, entscheide ich mich bei Rimouski am Pointe au Père für dasselbe. Ich packe mein Futter aus und setze mich in einen überdachten Picknickplatz. Das ist ja mal nett. Also brauche ich mir wenigstens keinen nassen Hintern holen.
Und hier zieht auch schon wieder die nächste Unwetterfront heran. Muss dass denn sein?
Bei einem weiteren Zwischenstopp in St. Ulric tappe ich durch den Nebel zum niedlichen Klo-Häuschen. Sogar ein Gästebuch hat man hier ausgelegt. Wie süß! Wie im britischen Englisch wird auch im Französischen die Sache beim Namen genannt: Es ist eine Toilette, verdammt noch mal, kein Ruheraum oder Waschraum...
Um 15 Uhr habe ich keinen Bock mehr auf Wetter und kehre im Motel Beau Rivage ein und bekomme ein Zimmer mit Blick auf die Bucht von Sainte-Anne-Des-Monts.
In den letzten paar Stunden hatte die Honda immer mal wieder sonderbare Geräusche gemacht, die beim Gaswegnehmen abrupt aufhörten. Da ich genug mit Wind und Regen, Mangel an guter Sicht und dem Fahren selbst zu tun hatte, tat ich mein Bestes, dieses Klappern zu ignorieren. Beim Abladen des Gepäcks sehe ich dann das Malheur. Die Auspuffhalterung hat sich verabschiedet. Beide Schrauben sind locker und die Muttern fehlen... Wie geht das denn?
| Nicht nur kaputt, sondern auch schmutzig |
Leider habe ich keine passenden Muttern zur Hand, also binde ich das Teil mit Draht fest (den habe ich) und fahre zur nächsten Autowerkstatt. Dort braucht der Mechaniker keine fünf Minuten und voilà, das Ding sitzt wieder fest. Er gibt mir noch zwei weitere Ersatzmuttern mit, und ich ihm 10$ für die Kaffeekasse.
Wenn man selbst nicht weiß wie, dann sollte man wenigstens wissen, wo... nämlich die nächste Werkstatt ist. Gut, dass kein Wochenende oder Feiertag ist und noch keine 17 Uhr. Dann wäre das ganze schon wieder zu einer Herausforderung geworden.
Nach der Entspannung der Situation mache ich mich zu Fuß ins Dorf auf (jeder Nordamerikaner wäre die paar Kilometer sicherlich gefahren).
Schräg gegenüber der Kirche entdecke ich ein eher unscheinbares Etablissement, welches ich unter normalen Umständen sicher nicht frequentiert hätte. Aber ich hatte nun mal Hunger.
Obwohl schlicht eingerichtet, war dieses Fischrestaurant Restaurant du Quai gar nicht so übel, denn es gehört zu einer Fischereikette, die eigene Produkte vermarktet. Der Fisch ist also lokal und fangfrisch. Spontan entscheide ich mich für Clam Chowder (Muschelsuppe) als Vorspeise und einen Krabbensalat als Hauptspeise.
Ich bin dort gut und lecker satt geworden, und zum Ende des Tages lässt sich sogar mal wieder die Sonne blicken. Alles wird gut.

Deine Black Dirty Betty hat aber wenigstens einen guten Charakter! Sie legt sich nicht einfach irgendwo in der Wildnis lang und gibt auch nicht zu Unzeiten auf. Sehr gut!
ReplyDeleteHoffentlich rettet sich das Wetter vom Abend auch in die nächsten Tage rüber!
Im Moment ist das Wetter abwechselnd bescheiden und schön... Ich will mich mal nicht beklagen, schließlich haben wir September...
Deletena das Klohaus nen ich dann aber wirklich mal einladend :-). Schoen, dass der Auspuff so schnell repariert werden konnte.
ReplyDeleteMit den Klohäuschen geht das die ganze Westküste... sehr ordentlich gemacht.
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