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September 04, 2015

Begegnungen im Nirgendwo

1.9. verließen wir den schönen Algonquin Park und machten uns wieder einmal auf, einen Menschen zu treffen, den Sonja bisher nur über seinen Blog kannte. Dave war so nett, uns für zwei Tage in seine Hütte am See einzuladen und hatte uns angeboten, uns Kanadas Hauptstadt Ottawa zu zeigen.

Doch bevor es dazu kam, hatten wir eine unglaubliche Begegnung: Beim einzigen Tim Horton's (wo auch sonst) im Umkreis von 50km in Barry's Bay, einem 1300 Seelen-Dorf im Madawaska County saßen wir gerade beim Kaffee und checkten unsere Emails, als uns ein netter Herr ansprach, ob wir wohl deutsch sprechen würden.

Aber klar, antworteten wir und so stand er da, schaute uns an, schüttelte den Kopf und sagte: Das fasse ich nicht! Wir dachten ok, wo wird uns dieses Gespräch hin führen? Und wir warteten seine Antwort ab: Ich verfolge Euren Kanada-Blog schon seit zehn Jahren, berichtet der Mann, der sich inzwischen als Eugen vorgestellt hatte. Jetzt war es an uns, ungläubig drein zu blicken.

Eugen erklärt, dass er mit Familie vor fünf Jahren ausgewandert und inzwischen Permanent Residency hat. Er läuft hinaus und holt seine Frau Emma wieder hinein zu Tim's. Und für die nächste Stunde unterhielten wir uns, als wenn wir uns schon ewig kennen würden.

Emma&Eugen mit Magers

Kann man sich das vorstellen? Ein Tim's am A.d.W. und der Mann erkennt uns von unserem Auswanderer-Blog wieder... Wir sollten wohl mal Lotto spielen.

Wir bekamen neben ihrer persönlichen Geschichte noch einige Tipps mit auf den Weg und dann trennten sich unsere Wege leider schon wieder. Aber wir haben das Gefühl, dass wir die beiden nicht zum letzten Mal gesehen haben...


Wir lernten über diese Gegend, dass im 19. Jahrhundert eine Einwanderungswelle von Kaschubiern und Deutschen statt fand. Hier gab es die ersten polnische (kaschubischen) Ansiedlungen. Leider hatte das hiesige Museum in Wilno geschlossen. Unser Weg führte uns weiter über das Land, vorbei an Golden Lake und Egansville.


Überall Bilderbuchfarmen und gepflegte Gärten. Wir fragten am Visitor Center, warum es überall so aufgeräumt aussehen würde und bekamen (und da war eindeutig Stolz in der Stimme) zu hören, das kommt von unserer deutschen Herkunft. Schaut mal auf der anderen Seite nach, da wohnen die Iren... wir beließen es bei dieser Aussage.


Schließlich kamen wir in Renfrew bei Tim Horton's (wo auch sonst) an, wo wir uns doch mit dem noch unbekannten Blogger Dave treffen wollten. Wie wir, war auch er zu früh dran, und auch er erkannte uns sofort. Ob er wohl auch deutsche Wurzeln hat? Nein, nicht er, sagte Dave, aber seine Frau... 


Wir folgten dann Dave's Harley ins tiefste Hinterland. So kam es uns jedenfalls vor. Eine halbe Stunde fuhren wir über Wege, die nicht mehr auf unserem Navi angezeigt wurden. Schließlich bogen wir in einen weiteren Schotterweg ab, und nach ein paar Kilometern standen wir vor seiner "Hütte". Nun, sagen wir mal, unser 80qm Apartment würde locker drei Mal in dieses Gebäude passen. 


Ein wunderschön wilder Garten umgibt das Haus, die Garage ist wiederum extra (Mann braucht schließlich Spielzeuge für jede Jahreszeit...) und die Terrasse hat einen Seeblick. Das darf doch gar nicht wahr sein. Purer Luxus mitten in der Wildnis.


Wir wurden schnell warm miteinander, stellen fest dass wir ähnliche Interessen in Politik, Kunst, Musik und Kultur hatten und bereiteten gemeinsam das Abendessen vor. Sonja übernahm mal wieder die Küche, während der Hausherr draußen am Barbecue grillte. Es gab frischen Mais, den wir vorher bei einem lokalen Stand "geschossen" hatten, sowie Fleisch vom Supermarkt für die Männer.


Wieder ging ein ereignisreicher Tag mit großartigen Begegnungen vorbei. Unsere Karma-Punkte scheinen uns einfach nicht auszugehen (hoffentlich bleibt das so). Life is good!

6 comments:

  1. Nää! Das ist ja wirklich der Hammer! Irgendwo im Nirgendwo werdet Ihr schon auf offener Straßer erkannt? Sagenhaft! An der Sache mit dem Dorf und der Welt wird wohl doch was dran sein müssen.
    Hoffentlich gehen Eure Karmapunkte noch lange nicht aus, damit Ihr noch viele solcher schönen Begegnungen habt!
    Viele liebe Grüße,
    Minya

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    1. Ja, ist schon verrückt. Aber wir sind wohl in der Auswanderer-Szene doch ein wenig bekannt ;-)
      Danke für die guten Wünsche, Minya.

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  2. Uns ist das tatsächlich auch schon einmal passiert, dass wir jemanden getroffen haben, den wir noch nie zuvor gesehen haben und der uns aber bereits kannte. Er meinte, er habe früher (als unser Blog noch öffentlich war) immer mitgelesen. Die Welt wird immer mehr zum Dorf, schon krass irgendwie. Euch weiterhin noch einen super Urlaub und viele nette Begegnungen. Klingt alles nach einem genialen Trip. Vielleicht trefft ihr ja noch mehrere Blogleser, die über euch bereits bestens Bescheid wissen. Liebe Grüße aus dem Norden.

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    1. Ich habe auch gar nichts gegen solche Begegnungen. Manchmal entwickelt sich sogar mehr daraus. Einige Menschen, die wir über den Blog kennen gelernt haben, wären wir sonst nie über den Weg gelaufen (virtuell oder persönlich).

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  3. ist ja witzig mit dem Zufallstreffen und auch toll mit dem "Blind date". Ja, was hier in Kanada als cabin/Huette betitelt wird, laesst einen oft bei den tatsaechlichen Dimensionen erblassen :-)

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    1. Tja, das einzig hüttenartige war, dass es sich um ein Holzhaus handelte. Ansonsten waren das eher die Dimensionen einer Villa. Seine Garage allein war größer als unsere Wohnung.

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