2.9. Wir dachten zunächst, dass wir in Geographie gepennt haben mussten (was aller Wahrscheinlichkeit auch stimmte): Der Mississippi fließt durch Kanada? In der Tat gibt es hier einen Namensvetter des großen amerikanischen Flusses. Und über diesen führt eine befahrbare Fünf-Bogen-Brücke aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts, welche die einzige ihrer Art in ganz Nordamerika sein soll.
Nach einer Stunde Fahrt waren wir in Ottawa angekommen, ganz so "aus der Welt" lebte Dave also doch nicht, hatte er doch jahrelang zwischen seinem Haus und der Hauptstadt hin und her gependelt.
Wir machten einen Stopp am Ottawa River, bei den Remic Rapids, um einem Künstler bei seiner Arbeit zuzusehen. John Felice Ceprano begann mit seinen vergänglichen Skulpturen (er balanciert Steine übereinander) 1986 und beginnt sie jedes Jahr nach Ende des Winters auf's Neue.
Unterstützt wird er inzwischen von der Stadt, die seine Skulpturen anfangs gar nicht toll fand und sie sogar immer wieder entfernen ließ. Doch das Publikum verlangte mehr und so hatten die Offiziellen schließlich ein Einsehen. Wir waren jedenfalls begeistert und konnten uns nur schwer von der Magie dieses Ortes trennen. Das war Zen in Reinkultur.
Schließlich parkten wir uns in der bescheiden gebliebenen Innenstadt Ottawas ab. Viele ältere Gebäude wurden erhalten und geben der Stadt einen Touch von Gründerzeit.
Überall gab es Obst- und Gemüsestände, so dass wir zwangsläufig an Essen denken mussten. Unsere Bedürfnisse wurden dann auch bestens beim Vietnamesen befriedigt.
Wir schlenderten hinüber zur National Gallery of Canada, bewunderten dort die Spinnenskulptur Maman und machten uns dann weiter auf zum Rideau Kanal, wo wir ein Schiff bei seinem Aufstieg beobachteten.
Irgendwie fanden wir das total spannend. Ein Spaziergang entlang des Kanals führte uns dann weiter zu verschiedenen offiziellen Gebäuden, und immer wieder blieben wir stehen, um Kunst und Skulpturen zu bewundern.
Am Kriegerdenkmal, an dem vor nicht allzu langer Zeit ein Attentat auf einen Ehrensoldaten geschehen war, patrouillieren inzwischen Polizisten, damit so etwas nicht noch einmal passiert. Wir begegneten dort einem jungen Soldaten mit deutschen Wurzeln und bestaunen den ersten Sikh in der Wache. So etwas ist Kanada pur für uns. Integration von feinster Qualität.
Das Parlamentsgebäude lässt uns vergleichsweise kalt, aber das Denkmal der Suffragetten fanden wieder wiederum interessant.
Wieder bei Dave's "Hütte" angekommen, stolperte sie dann auch gleich ohne Umweg ins Bett und ward zwölf Stunden nicht mehr gesehen. Also fand der Grillabend diesmal ohne sie statt. Die Jungs waren auch prima ohne sie zurecht gekommen.
Oh je! Ich hoffe mal, daß Deine Erkältung bald wieder besser wird, damit Du damit nicht den ganzen Urlaub herumlaborieren musst!
ReplyDeleteDie Bilder von dem Kanal erinnern mich ein klein wenig an Paris.
Es ging mir schon besser, aber das wird noch...
Deleteich liebe ja die Steinfiguren, egal wo! Das ist Kanada :-).
ReplyDeleteIch weiss noch, wie betroffen wir waren mit der Schiesserei. Wir sassen grad beim Fruehstueck, als die Nachricht im Fernsehen kam. Ganz, ganz uebel :-(.
Ich mag die auch. Bei Granville Island am False Creek gibt (oder gab) es auch so einen Stein-Balancierer.
Delete