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September 11, 2015

Wenn ich die See seh'...

10.9. ... brauch' ich kein Meer mehr. Als Fischkopp, einer meiner Lieblingssprüche, denn Salzwasser und Meergeruch finde ich äußerst entspannend. Wenn dann obendrauf noch das Motorradfahren dazu kommt, und dieses noch bei schönem Wetter... dann bin ich im Paradies der Zweiradfahrer.


Gegen acht Uhr werde ich davon geweckt, dass mich Sonnenstrahlen auf der Nase kitzeln. Der Blick aus dem Fenster ist viel versprechend und so sehe ich zu, dass ich um neun Uhr abreisefertig bin. Für diese Etappe geht es fast ausschließlich am Wasser entlang.


Ich befinde mich zwar immer noch am St. Lorenz Strom, aber dieser ist inzwischen so breit, dass man das andere Ende nicht mehr sehen kann. Einziger Wermutstropfen auf der heutigen Tour ist der immer noch heftige Seitenwind, aber wir zwei Mittelschwergewichte schaffen das schon.


Hier wage ich mich mal auf den Strand, der einen stabilen Eindruck macht. Ein Stück Treibholz dient zur Absicherung des Seitenständers. Ein bisschen Spaß und Abenteuer muss sein.


Kaum zu glauben, aber die Straßen sind leer. Kaum Verkehr, und wenn, dann nur lokaler, der von A nach B will. Ganz selten, dass ich mal auf andere Touristen stoße.


Wasser verzaubert mich immer wieder. Hier hätte ich den gischtenden Wellen stundenlang zuschauen können (Der Gatte kann ein Lied davon singen...).


Nun wird es langsam knapp mit dem Treibstoff und die im Navi angezeigte Tankstelle, die ich mir ausgesucht hatte, gibt es nicht mehr. Die nächste ist 21km entfernt und ich schaffe sie so gerade bevor die Honda ins Stottern gerät. Das muss wohl die abgewrackteste Tankstelle/Werkstatt der Region sein. Aber ich beschwere mich nicht, schließlich gibt es hier etwas zu trinken für Betty.


Im kleinen Ort Grande-Vallee gibt es einen Bonichoix Supermarkt, in dem ich Snacks für meine Mittagspause einkaufe: Saft, Laktose freier Trinkjogurt, Möhren zum Knabbern, Räucherfisch und Obst. Brot und Wasser habe ich noch. An einem Picknickplatz mit Aussicht lasse ich mich dann nieder. An der Fahne erkennt man übrigens, dass eine ganz schön steife Brise weht.

Mahlzeit
Anschließend mache ich noch ein Nickerchen.

Als ich zum Mopped zurück komme, fällt mir auf, dass meine Jeans, die ich zum Trocknen (sie war noch etwas nass vom Vortag) außen ins Gepäcknetz gelegt hatte, nicht mehr da war. Irgendwann zwischen meinem Einkauf und meiner Mittagspause wurde sie wohl vom Winde verweht. Ich fahre darauf hin die Strecke noch einmal ab, aber kann sie leider nirgendwo mehr finden... Naja, sie wäre nach dieser Tour sowieso ausgemustert worden. Und Schwund ist immer.


In Gaspé wollte ich meine Etappe für den Tag beenden, aber vor dem Motel, welches ich mir ausgesucht hatte waren Bauarbeiten. Ich fahre noch ein wenig herum. Überall begegnen mir orangene Pylone, die Straßenarbeiten signalisieren. Den Krach brauche ich am frühen Morgen nicht und so fahre ich noch bis Percé weiter. Eine gute Wahl, denn die Strecke wird noch einmal spektakulär.


Schließlich rolle ich nach Percé hinein oder besser, hinunter und sehe in der Ferne schon den berühmten Felsen, der seinem Ort den Namen gibt, den Rocher Percé (durchbohrter Felsen).


Nach und nach klappere ich alle möglichen Aussichtspunkte ab, um diesen schönen Fels von allen möglichen Seiten bestaunen und ablichten zu können. Kein Wunder, dass diese Formation zur Hauptattraktion der Gaspé Halbinsel wurde. 88m ragt der Stein mit 90m Breite und 433m Länge aus dem Meer heraus. Der Bogen des Loches ist 15 Meter hoch.

Und zuguterletzt noch ein Touri-Selfie
Im Motel L'Eglantier gegenüber des lokalen Supermarktes kehre ich ein, kaufe noch ein paar Vorräte für das Abendbrot, prüfe Reifendruck, Reifenprofil und Ölstand der Honda und mache es mir dann nach einem Spaziergang auf der Strandpromenade im Zimmer gemütlich. Was für ein toller Fahrtag. Das ist schwerlich noch zu übertreffen (ok, meine Jeans vermisse schon ein wenig, hier muss für Nachschub gesorgt werden...).

4 comments:

  1. "Ich hab noch eine Jeans in Kanada...!" lässt sich leider sehr schwer anständig singen...

    Das ist wirklich eine sagenhafte Landschaft! Und die Wolken! Traumhaft. Mein totaler Neid fährt mit Dir. :)

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    1. On sie wohl noch eine neue Heimat finden wird...?

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  2. der blaue Himmel auf den Fotos sieht toll aus, bestes Fotowetter :-). Ich hoffe, Du hast noch eine andere Jeans dabie *lach*.

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    1. Klar doch, ansonsten würde ich einfach eine kaufen, die kosten hier ja "fast nix".

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