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September 22, 2015

Fundy Bay

20.9. Der Blick aus dem Motel-Fenster lässt nichts Gutes erahnen, also drehe ich mich noch einmal um. Zwei Stunden später ist es leider immer noch nicht besser, also mache ich mich nun doch fertig, packe ein und fahre im strömenden Regen von Antigonish auf dem Highway Richtung Truro (dem traurigen Knotenpunkt Nova Scotias).


Anderthalb Stunden später ist der Spuk dann doch vorbei. Ich führe gerade die Honda zur Tränke in Truro, als die Wolken aufbrechen.

Falls man die Wirtschaft sucht, sie macht gerade an der Fundy Bay Urlaub.
Erste Herbstfarben

Inzwischen habe ich den Highway hinter mir gelassen und bin auf Nebenstraßen entlang der Küste unterwegs. Am Five Islands Lighthouse Park bei Colchester mache ich Pause und genieße den spektakulären Ausblick auf die fünf Inseln. Eine davon kommt mit Loch daher, welches bei Flut immer gut durchgespült und sich im Laufe der Zeit vergrößern wird...


Dann folge ich der Panoramastraße weiter bis nach Parrsboro. Am Ortseingang gibt es schon einmal diesen Eyecatcher.


Auf den Hinweisschildern lese ich etwas von "Hafen" und "Strand". Na, das möchte ich mir doch gern ansehen.


Es ist Ebbe und es hat um diese Zeit eine Menge Strand. Bis zum Wasser sind es gut zwei Kilometer...


Nichts ist so faszinierend wie ein Wechsel der Gezeiten. Mit der anrollenden Flut gibt es aber dann auch wieder einen Wetterwechsel. Es wird plötzlich kühl, windig und... es fängt an zu nieseln. Aber die Gegend gefällt mir. Ich fahre also noch hin und her und entschließe mich, den Rest des Tages hier zu verbringen.


Da ich nun noch etwas Zeit habe, besuche ich das Fundy Geological Museum, in dem u.a. Fossilien aus der Fundy Bay und eine der ältesten Dinosaurierknochenfunde Kanadas bestaunt werden können.


Als ich mit dem Besuch des Museums fertig bin, schaue ich nochmal am Hafen vorbei. War nicht gerade noch Ebbe? Nun ist er weg, der Strand!

Mammut-Adirondack-Chairs

Das Örtchen Parrsboro ist Nova Scotia's "best kept secret". Es gibt hier viel zu sehen, nur keiner weiß es und keiner sagt es weiter. Es ist wirklich schön hier! Die Straßen kommen eher bescheiden daher, wie ein normaler Fischerort halt.


Und doch hat Parrsboro eine großartige Vergangenheit. Im 19. Jahrhundert war es der Schiffsbau und der Pelzhandel, dann wurde es Umschlagplatz für die im Umland geförderte Kohle. In der Hochzeit legten jährlich über 1.600 Schiffe im Hafen an. Auch gibt es Geschichten um Piraterie, aber nichts von alledem wird großartig vermarktet...

Der Hafen heute...

... obwohl die Stadt heute neben Fischfang und Landwirtschaft (Blaubeeren!) vom Tourismus leben muss. Dennoch, es gibt einen Supermarkt, ein paar Restaurants und Shops, einen "OBI" (Home Hardware), eine Tankstelle, einen Golfplatz und sogar einen Tim Hortons.

Mir ist nicht nach Tim's zumute, ich gehe lieber ins Blackrock Bistro und esse Haddock (Schellfisch) auf Quinoa mit lokalem Gemüse.


Heute gönne ich mir zur Abwechslung mal wieder etwas Luxus und buche mich für die Nacht im Parrsboro Mansion ein. Wie der Zufall es will, wird das B&B von deutschen Einwanderern geführt. Um die Qualität dieses Hauses und der Zimmer muss man sich also schon mal keine Gedanken machen. Alles ist picobello. Ich bekomme ein riesiges Dachgeschoss - die Tuscany Suite, eigentlich für bis zu 4 Personen - für mich allein, und das Mopped erhält einen trockenen Garagenparkplatz.


Zum Abschluss des Tages klart es wieder auf und die Mühen des heutigen Tages werden mit einem Regenbogen belohnt. Einfach schön!

Blick aus dem Fenster der Suite

Die heutige Etappe:

4 comments:

  1. Mal abgesehen von dem blöden Regen am Morgen, den haben wir hier auch gerade - kann es denn wirklich irgendwo schöner sein? Sagenhaft! Ich bin tief beeindruckt und ein klein bisserl neidisch.

    Diese Sache mit der Wetteränderung, wenn die Flut kommt, oder das Wasser abläuft, die kenne ich auch irgendwoher...

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    1. Minya, ich möchte fast sagen, dieses Parrsboro hat es mir irgendwie angetan...

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  2. ich finde es auch immer wieder faszinierend, wenn man den Gezeitenwechsel sehen kann :-). Gerade in Oregon hatten wir es dann auch oft mitbekommen, wie sich dann auch schlagartig das Wetter (Nebel) aendert kann. Ich mag das :-)

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    1. Genau so eine Nebelwolke ist dann auch wieder Nebel des Grauens in die Bucht eingezogen. Hach, ich liebe das ;-)

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